Review: Hecklah & Coch – Über alles in der Welt

Vor einigen Wochen hatten wir bereits die Ehre, die Hecklah-&-Coch-Maxi „Über alles in der Welt/Ihr hated nur RMX“ rezensieren zu dürfen. Nun liegt uns das dazugehörige Hecklah-&-Coch-Album „Über alles in der Welt“ liegt vor.

 

Die Ohren auf ein aggressives Hörspektakel mit vielen Schüssen einstellen und rein damit in den CD-Player. Und die Vorbereitung war auch gut so, denn nach dem unterhaltsamen Intro, geht es mit der Singleauskopplung „Über alles in der Welt“ weiter. Dass dieses Lied nach vorne geht, haben wir an anderer Stelle bereits erwähnt. Ähnlich positiv wie bei diesem Track läuft es aber auch mit vielen anderen Liedern auf dieser Platte. So zum Beispiel in „Champions“, das BK & Jas featuret, oder „Alle gehen ab“, das mit einem clubtauglichen Beat und einer passend „gerappten“ Hook aufwarten kann. Sicher, der Style von Hecklah & Coch ist eine absolute Geschmackssache. Nicht jeder steht auf Zeilen wie „Ich rappe nicht aus Liebe, sondern für Bitches und Cash“ oder „die alte Schule ist vorbei / wir sind New Jacks aus dem Block und crashen alles in zwei“.

 

Doch „Über alles in der Welt“ setzt nicht nur auf die harte Gangart. Tracks wie „Ein Weg raus hier“ oder „Ich liebe den Scheiss“ zeugen Offenheit. Gerade erster Song ermöglicht es dem Zuhörer, mehr über die beiden Rapper zu erfahren: „Meine Eltern haben sich getrennt, vielleicht wegen mir / wegen mir stand auch die Polizei ab und zu vor der Tür“. Gut an diesem Lied ist, dass hier nicht mit Allgemeinplätzen um sich geschmissen wird, sondern kleine Schlüsselerlebnisse aus der Kindheit beschrieben werden. Aber auch das Musikalische kann sich hören lassen. Das von Rhymez produzierte „Boom“, das ein gepitchtes Vocal-Sample verwendet, verleiht den Raps von Hecklah & Coch Tiefe. Die restlichen Beats auf der Platte stammen vom H&C-Stammproduzenten P-Dog, T-Bee, Defzem, Alphabeatz, DJ Loody, Quickmix und Kickneck.

 

Als Bonus zum eigentlichen Album gibt es eine Bonus-CD. Auf diesem Tonträger befinden sich vier weitere Tracks, für die auch Unterstützung von Sido eingeholt wurde. Dieser Zusatz ist nichts Atemberaubendes, macht die an sich kurze Spielzeit des Albums von 41 Minuten aber wieder wett. Zum Schluss lässt sich sagen, dass Hecklah & Coch ihre Art von Hip-Hop, wirklich gut beherrschen. Nicht alle werden Freude mit der Platte haben, aber viele werden die 13 hymnenartigen Tracks hören und mit aufgempumpten Selbstbewusstsein durch die Straßen laufen.

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