Halbzeit 2019 – Die bisher besten Alben

Lafawndah hat die Hörer_innen begeistert – wo taucht sie in unserer Top 20 auf?

Zeit für einen Zwischenstand – das ist unsere Top 20 der bisher besten Alben des Jahres.

 

Future, Dendemann, Spidergawd, Ariana Grande und Fidlar – die Liste mit potenziellen Album-Highlights ist lang. Obwohl die 365 Tage noch nicht einmal voll sind, fällt eine Auswahl der 20 besten Platten bereits schwer. Pünktlich zur Urlaubszeit blicken wir trotzdem auf das letzte halbe Jahr zurück und küren unsere musikalischen Höhepunkte.

 

Platz 20: Hozier „Wasteland, Baby!“

Gospel trifft auf Rock trifft auf einen guten Menschen. Hozier verbindet auf „Wasteland, Baby!“ seine künstlerischen Stärken mit seinem Interesse an der Welt. Dafür haben sich die fünf Jahre Wartezeit gelohnt. Popmusik wie sie zu sein hat.

 

Platz 19: Wicca Phase Springs Eternal „Suffer On“

Der aus Pennsylvania stammende Musiker erzählt auf „Suffer On“ von den dunklen Phasen seines Lebens. Und auch wenn Themen wie Depressionen und Sucht anstrengend klingen, geht der emotionale Rap dank sphärischer Soundflächen und Wiccas Händchen für Melodien ins Ohr. Zur Review

 

Platz 18: Lafawndah „Ancestor Boy“

Ein Album, das irgendwo zwischen Björk und R’n’B eine eigene Identität gefunden hat. Verschachtelt und zugänglich zugleich legt sich die Wahl-New-Yorkerin weder auf Sprache noch Stimmung fest. Die Musikerin presst in jede Zeile, in jeden Takt Emotionen. Zur Review

 

Platz 17: Steve Lacy „Apollo XXI“

Ob eingängige Soul-Pop-Stücke wie „Hate CD“ und „Love 2 Fast“, instrumentale Verschnaufpausen wie „Amandla’s Interlude“ oder Epen in mehreren Akten wie „Like Me“ – der Gitarrist von The Internet pfeift auf Konventionen. Das macht „Apollo XXI“ zu einem so abwechslungsreichen wie patenten Stück Musik. Zur Review

 

Platz 16: Dave „Psychodrama“

Daves Debüt „Psychodrama“ überzeugt durch einen inhaltlich und musikalisch ausgereiften Ansatz. Der Rapper erzählt nachvollziehbare und ergreifende Geschichten über seine Jugend und Heimatstadt London. Für das Genre untypische Songstrukturen sprengen die Sieben- und sogar Elfminutenmarke. Zur Review

 

Platz 15: Cage The Elephant „Social Cues“

Ein Album, das – so gemein es klingt – vom Trennungsschmerz des Sängers profitiert. Cage The Elephant setzen musikalisch auf alte Stärken, öffnen sich dennoch für neue Elemente. Das tut dem Sound unglaublich gut.

 

Platz 14: Say Anything „Oliver Appropriate“

Max Bemis hat sich eine Auszeit von seiner Arbeit als Marvel-Autor gegönnt und zusammen mit Say Anything ein neues Album aufgenommen. „Oliver Appropriate“ setzt dort an, wo „I Don’t Think It Is” von 2016 endet: Musik zwischen Pop-Punk und Emo über die Komplikationen des Lebens. Zur Review

 

Platz 13: The Black Keys „Let’s Rock“

„Let’s Rock“ verkünstelt sich nicht, sondern bietet breitbeinigen Gitarrenrock aus der ersten Liga. Dass das Duo einfach nur die Sau rauslassen will, zeigt schon das makabere Cover, dass sich auf Tennessees erste Hinrichtung seit Jahren bezieht.

