XXL Freshman: Was wurde aus der Klasse von 2007?

XXL Freshman Class 2007

Jeden Freitag blicken wir auf einen „XXL Freshman“-Jahrgang zurück: Saigon, Joell Ortiz und Lupe Fiasco – das wurde aus der Klasse von 2007!

 

Seit 2007 veröffentlicht das US-amerikanische Hip-Hop-Magazin XXL unter dem Banner „XXL Freshman“ eine jährliche Liste mit zehn Newcomern, die man im Auge behalten sollte. So empfahl die Zeitschrift Musiker wie B.o.B, Meek Mill oder Chance the Rapper noch bevor sie Weltruhm erlangten. Und während im Internet bereits über die Teilnehmer der Klasse von 2018 diskutiert wird, werfen wir einen Blick auf die 100 Alumnis der letzten zehn Jahre, die sich über eine Aufnahme in die „XXL Freshman List“ freuen durften. Denn viele, aber längst nicht alle konnten die Aufmerksamkeit, die die Auszeichnung mit sich brachte, in (dauerhafte) Karriereerfolge verwandeln. Diese Woche starten wir mit der Klasse von 2007:

 

Gorilla Zoe

Wie so viele seiner Jahrgangskollegen ließ es sich Gorilla Zoe nicht nehmen, im Jahre 2007 sein Debütalbum „Welcome to the Zoe“ herauszubringen. Platz 18 in den US-Charts konnte als Erfolg verbucht werden. Das zweite Album „Don’t Feed da Animals“ von 2009 zeugte mit Platz 8 von einem gesunden Wachstum des Erfolgs. „King Kong“ von 2011 ging mit Platz 56 dagegen unter. Zoe legte daraufhin eine langjährige Pause ein, um 2014 mit dem Mixtape „Recovery“ zurückzukehren. 2017 erschienen mit „Don’t Feed da Animals 2“ und „Gorilla Warfare“ zwei Alben, die weitestgehend unbeachtet blieben.

 

 

Joell Ortiz

Den großen Durchbruch als Solokünstler schaffte Joell Ortiz nie. Seine vier Studioalben belegten zwischen 2007 und 2016 die Plätze 190, 169, 45 und 180. Zusammen mit Crooked I, Joe Budden und Royce da 5‘9“ als Supergroup Slaughterhouse sah das anders aus. „Welcome to: Our House“ erschien über Eminems Shady Records und stieg auf Platz 2 der Albumcharts ein. Ortiz gab sein letztes musikalisches Lebenszeichen auf der Charity-Single „Almost Like Praying“, die Lin-Manuel Miranda zusammen mit dutzenden anderen Musikern für die Opfer des Hurricane Maria aufnahm.

 

 

Lil Boosie

Lil Boosie hat zwischen 2009 und 2015 jede Menge erlebt: Er saß wegen Drogendelikten im Gefängnis, wurde von einer Mordanklage freigesprochen und bekämpfte erfolgreich eine Nierenkrebserkrankung. Abgesehen von einigen Mixtapes veröffentlichte der Rapper in dieser Zeit wenig Musik. 2015 kehrte er mit dem Album „Touch Down 2 Cause Hell“ in die musikalische Vollbeschäftigung zurück, was mit Platz 3 in den Charts belohnt wurde. Heute ist Lil Boosie 35 Jahre alt und nennt sich Boosie Badazz. 2018 soll sein achtes Studioalbum „Boosie Badazz: Bigger and Badder Than Ever“ erscheinen.

 

 

Rich Boy

Neben der Aufnahme in die „XXL Freshman Class“ erhielt Rich Boy bei den BET Hip Hop Awards 2007 auch die Auszeichnung als „Rookie Of the Year“. Noch im gleichen Jahr konnte er die Preise mit Platz 3 für sein Debütalbum „Rich Boy“ in Charterfolge umwandeln. Die Nachfolger „Break the Pot“ von 2013 und „Featuring“ von 2015 floppten. Für Booking- und Feature-Anfragen steht immer noch zur Verfügung, neue Musik ist dagegen rar gesät.

 

 

Lupe Fiasco

Lupe Fiasco setzt heute nicht mehr Einheiten in Millionenhöhe ab – wie er es 2007 mit „Lupe Fiasco‘s The Cool“ tat – doch nach wie vor ist er ein umtriebiger Künstler, der von Kritikern hochbewertete Musik veröffentlicht. Darüber hinaus ist er sich der Möglichkeit bewusst, die er als Person des öffentlichen Lebens hat. So kommentierte er kritisch die Arbeit von Barack Obama und der US-Regierung, schrieb einen offenen Brief über „white supremacy“ und sprach sich für den Islam aus.

 

 

Crooked I

Der Kalifornier unterschrieb bereits 1995 seinen ersten Plattenvertrag und kollaborierte von Snoop Dogg bis The Luniz mit allen Westcoast-Rappern, die heute als Legenden gelten. Der große Durchbruch blieb aber aus. Erst sechs Jahre nachdem er ein Teil der „XXL Freshman“-Klasse von 2007 wurde, veröffentlichte Crooked I sein erstes offizielles Studioalbum. Ende 2017 erschien die vierte Langspielplatte. Größere Charterfolge konnte er mit keinem Soloprojekt verbuchen. Wie auch Joell Ortiz ist er ein Teil von Slaughterhouse.

 

 

Saigon

Nach drei Studioalben mit überschaubarem Erfolg in den Jahren 2011, 2012 und 2014 und der Teilnahme an der vierten Staffel von „Love & Hip Hop: New York“ im Jahre 2013 wurde es still um Saigon. Sein letztes musikalisches Zeichen gab er 2016 als Gast auf Termanologys Album „More Politics“. Mit „Tell The People The Truth“ ist für 2018 neue Musik angekündigt.

 

 

Papoose

Papoose gilt als einer der Mixtape-Könige, die New York in den Zweitausendern hervorbrachte. Zwischen 2004 und 2014 erschienen 29 Mischkassetten, die er in Eigenregie verkaufte. Die harte Arbeit, die er in Mixtapes steckte, zahlte sich nicht in den Erlösen seiner beiden Studioalben „The Nacirema Dream“ von 2013 und „You Can’t Stop Destiny“ von 2015 aus. Mit den Plätzen 97 und 130 können sie als Misserfolg gewertet werden. 2015 war er an der Seite seiner Ehefrau Remy Ma in der Reality-Doku „Love & Hip Hop: New York“ zu sehen.

 

 

Plies

Zwischen 2007 und 2008 veröffentlichte Plies drei Alben, die allesamt Goldauszeichnungen erhielten. Nach 2010 erschienen nur noch Mixtapes. Eine Albumankündigung für 2015 wurde nie realisiert. 2018 soll es jedoch soweit sein und „Purple Heart“ endlich in die Läden kommen.

 

 

Young Dro

2006 hatte Young Dro mit „Shoulder Lean“ noch vor der Aufnahme in die „XXL Freshman“-Klasse einen Hit, der die Klingeltoncharts anführte. Auch das dazugehörige Album „Best Thang Smokin‘“ überzeugte aus finanzieller Sicht mit Platz 3 in den Charts. An diese Erfolge konnte er nie wieder anknüpfen. Dutzende Mixtapes, unzählige Gastbeiträge und zwei Studioalben, die in den Hitparaden mittelmäßig abschnitten, zeugen von einer Karriere, die nie einschlief, aber den Glanz früher Tage vermissen ließ.

 

2 Trackbacks & Pingbacks

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