Review: Die Firma – Krieg und Frieden

Wie aus dem Nichts ist die Firma zurück, um deutschsprachigen Hip-Hop in eine anständige Richtung zu lenken. Das würden sich sicherlich viele wünschen. Doch kann die Firma mit ihrem vierten Album „Krieg und Frieden“ eine Platte – wie in der Presseinfo beschrieben – von epischem Ausmaß erschaffen?

 

Die 22 Tracks wirken beim ersten Hördurchgang ansprechend und ausgereift. Die Soundteppiche, die durchgehend aus Fader Gladiators Drum-Computer stammen, sind detailliert und fast schon theatralisch. Mit simpel gehaltenen Produktionen ist hier nicht zu rechnen. Inhaltlich versuchen Tatwaffe und Def Benski die Instrumentals entsprechend zu verwerten. Leider ist Tatwaffe seinem Kollegen überlegen, was Def Benski nicht sonderlich gut aussehen lässt. Aber keine Angst, denn zu dramatisch sind die Klassenunterschiede der beiden MCs auch nicht.

 

Auf der ersten Single „Spiel des Lebens“ geben die Rapper Mut machende Zeilen von sich und werden dabei von einem Kinderchor unterstützt. In „Geliebter Feind“ erzeugen Tatwaffen und Def Besnki gemeinsam mit Moses Pelham eine atemberaubende Battle-Atmosphäre. „Urlaub von mir selbst“ regt den Zuhörer zum chillen und abschalten an. Vielfalt und Abwechslung wird auf „Krieg und Frieden“ großgeschrieben. Die Firma hat versucht, das Leben mit all seinen Facetten zu beschreiben. Die Themenauswahl reicht von politischem bis hin zu spaßigen Inhalten.

 

Dennoch kratzen Def Benski und Tatwaffe zu häufig an der Oberfläche. Ebenfalls sauer stößt das Remake von „Die Eine“ auf. Und obwohl es Geschmackssache ist, empfanden viele Hörer schon das Original als zu kitschig und pathetisch. „Krieg und Frieden“ ist trotzdem ein sehr gutes Album geworden. Firma-Fans bekommen, was sie wollen.

 

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