Kurz & knapp #4: Torche, Still Alice, Hotline Miami 2, Battlefield: Hardline…

So viele spannende Neuerscheinungen und so wenig Zeit, diese ausführlich zu behandeln. Im Format “Kurz & knapp” bringe ich es daher in Kurzreviews auf den Punkt. Diesmal mit dabei: Torche, Noel Gallagher, The Jury And The Saints, Prezident, SkyBlew, Still Alice, Resident Evil: Revelations 2, Hotline Miami 2: Wrong Number, Battlefield: Hardline, Olli Olli 2: Welcome To Olliwood, Futures End und Hulk.

 

Noel Gallagher’s High Flying Birds „Chasing Yesterday“

“Restarter” von den Sludge-Metallern Torche erschlägt den Hörer mit einem Sound, der klingt, als würden sich das Ende der Welt und Formatradio zum Picknick treffen. Schwere Klangteppiche, für die wohl drei Lieblingslieder übereinander gelegt wurden. So möchte einem beispielsweise „Loose Man“ erst die Eingeweide herausreißen, um anschließend mit der Hook zu sagen, dass das schon wieder wird. Das kommt dabei heraus, wenn Liebe und Hass Kinder machen. Noel Gallagher kann nicht nur schlechte Laune richtig gut, sondern auch eingängige Popsongs, was er auf seinem neuen Album „Chasing Yesterday“ wieder einmal ohne seinen Bruder dafür aber mit den High Flying Birds unter Beweis stellt. 14 Songs, die mit Unterstützung von Saxophon für die unspektakulär spektakulären Zeiten gemacht wurden. Britpop für diese melancholischen Momente, wenn die Temperaturen das erste Mal im Jahr über die 20-Grad-Marke steigen. Doch in den ersten Frühlingstagen gibt es nicht nur bedrückt schöne, sondern auch die fröhlich wilden Momente. Für genau diese haben The Jury And The Saints ihr selbstbetiteltes Album Nummer 2 in die Läden gestellt. Lauter Hardcore/Punk, der zum mitschreien einlädt. Gangshouts und Ohrwurmhooks inklusive. Sich die Sonne aus dem Arsch scheinen lassen, am nächsten Tag aber trotzdem zur Arbeit müssen – mit dieser Musik geht das ohne Probleme. Der Wuppertaler Prezident legt nach seinem Album „Kunst ist eine besitzergreifende Geliebte“ von 2013 nun mit der „Handfeste EP“ nach. Seine treue Fanbase weiß, was sie an dem Musiker und seinem Whiskeyrap hat: Trockene, düstere Bumtschack-Beats und Texte, die die Lebensfreude mit einem rostigen Spaten erschlagen haben. Acht perfekt schlechtgelaunte Songs (mit Ausnahme des Rausschmeißers), die es auf der Website des Künstlers zum kostenlosen Download gibt. Und zum Abschluss noch ein Geheimtipp für entspannte Sonntagmorgen: „Jazz For Autumn Kismet“ von SkyBlew ist zurückgelehnter Rap auf jazzigen Beats, den man sich ebenfalls kostenlos herunterladen und somit nichts falsch machen kann.

 

Still Alice

Seit Anfang März läuft das auf dem gleichnamigen Roman von Lisa Genova basierende Drama Still Alice in den deutschen Kinos. Die Sprachwissenschaftlerin Dr. Alice Howland stellt mit Anfang 50 fest, dass sie an einer früh einsetzenden Form von Alzheimer leidet. Rasch verschlechtert sich ihr Zustand, was sich in extremer Vergesslich- und Orientierungslosigkeit bis hin zum Verlust der eigenen Persönlichkeit äußert. Dieser Film zeigt völlig unaufgeregt die hässliche Fratze dieser schrecklichen Krankheit und ist dabei in den jeweils richtigen Situation pathetisch, witzig oder anstrengend. Alec Baldwin als Ehemann und Kristen Stewart als Tochter liefern zwar eine überdurchschnittliche Leistung ab, doch allen voran Julianne Moore spielt ihre Rolle so intensiv und glaubwürdig, dass der Oscar für die beste weibliche Hauptdarstellerin mehr als nachvollziehbar ist. Wer einen Film sucht, der mal wieder so richtig berührt ohne sich durch billige Inszenierungen anzubiedern, macht mit „Still Alice“ nichts falsch.