 

Platz 12: Denzel Curry „ZUU“

Denzel Curry hält es für Miami unten. Sein viertes Studioalbum „ZUU“ ist eine Konzeptplatte, die in teils cleveren, teils klischeebeladenen Zeilen das Bild einer faszinierenden Stadt nachzeichnet. Zwischen Party-Tourismus und „Scarface“-Romantik liegt viel mehr. Curry spricht es auf Beats an, die so funky wie hart klingen. Zur Review

 

Platz 11: The Get Up Kids „Problems“

Acht Jahre nach ihrem letzten Album legen The Get Up Kids nach. „Problems“ klingt trotzdem wie ein nahtloser Anschluss. Hymnische Refrains, Matt Pryors charismatische Stimme und eingängige Melodien zeichnen den Emo-Rock des Quintetts nach wie vor aus. Zur Review

 

Platz 10: Martha „Love Keeps Kicking“

Liebenswerter als auf Marthas „Love Keeps Kicking“ kann Pop-Punk kaum sein. Die elf Stücke geben die Gewissheit, dass wir das Leben trotz aller Hindernisse meistern werden. Mit Country-Elementen und Gitarren, die sich auch im Indie-Rock wohlfühlen, singen J.C. Cairns und Daniel Ellis bis es nicht mehr schmerzt. Zur Review

 

Platz 9: Spielbergs „This Is Not The End“

Über mangelnden Hype können sich die Spielbergs aus Oslo nicht beschweren. Ihr Debütalbum „This Is Not The End“ löst die Vorschusslorbeeren ein. Auf den zwölf Stücken pendelt ihr zugänglicher Indie-Rock zwischen Simplizität und Komplexität. Zur Review

 

Platz 8: Pkew Pkew Pkew „Optimal Lifestyles“

Auf Pkew Pkew Pkews Debüt von 2016 soff sich das Punkrock-Quartett den Bandalltag noch schön. Der Nachfolger „Optimal Lifestyles“ geht ins Detail und ergründet, weshalb die Kanadier sind wie sie sind. Schonungslos ehrliche Texte treffen auf eingängige Melodien. Zur Review

 

Platz 7: Little Simz „GREY Area“

Dass weibliche Rapper keinen männlichen Habitus einnehmen müssen, um stark zu wirken, beweist Little Simz. Auf ihrem dritten Album „GREY Area“ kotzt sich die Britin über Sexismus, Rassismus und all die anderen schrecklichen Ismen aus. Zur Review

 

Platz 6: La Dispute „Panorama“

Dass La Dispute fünf Jahre nach „Rooms Of The House” noch einmal nachlegen, hätten wohl die optimistischsten Fans nicht erwartet. Inspiriert von einer Straße, auf der er täglich fuhr, singt beziehungsweise schreit Frontmann Jordan Dreyer über Liebe, Tod und Verzweiflung. Zur Review

 

Platz 5: Juice WRLD „Death Race For Love“

Juice WRLD ist kein Fan der Welt. Deutlich wird das auch auf seinem zweiten Studioalbum. Er singt über Misogynie, spielt – wie auf „Empty“ – immer wieder mit Selbstmordreferenzen. Die Stimme des 20-Jährigen presst sich entsprechend schmerzerfüllt über die Beats. Zur Review

 

Platz 4: Tua „Tua“

Die zwölf Stücke auf „Tua“ zeichnen ein so verstörendes wie faszinierendes Bild von einem Menschen, dessen Leben von Gewalt und engen Beziehungen geprägt ist. Musikalisch löst er sich von starren Hip-Hop-Regeln: Straighter Rap trifft auf Gesäusel mit dem Stimmverzerrer – Strophe-Refrain-Strukturen rücken dabei völlig in den Hintergrund. Zur Review

 

Platz 3: Van Holzen „Regen“

Auf ihrem zweiten Album „Regen“ spielen Van Holzen zwar mehr Melodien, entfernen sich aber nicht von schweren Gitarren und bedeutungsschwangeren Texten. „Ich und meine Freunde haben Angst / Weil jeder von uns alles haben kann / Ich glaube nicht daran“, heißt es in „Alle meine Freunde“ und klingt wie der unpeinliche Soundtrack der Generation Fridays For Future. Zur Review

 

Platz 2: Billie Eilish „When We All Fall Asleep, Where Do We Go?“

Zarte Stimme trifft auf harte Bässe. Billie Eilish wickelt die Welt mit ihrem verletzlichen Charme, hinter dem ein bissiges Monster steckt, um den Finger. Auf „When We All Fall Asleep, Where Do We Go?“ jongliert die 17-Jährige mit Hip-Hop, Elektro und klassischem Pop. Zur Review

 

Platz 1: Toro y Moi „Outer Peace“

Konzentriert zuhören oder die Gedanken schweifen lassen – Toro y Moi produziert Musik für beide Seiten. Ganz nach dem Motto „alles kann, nix muss“ spielt der Musiker auf „Outer Peace“ so frei wie noch nie auf.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.




Facebook
Instagram
Twitter
YouTube