Jack Orsen – Note 1+

VÖ: 3. Mai 2004 // Label: Royal Bunker

jack orsonDer erste Eindruck von Jack Orsens „Note 1+“ ist durchwachsen. Seit Aggro Berlin sind Gangsta-Tales in Deutschland normal. Dadurch weiß die Hörerschaft aber auch, wie Gangsta-Rap in gut sein kann. Blöd für Jack Orsen.

 

Jack Orsen entwickelte sich vom Rap-Roboter zum Gangsta. Dass ihm das gut gelungen ist, kann bezweifelt werden. In Tracks wie „Gangsta leben“, „Meine Gegend“, „Getto Boys“ oder „Gangsta“ wird das Gimmick so klischeehaft ausgelutscht, dass es nicht mal mehr witzig ist. Sätze wie „du kannst mich zwar aus dem Ghetto holen, aber das Ghetto nicht raus aus mir kriegen“ oder „ich bin ein Gangster denn ich puste jeden weg, nenn’ mich von heute an Gangsta Jack“ sind weder witzig noch originell.

 

Leider bleibt Jack Orsen mit ein paar Ausnahmen auf diesem Niveau. Auch sein Flow ist nicht konkurrenzfähig mit den Big Names. Mittlerweile rappt der Berliner zwar auf dem Takt, aber das tut er nicht flüssig. Das MOR-Mitglied presst sich ungelenk über den Beat, versucht unangenehm lässig mit der Stimme zu spielen und betont Silben wie ein 14-Jähriger, der seinen ersten Text geschrieben hat.

 

Doch was ist gut auf „Note 1+“? Die Produzenten Big Bennay, Ronald Mack Donald, Kingsize, Jaysus, Illo und Derezon leisten guten Arbeit. Wie auch schon auf dem kürzlich erschienenen Royal-Bunker-Sampler klingen die Instrumentals modern. Auf fast jedem Track befindet sich neben Jack Orsen noch ein weiterer Rapper. Das macht das Album erträglich. Besonders interessant sind dabei Olli Banjo und Jonesmann auf „Wir“.

 

Zusätzlich befindet sich auf dem Album ein Kurzfilm namens „GettoBoys“. Auf sieben Minuten wird hier ein Verbrechen geplant, ausgeführt und am Ende – Achtung Spoiler – sterben alle. Kein schauspielerisches Wunderwerk, als Extra jedoch völlig okay. Den Gesamteindruck kann das aber nicht beeinflussen. “Note 1+” klingt handwerklich zu schlampig. Da wäre Jack Orsen mal lieber der Rap-Roboter geblieben.

 

Der Kurzfilm von Jack Orsen: “GettoBoys”

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