Slaughterhouse: Was machen die Rapper der Shady-Supergroup heute?

Es hätte groß werden können: Slaughterhouse!

Einst bildeten Joe Budden, Crooked I, Joell Ortiz und Royce da 5‘9“ die Rap-Supergroup schlechthin. Was treiben die vier ehemaligen Mitglieder von Slaughterhouse heute?

 

Als sich Slaughterhouse 2008 formieren, läuft Rap-Fans das Wasser im Mund zusammen. Joe Budden, Crooked I, Joell Ortiz und Royce da 5‘9“ in einer gemeinsamen Gruppe verspricht nicht weniger als musikalische Großtaten. Doch was mit einer Kollaboration auf Joe Buddens Album „Halfway House“ vielversprechend beginnt, ist von ständigen Label-Querelen geprägt und endet in einer fertigen, aber nie veröffentlichten dritten Platte.

 

2009 erscheint das Debütalbum „Slaughterhouse“ über E1 Music, erreicht einen beachtlichen Platz 25 in den Charts und verkauft sich bis heute rund 74.000 Mal. Ein Achtungserfolg, durch den andere Labels auf das Quartett aufmerksam werden. Auch Eminems Shady Records möchte die vier Rapper unter Vertrag nehmen, was E1 jedoch blockiert. Slaughterhouse reagieren mit Songs und Features, die Nähe zu Eminems Camp signalisieren.

 

Was sich ein Label mit Major-Rücken in den Kopf setzt, geht meistens in Erfüllung. 2012 veröffentlichen Slaughterhouse ihr zweites Album „Welcome to: Our House“ dann doch über Shady Records. Mit Erfolg: Platz 2 in den Charts und 200.000 verkaufte Einheiten motivieren Band und Label. Die vier Mitglieder stellen Soloprojekte hinten an und konzentrieren sich auf eine dritte Langspielplatte. Doch „Glass House“ erscheint nie.

 

Seitdem spekulieren Fans, Presse und auch die Beteiligten, woran es lag. Zu starker kreativer Einfluss von Eminem, unfaire Bezahlung, ungleiche Aufgabenverteilung innerhalb der Gruppe – einen Schuldigen zu suchen, bringt niemanden mehr weiter. Was allen bereits klar war, macht Royce da 5‘9“ im April 2018 trotzdem noch einmal offiziell: Slaughterhouse existiert nicht mehr.

 

 

Was wurde aus den Mitgliedern von Slaughterhouse?

 

Joe Budden

„Ruhestand & Podcasts“

Joe Budden brachte Slaughterhouse zusammen, rappt heute aber selbst nicht mehr. Noch während er 2016 mit „Rage & The Machine“ sein achtes und letztes Studioalbum veröffentlichte, startete er einen Podcast. 2017 entwickelte er die Talkshow „Everyday Struggle“ für Complex. „Everyday Struggle“ ist mittlerweile Geschichte, doch „The Joe Budden Podcast“ ein so großer Erfolg, dass dieser exklusiv bei Spotify läuft. 2018 folgte eine Partnerschaft mit Sean Combs‘ Medienunternehmen REVOLT, für das Budden die Talkshow „State of the Culture“ produziert.

 

 

Crooked I

„Neuer Name, alter Struggle“

Die Erfolge, die Crooked I mit Slaughterhouse feierte, erreichte er als Solokünstler nie. Keines seiner vier Alben ergatterte eine Platzierung in den Billboard Charts. Müde vom Rap-Zirkus wird KXNG Crooked – wie er sich inzwischen nennt – trotzdem nicht. Ende 2017 erschien das von der Fachpresse hochgelobte „Good vs. Evil II: The Red Empire“. Zuletzt war er auf Chris Webbys Single „Age of Empires“ zu hören.

 

 

Royce da 5’9”

„Das beste Album der Karriere“

Als Eminems BFF genoss Royce da 5’9” einen Sonderstatus bei Shady Records. Gemeinsam veröffentlichten sie 2011 als Bad Meets Evil die EP „Hell: The Sequel“. Die Zusammenarbeit ging auch nach dem Ende von Slaughterhouse weiter. Zuletzt teilte Eminem auf Royce‘ Single „Caterpillar“ gegen Rap von heute aus. Das dazugehörige Album „Book of Ryan“ lobten viele Kritiker als das Beste in Royce da 5‘9“s Karriere. Mit einem Platz 24 in den Billboard Charts bewegte sich der Detroiter in den selben Erfolgssphären wie bei den Vorgängern „Layers“ von 2016 (Platz 22) und „Success Is Certain“ von 2011 (Platz 25).

 

 

Joell Ortiz:

„Platz 180 ist drin“

Auch wenn er – ähnlich wie Crooked I – nicht mehr mit Slaughterhouse-Erfolgen belohnt wird, hält Joell Ortiz weiter an seiner Rap-Karriere fest. Ende Oktober erschien ein gemeinsames Projekt mit Produzent Apollo Brown, das den Namen „Mona Lisa“ trägt. Sein letztes Soloalbum „That’s Hip Hop“ stieg 2016 auf Platz 180 der Billboard Charts ein.

 

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