Von Charlie bis Marissa: Wenn beliebte Figuren sterben müssen

Er ging und es ging bergab: Charlie Harper aus „Two and a Half Men“

Ob Charlie Harper, Wesley Crusher oder Donna Gable – sie alle wurden aus ihren Serien herausgeschrieben. Doch Fans haben die Macht, Tote zum Leben zu erwecken.

 

Kaum eine Serie geht verschwenderischer mit ihren Darstellern um als „Game of Thrones“. Spätestens mit dem Tod von Ned Stark noch während der ersten Staffel, mussten Seriengucker mit ihren üblichen Sehgewohnheiten brechen. Bei „Game of Thrones“ können vermeintlich wichtige Figuren jederzeit sterben. Auf Neds Tod folgten noch viele weitere Charaktere, die im Laufe der bisher sieben Staffeln vom Sensenmann abgeholt wurden. George R. R. Martins Fantasy-Saga nimmt das Streichen von beliebten Figuren niemand mehr übel. Eine Welle der Entrüstung geht hingegen durch das Fan-Lager, wenn – wie im aktuellen Falle bei Kevin James‘ Sitcom „Kevin Can Wait“ – eine Figur auf respektlose Art und Weise durch eine andere ersetzt werden soll.

 

Erinn Hayes, die James‘ Serienehefrau Donna Gable spielt, hatte schlichtweg Pech. Ihr kam Kevin James‘ „King of Queens“-Ehefrau Leah Remini in die Quere. Um „Kevin Can Wait“ interessanter zu gestalten, wird die neue, einfach durch die alte Ehefrau ersetzt – ein Serientod von Hayes‘ Figur inklusive. Die Macher wollen so schnell wie möglich einen Zustand herstellen, der den Fans – ihrer Meinung nach – besser gefällt. Ob das Konzept aufgeht, wird sich zeigen, wenn die zweite Staffel am 25. September startet. Ein weiteres aktuelles Beispiel ist das Streichen von Mutt Williams aus „Indiana Jones 5“. Mutt, der im vierten Teil von Shia LeBeouf gemimt wurde, machte für viele Fans das unnachahmliche Indy-Gefühl zunichte. Hier könnte der Plan aufgehen.

 

Fox Mulder verließ „Akte X“ nach Staffel 7

Zu unbequem, zu clever, zu nervig

 

Figuren aus einer TV-Serie oder Filmreihe zu schreiben, ist ein Tanz auf Messerschneide. Ein so radikaler Schritt kann Aufmerksamkeit erzeugen, hinter den Kulissen für Ruhe sorgen oder Geschichten, die ins Leere laufen, frischen Wind einhauchen. Charlie Sheen wurde aus „Two and a Half Men“ entfernt, da er mit Serienschöpfer Chuck Lorre aneinandergeriet. Wesley Crusher wurde auf Drängen der Fans aus „Star Trek: The Next Generation“ gestrichen, da ein Jugendlicher, der cleverer als die komplette Besatzung des Föderations-Flaggschiffs ist, nicht funktionieren kann. Und Jar Jar Binks bekam nach seinem nervigen Auftritt in „Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung“ weniger Leinwandzeit und ist heute nur noch eine Randnotiz des Star-Wars-Universums.

 

Doch nicht nur Charlie Sheens Rückzug hat es gezeigt: Einen Charakter zu entfernen, kann einer TV-Serie das Genick brechen. „O.C. California“ hielt nach dem Tod von Marissa Cooper nicht mehr lange durch, „Akte X“ verlor nach dem Ausscheiden von Fox Mulder deutlich an Relevanz und nachdem Curtis als letzter Ursprungsdarsteller die britische Serie „Misfits“ verließ, sprangen Anhänger der ersten Stunde ebenfalls ab. Unter dem Jubel der Fans wurde dagegen Isaac Hayes bei „South Park“ rausgeschmissen. Der Soulmusiker geriet aufgrund von Meinungsverschiedenheiten rund um seine Scientology-Angehörigkeit mit den Machern in Streit. Diese reagierten per Arschtritt: Die von ihm synchronisierte Figur Chefkoch fiel von einer Brücke, wurde von einem Ast aufgespießt und von Berglöwen und Grizzlybären gefressen.

 

für die Serie stand Coulson von den Toten auf

Keine einseitige Willenserklärung

 

Doch es geht auch anders. Manche Figuren waren so beliebt, dass sie zurückgebracht wurden, bevor es zu spät war. Zuschauerliebling Agent Coulson, der im Superhelden-Blockbuster „Avengers“ das Zeitliche segnete, kehrte trotz Kevin Feiges Bedenken in der Marvel-Serie „Agents of SHIELD“ zurück. Der grüne Power Ranger Tommy legte nach seinem Ausscheiden eine überraschende Rückkehr als weißer Ranger hin. Tommy-Darsteller Jason David Frank war zu beliebt und ersetzte kurzfristig den bereits gecasteten Brad Hawkins. „Buffy“-Charakter Spike sollte nach seiner fünften Episode abdanken. Da er aber bei den Zuschauern so gut ankam, entschieden sich die Verantwortlichen ebenfalls gegen ein Streichen der Figur.

 

„Now I don’t want to watch ‘Jane the virgin’ anymore”, echauffierte sich eine glühende “Jane the Virgin”-Anhängerin, nachdem sich die Serienmacher dazu entschieden hatten, die Hauptfigur Michael hops gehen zu lassen. Geschockt reagierten Fans der britischen Krimiserie „Line of Duty“, als sie vor einigen Monaten mit ansehen mussten, wie die Hauptfigur Steve Arnott in der vierten Staffel umgebracht wurde. „NOT STEVE“, schrie ein Zuschauer seine Twitter-Followerschaft empört an. Doch zum Glück ist das Popku¬lturleben kein Zitat von Reinhard Fondermann: „Ein Abschied trifft Dich immer wie eine Kündigung – die einseitige Willenserklärung eines anderen.“ Der Zuschauer ist der König und wenn diesem etwas nicht passt, kann er seine Stimme geltend machen. Egal, ob Petition oder Ausschalten!

 

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