Review: Big Derill Mack – The Hardest Is Back!

Der ehemalige Flying-Steps-Breaker Big Derill Mack geht seiner zweiten Profession nach. Das Berliner Label Royal Bunker gibt dem MOR-Gründungsmitglied hierfür die Plattform und veröffentlicht sein Album „The Hardest Is Back!“ im Street-Edition-Format.

 

Der Unterschied zwischen einer Street-CD und einer ganz normalen CD ist relativ schnell erklärt: Statt einer aufwendig designten Hülle mit Booklet, erhält der Käufer ein Slim-Pack ohne Begleitheft. Werbemaßnahmen oder sonstige Spielereien fallen ebenfalls weg. Das senkt die Kosten der Platte, was sich letztendlich auch auf den Verkaufspreis auswirkt. Im Pressetext wird dieses neue Konzept als Kampf für Gerechtigkeit, gegen überteuerte Alben und gegen Hartz 4 tituliert.

 

Weshalb wird aber gerade Big Derill Mack die Ehre zuteil, dieses neue Konzept bei Royal Bunker einzuleiten? Denkt sich Marcus Staiger vielleicht, dass eine teure Albumproduktion bei dem rappenden Breaker nicht funktionieren könnte? Ahnt er, dass Big D. nicht der beste Rapper ist, den Deutschland je gesehen hat? Denn „The Hardest Is Back“ ist nicht mehr als eine plumpe Aneinanderreihung von Rap-Klischees, Gangster-Getue und Anglizismen. Wer braucht heutzutage noch einen Rapper, der derartige Zeilen von sich gibt: „Ich geb den Gangsta-Step, rauche Gangsta-Crack, Big D. ich bin down mit dem Gangsta-Rap!“

 

Big Derill Mack kann rappen, doch wer kann das heutzutage nicht? Wo bleiben die Zeilen, die einen vom Hocker hauen? Lines, über die man nachdenken muss, Lines, die spektakulär gereimt sind, Lines, die durch intelligente Wortspiele beeindrucken? Auf „The Hardest Is Back!“ werden stattdessen flache Floskel rausgehauen: „Du willst Beef, ich zerficke dich Freak / was fällt dir ein, ich bin Big Derill der Chief“ oder „Ein Vers und das war‘s mit euch dämlichen Halunken / ich bin zugekifft und natürlich voll betrunken“.

 

Viel muss nicht mehr zu diesem „Meilenstein“ der deutschen Rap-Geschichte gesagt werden. Big Derill Mack beschreibt den Sinn seiner Musik in dem Track „Kopf & Arsch“ selbst am besten: „Ich stick die Bitches und kiff mich durch die Tage / ich fick das Business, habt ihr was anderes erwartet?“ Nein haben wir nicht. Und genau das ist ja auch das traurige an Rappern wie Big Derill Mack.

 

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.




Facebook
Instagram
Twitter
YouTube