Review: V.A. – RAPplus #5

Artikulabor Records haben mit „RAPplus #5“ ein neues Sampler-Projekt am Start. Und das sich das Berliner Label viel von diesem Sampler erhofft, kann schon auf der Rückseite der Hülle nachgelesen werden: „RAPplus ist anders. RAPplus ist neu. RAPplus ist das Beste der Deutschen Rap-Szene!“

 

Nun ist ein Underground-Sampler mit deutschsprachigen Beitragen erst einmal nichts Neues, aber wenn der Inhalt stimmt, stören solch großspurige Ankündigungen ja nicht. Doch was hat der Sampler wirklich zu bieten? Ganz einfach: 19 exklusive Tracks, die ausschließlich auf diesem Sampler erscheinen, das Who Is Who des deutschen Underground-Raps und eine bunte Stilmischung.

 

So erklären uns Gin & Mic Wrecka gleich zu Beginn „Das ist Rap+“, Dra-Q & Jamie White wollen beweisen, dass sie „Das Plus am Rap“ sind, Jago geht gekonnt mit „Freaks & Pros“ um, Extra-Ordinär gibt sich zusammen mit Separate einen „Feierabend“ voller Wortspiele, P. R. Kantate flucht in „Amt ab!“ über Deutschlands Bürokratie und Charnell präsentiert in „Ihr wollt’s nich RMX“ seinen sehr eigenen Style.

 

Daneben kommen auch so bekannte Namen wie Hecklah&Coch, Rebel One, Scu und Saddam Syed mit eigenen Beiträgen zu Wort. Insgesamt eine bunte Mischung aus viel Battle-Rap, ein wenig Storytelling, dem ein oder anderen Dancehall-Track und Sozialkritik. Selbstverständlich hat dieser Sampler die gleichen Probleme, die auch andere Sampler haben. So schafft es nicht jeder Track zu hundert Prozent zu überzeugen. Die positiven Punkte überwiegen aber letztendlich.

 

Mit dem Erwerb der CD erhält der Käufer einen zusätzlichen Code fürs Internet. Damit können auf www.rapplus.de weitere Lieder heruntergeladen und eine Freikarte für ein RAPplus-Konzert abgestaubt werden. Ein netter Bonus, der den Druckfehler auf der Rückseite der Hülle vergessen lässt (Saddam Syed wurde dort mit P. R. Kantate verwechselt).

 

Wer einen Überblick über Deutschlands Underground-Szene erhalten will, kann mit ruhigem Gewissen zwölf Euro für „RAPplus #5“ ausgeben. Ist zwar nicht durchweg „das Beste der Deutschen Rap-Szene“, es kommt aber sehr nah dran.

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