Kurz & knapp #1: Far Cry 4, WWE 2K15, Gone Girl, Kool Savas, Deadpool…

So viele spannende Neuerscheinungen und so wenig Zeit, diese ausführlich zu behandeln. Im neuen Format “Kurz & knapp” bringe ich es daher in Kurzreviews auf den Punkt. Diesmal mit dabei: Call Of Duty, Far Cry 4, WWE 2K15, Gone Girl, The Equalizer, Who Am I, Kool Savas, Haftbefehl, Eminem, Owls By Nature, HipHop Family Tree und Deadpool.

 

Call Of Duty: Advanced Warfare

In Sachen Videospieleneuerscheinungen gibt sich der November jedes Jahr große Mühe. Und auch 2014 haben die Gamer genügend Gründe, auf ihre Bildschirme zu starren wie Alexander DeLarge in seinen Therapiesitzungen. Mit Call of Duty: Advanced Warfare steht das jährliche Update der Ballerspielreihe auf dem Programm. Wobei der Begriff Update dieses Jahr tatsächlich etwas unfair wäre. Sledgehammer Games haben sich ordentlich ins Zeug gelegt, möglicherweise bei der Konkurrenz von Respawn und Bungie gespickelt, und einen Shooter mit hochmodernen Exo-Skelett-Anzügen gebastelt. Der Multiplayer spielt sich durch die höhere Geschwindigkeit und Agilität frischer denn je und kann darüber hinaus dauerhaft mit motivationsstiftenden Belohnungen überzeugen. Die Story ist solide bis gut und punktet mit einem Kevin Spacey, der erfreulicherweise nicht nur Rand-, sondern Hauptfigur ist. Diese Saison kann man „Call Of Duty“ wieder ruhigen Gewissens mitnehmen.

 

Far Cry 4

Wer sich im Multiplayer-Modus nicht von 12-jährigen Ami-Kids als „fucking Nazi“ beschimpfen lassen, auf den Einsatz von Maschinengewehren und Schrotflinten aber nicht verzichten möchte, sollte zu Far Cry 4 greifen – auch wenn sich meine Enttäuschung nach den ersten Spielstunden nicht verleugnen lässt. Super Grafik, ja, aber alles in allem fühlt sich das Spiel lediglich wie ein „Far Cry 3“ mit etwas mehr Fleisch an. Und die Story fesselt „dank“ fehlendem Identifikationspotenzial à la Jason Brody überhaupt nicht. Ebenfalls enttäuscht bin ich vom ersten Wrestling-Spiel auf den neuen Konsolen. WWE 2K15 will nicht so richtig bocken und würde, wäre ich nicht auch fernab vom Gaming am Catchen interessiert, wahrscheinlich wieder sehr schnell aus meiner PlayStation 4 verschwinden. Dynamik weicht schwerfälligem Realismus und das anstrengende Timen von Konteraktionen macht mich teilweise wahnsinniger, als es Dean Ambrose je sein könnte. Darüber hinaus schwankt die Grafik enorm. Manche Wrestler sind kaum von ihrer Vorlage aus Fleisch und Blut zu unterscheiden, andere wiederum könnten so auch direkt aus „WWE Raw vs. SmackDown 2006“ stammen.

 

Gone Girl

„Fight Club“-Regisseur David Fincher ist zurück mit einem Kracher: Gone Girl – Das perfekte Opfer. Die Romanverfilmung mit Ben Affleck und Rosamund Pike ist trotz einiger Längen verstörend gut und zeigt, wie aus großer Liebe großer Hass wird. Ach, und Barney Stinson ist in einer Nebenrolle ebenfalls zu sehen. Denzel Washington spielt in The Equalizer – der Neuauflage der gleichnamigen Serie aus den achtziger Jahren – einen ehemaligen CIA-Agenten, der noch einmal ordentlich aufdreht und seinen Mitmenschen im Kampf gegen den eigenen Schweinehund und den einen oder anderen Gangster beisteht. Ultrabrutal und auch ein bisschen rührend. Kann man sich ansehen. Schon etwas älter ist Who Am I – Kein System ist sicher. Ein deutscher Thriller, der angenehm international aussieht. Der Film erzählt von einer Hackergroup, die auf nachvollziehbaren Widerstand von allen Fronten trifft. Trotz einer etwas steifen Antagonistin fetzt der Streifen erstaunlich gut. Und am Ende überrascht der Doppeltwist auch noch ordentlich.

 

Kool Savas „Märtyrer

Musik gab es in den letzten Wochen ebenfalls neue: „Märtyrer“ schimpft sich Kool Savas‘ neustes Solo-Album und so nah war er damit schon lange nicht mehr an dem Sound aus „Bester Tag“-Zeiten dran. Nonstop Battle-Rap verpackt in unzählige Flows, die man in der Gänze erst einmal begreifen muss. Zwar keine Fundgrube für die Punchline des Jahres, aber definitiv ein Höhepunkt für Menschen, die Rap des Raps wegen hören. In eine etwas andere Kerbe haut mit Schlagring bewaffnet Haftbefehl auf seinem Major-Debüt „Russisch Roulette“. Höchst asozial und unterhaltsam packt Haftbefehl den verbalen Ellbogen aus, um sich anschließend erstaunlich ausführlich nachdenklicheren Tönen zu widmen. In der Rolle der rücksichtslosen Dampfwalze macht der Offenbacher jedoch immer noch am meisten Spaß. In der Special Edition gibt es alle Songs übrigens im Remix mit Unterstützung von Kollegen wie KIZ, Samy Deluxe, Marteria oder Eko Fresh.

 

Shady XV

Eminems Label Shady Records, das vor allem in den 2000ern großartige Tonträger von unter anderem 50 Cent, Obie Trice und Yelawolf in die Plattenläden brachte, feierte im November sein 15-jähriges Bestehen. Aus diesem Grund gab es neben dem kostenlosen und grandiosen 2,5-Stunden-Mixtape „Shady Classics“ auch den Jubiläums-Sampler „Shady XV“. Das Doppelalbum beinhaltet auf Scheibe A 12 brandneue Tracks und auf Scheibe B die größten Hits aus dem Hause Shady. Leider rockt die Best-Of-Seite deutlich mehr als der neue Stoff. Oder um es in den Worten von Tyler The Creator zu schreiben: „I love you Marshall, you are my favorite rapper but dude ShadyXV is fucking ASS hahaha why won’t someone who loves him tell him NO.” Aber auch auf HipHop hatte ich nicht immer Lust und habe mir „The Forgotten And The Brave“ von Owls By Nature geholt. Melancholischer, dennoch nie trübsinniger Folk Rock, der klingt, als würden Mumford-&-Sons- und Gaslight-Anthem-Fans Liebe machen.

 

Deadpool: Der Seelenjäger

Bevor ich diesen Beitrag beende, möchte ich noch kurz und knapp über zwei Comics berichten, die ich begeistert gelesen habe: In Deutschland ist endlich HipHop Family Tree von Ed Piskor erschienen. Ein fantastischer Sammelband, in dem der Künstler die Anfänge der HipHop-Kultur in gezeichneten Bildern nacherzählt. Aber natürlich durften auch die Superhelden-Comics nicht fehlen. Wobei Deadpool soweit von einem klassischen Superhelden entfernt ist, wie ich von einem Pulitzer-Preis. In „Der Seelenjäger“ von Gerry Duggan, Brian Posehn, Scott Koblish und Mike Hawthorne legt sich der großmäulige Söldner mit einem besonders fiesen Dämon an. Das obligatorische Brechen der vierten Wand natürlich inklusive.

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