KUNAI: Ein Metroidvania mit Ninja-Gadgets und niedlicher Optik

VÖ: 6. Februar 2020 // für Nintendo Switch & PC

kunai

KUNAI bereichert das Metroidvania-Genre // Foto: TurtleBlaze

Damit ein Metroidvania aus der Masse heraussticht, müssen sich die Entwickler_innen einiges einfallen lassen. „KUNAI“ gelingt der Spagat zwischen etablierten Gameplay-Mechaniken und frischen Ideen.

 

Die Geschichte von „KUNAI“ ist bizarr: Das Tablet Tabby schließt sich dem Widerstand an, um die menschen-killende KI Lemonkus zu stoppen. So weit, so „Terminator„. In „KUNAI“ nimmt die Roboter-Apokalypse jedoch gerade zu niedliche Züge an. Hauptfigur Tabby begeistert durch eine putzige Optik, die im ersten Moment über seine tödlichen Ninja-Künste hinwegtäuscht. Das Metroidvania vom noch jungen Entwickler TurtleBlaze richtet sich dennoch an geübte Spieler_innen.

 

Mit zwei Kunais schwingt sich Tabby durch die Levels

 

Um aus der unüberschaubaren Masse der Genre-Vertreter herauszustechen, haben sich die Macher_innen einige Gameplay-Gimmicks einfallen lassen. Die titelgebenden Kunai dienen als Greifhaken, mit denen sich Tabby wie Spider-Man durch die knapp siebenstündige Kampagne schwingt. So überwindet die Figur auch große Mauern in hoher Geschwindigkeit. Die Sprungpassagen sind teilweise knifflig, doch wer die 2D-Levels kennt, entwickelt einen Spielfluss wie in „Super Meat Boy„.

 

Der Blutdruck bleibt unten

 

Mit einem Katana (Schwert) für Nah- und Shuriken (Wurfsterne) für Fernkämpfe werden die schießenden, fliegenden und explodierenden Robotergegner bekämpft. Die Shuriken bieten sich auch für das Umlegen von nicht erreichbaren Schaltern an. Denn wie in Metroidvanias üblich, müssen in „KUNAI“ die Levels erkundet und Türen geöffnet werden. Anders als bei vielen Konkurrenztiteln nervt „KUNAI“ nur selten durch stundenlanges Suchen nach dem richtigen Weg. Zudem halten fair gesetzte Speicherpunkte beim Ableben den Blutdruck unten.

 

Tabby kämpft gegen den Müllsammler

 

Besiegte Gegner und gefundene Schatztruhen bringen Münzen, die wiederum in Upgrades für Tabby investiert werden können. In der Spielwelt findet das kampfwütige Tablet Kostüme sowie Waffen und Fähigkeiten wie Doppelsprünge. Die ständige Weiterentwicklung der Figur sorgt für Langzeitmotivation. Auch der ausproduzierte Soundtrack, der dennoch 16-Bit-Charme versprüht, bleibt stets kurzweilig. Das blendet die wenig beeindruckenden und sich ständig wiederholenden Soundeffekte aus.

 

„KUNAI“ verschenkt viel durch fade Grafik

 

Optisch punktet das Spiel zwar durch drollige Designs, verschenkt aber viel durch den einheitlichen Naturfarben-Look. Ob in einer Fabrik oder in einem Wald – kaum ein Levelabschnitt hebt sich von einem anderen ab. In den Comic-Zwischensequenzen sieht es ähnlich aus. Dafür überzeugt die Hauptperson. Tabbys Animationen wirken durchdacht. Bei normalen Bewegungen schaut er freundlich, greift er zu seinem Schwert, wird der Gesichtsausdruck deutlich aggressiver. Schlägt er mehr als zweimal zu, bildet sich um ihn herum eine Staubwolke.

 

Auch in großen Levelabschnitten behält Tabby die Übersicht

 

Wirklich neu ist nichts an „KUNAI“. Dennoch bewirbt sich die Geschichte um das Ninja-Tablet als Geheimtipp für Fans des Metroidvania-Genres. TurtleBlaze haben ein bewährtes Spielprinzip durch unverbrauchte Features ergänzt. Der launige Spielfluss bleibt trotz der faden Grafik ungetrübt.

 

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.




Facebook
Instagram
Twitter
YouTube