 

Resident Evil: Revelations 2

Videospiele im Episodenformat sind angesagter als Simon-Unge-Bashing, weshalb nun auch ein großes Survival-Horror-Urgestein in diesem Bereich mitmischen möchte. Resident Evil: Revelations 2 erzählt in vier ein- bis zweistündigen downloadbaren Folgen, was Claire Redfield und Moira Burton auf einer von Zombies überfüllten Insel erlebt haben, bevor sie Fanliebling Barry Burton gemeinsam mit dem geheimnisvollen Mädchen Natalya retten wollte. Die vier Spielfiguren mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten bieten angenehme Gameplay-Abwechslung, können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass „Revelations 2“ stellenweise altbacken wirkt. Animationen, Spielmechanik und Bosskämpfe fühlen sich an, als wäre Capcom vor zehn Jahren eingeschlafen. Hotline Miami 2: Wrong Number ist der Nachfolger des 2012 erschienenen Überraschungshits von Dennaton Games und im Vergleich zur Capcom-Konkurrenz gewollt altbacken. Zumindest die GTA1- und 2-typische Vogelperspektive im 16-Bit-Pixellook lässt die 3D-Polygon-Abenteuer, die die High-Tech-Konsolen heutiger Tage über den Äther schicken, völlig vergessen. Gut so, denn sonst würde die ultrabrutale (aber auch durchaus spannende) Unterweltgeschichte, in der sich Hochkriminelle und Geisteskranke gegenseitig abschlachten, nicht nur in Australien auf dem Index landen. Knüppelharter Trial-&-Error, der noch einmal eine Schippe anspruchsvoller ausfällt als im Vorgänger. Nicht nur aus diesem Grund sei der Griff zu Teil 1 vor dem Zocken des Nachfolgers empfohlen, denn auch die Story ergibt ohne das benötigte Hintergrundwissen wenig Sinn.

 

Battlefield: Hardline

Statt in den altbekannten Krieg mit Soldaten und Panzern schmeißt der neuste Serienableger Battlefield Hardline den Spieler in den Drogenkrieg von Miami. Als Polizist Nick Mendoza nimmt man es in der typisch kurzen Kampagne mit Gangs und korrupten Polizisten auf. Wie eine TV-Serie inszeniert macht der Soloteil von „Hardline“ trotz unüberraschend plumper Geschichte ordentlich Laune. Die „Dead Space“-Schöpfer von Visceral haben der Serie tatsächlich einen frischen Anstrich verpassen können. Leider überträgt sich dies nicht auf den Multiplayer-Modus, der wie eine abgespeckte Version von „Battlefield 4“ wirkt. Bevor ich mich dort hineinfuchse, kehre ich lieber wieder zum Vorgänger von 2013 zurück. Nach dem populären ersten Teil ist mit Olli Olli 2: Welcome To Olliwood nun der Nachfolger des 2D-Skateboard-Spiels erschienen. Statt wie in den 3D-Brüdern der Tony-Hawk-Reihe geht’s in „Olli Olli“ eher im Sinne von „Versuch und Irrtum“ auf dem Brett voran. Tricks, Sprünge und Landungen müssen perfekt abgestimmt werden, um erfolgreich durch die dutzenden Levels zu rollen. Das süchtig machende Spielprinzip zwingt einen dazu, es immer wieder zu versuchen, bis die perfekte Punktzahl erreicht wurde.

 

Hulk: Wer erschoss Hulk?

Und zu guter Letzt noch ein paar Worte zu Neuerscheinungen im Bereich der bunten Bilder: Mit Futures End haben DC Comics eine Eventserie gestartet, die in acht Bänden vom drohenden Untergang der Welt erzählt. Der Batman aus der Zukunft reist in die Vergangenheit, um die Unterwerfung der Menschheit durch eine überlegene Intelligenz zu verhindern, stößt jedoch – wie nicht anders zu erwarten – auf jede Menge Widerstand. Neben dem dunklen Ritter gibt es in der bildgewaltigen Reihe auch ein Wiedersehen mit all den anderen großen Helden der Detective Comics. Diese Serie wird laut Autoren „das gesamte DC-Universum aus den Angeln heben“, weshalb ein Blick hinein sicherlich nicht schaden kann. Mit dem ersten Band „Wer erschoss Hulk?“ aus der neuen Hulk-Serie haben Autor Mark Waid und Zeichner Mark Bagley eine spannende Verschwörungsgeschichte rund um ein Attentat auf Dr. Bruce Banner gestrickt. Banner verliert nicht nur seinen genialen Verstand, auch sein grünes Alter-Ego ist nicht ganz so unverwundbar, wie man es möglicherweise von ihm gewohnt ist. Eine spannende Story, in der auch die Avengers ihre Seiten zum Scheinen abbekommen haben.

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