Captain Planet: „He’s our hero, gonna take pollution down to zero!“

In Zeiten, in denen auch dem letzten McDonald’s-besuchenden Augenverschließer klar sein dürfte, dass der ökologische Kollaps unseres Planeten nur noch eine Frage der Zeit ist, sollte ich meinen Lesern vielleicht mal wieder eine Zeichentrickserie zurück in das Gedächtnis rufen, die während ihrer Laufzeit Anfang der Neunziger prägender als jede Flurputzete mit der Grundschule war: „Captain Planet And The Planeteers“.

 

“Captain Planet, he’s our hero, gonna take pollution down to zero!“

 

Die Erde ist nur ein Fußabtreter

 

Gaia, ihres Zeichens Mutter der Erde, ist ausgesprochen stinkig, da die Menschheit den blauen Planeten als Fußabtreter missbraucht. Um etwas gegen die Dummheit der Menschen und die daraus resultierende Zerstörung der Erde zu unternehmen, sendet sie fünf magische Ringe mit jeweils einer „Zauberkraft“ –symbolisiert durch die Naturelemente Feuer, Wasser, Erde, Wind und das Element Liebe – an fünf ausgesuchte Jugendliche. Bewaffnet mit diesen Ringen kämpfen die Auserwählten Kwame aus Afrika, Wheeler aus Nordamerika, Lenka aus Russland (in der Originalfassung noch aus der Sowjetunion und später aus Osteuropa), Gi aus Asien und Ma-Ti aus Südamerika gegen umweltverschmutzende und tierquälende Vollidioten. Sollte die Gefahr oder der jeweilige Gegner – meistens gegen Ende einer Episode – zu groß werden, ist die Gruppe in der Lage, durch die Bündelung ihrer Kräfte, einen Superhelden zu rufen, der auf den Namen Captain Planet hört.

 

Captain Planet ist das personifizierte Greenpeace und tritt, einmal in Fahrt gekommen, Ärsche, als wäre Dolph Lundgren wieder 25. Der hellblaue Muskelprotz ist in der Lage, alle Kräfte der fünf Ringe zu vereinen und in doppelter Stärke anzuwenden. Und bei der Gegnerschar, die da zwischen 1990 und 1996 in den 113 Episoden auf die Erde losgelassen wurde, war ein solches Vorgehen auch mehr als nötig. Gegenspieler wie der skrupellose Müllsammler Big Matsch, der radioaktive Mutant Graf Atomar (im Original unter dem Namen Duke Nukem!!!), die durchgeknallte Wissenschaftlerin Dr. Plage oder der Wilderer Plünder-King waren so hinterlistig wie auch albern.

 

Pädagogischer Auftrag in Rekordlänge

 

Die von Fernsehmogul Ted Turner erdachte Zeichentrickserie ging am 10. September 1990 unter dem Namen „Captain Planet And The Planeteers“ auf TBS an den Start. 1993 wurde sie nach dem Wechsel der Produktionsfirma (von TBS Productions/DIC Entertainment ging es zu Hanna-Barbera Cartoons) aus Lizenzgründen in „The New Adventures Of Captain Planet“ umbenannt. Damit war die Serie nach den „Simpsons“ der am zweitlängsten gesendete Cartoon der Neunziger. Und das obwohl „Captain Planet“ von Anfang an einen eher schwierig zu vermittelnden pädagogischen Auftrag verfolgte, der dem jungen Publikum nicht mit dem Stempel sondern gleich mit der Druckerpresse aufgedrückt wurde. Deirdre Sheppard schrieb für Common Sense Media: “As the first animated series to teach kids about key environmental concerns, in many ways ‘Captain Planet’ – which offers plenty of valuable lessons – was ahead of its time.”

 

Der Einfluss von Ted Turner und das durchaus löbliche Thema des Umweltschutzes machten sich auch am Cast von „Captain Planet“ bemerkbar. Zum Teil wurden für die Synchronsprecherrollen größere bis sehr große Namen engagiert. Schauspieler und Sänger wie Sting, Malcolm McDowell, Jeff Goldblum, Whoopi Goldberg, Meg Ryan oder Martin Sheen unterstrichen mit ihrer Beteiligung die tatsächliche Qualität der Serie. Möchte man „The Encyclopedia Of Animated Cartoons“ Glauben schenken, wurde für die Stimme Captain Planets ursprünglich sogar Tom Cruise statt der spätere Sprecher David Coburn vorgeschlagen.

 

Ich habe „Captain Planet“ seit bestimmt 15 Jahren nicht mehr gesehen, doch die Erinnerungen an diese Serie sind immer noch erstaunlich gut. Trotzdem wird es bei einem Wiedersehen höchstwahrscheinlich so sein, wie es R.L. Shaffer von IGN in einer Review über die 2011 erschienene DVD-Box formulierte: „Don’t expect to be wowed by what this show has to offer. It has its heart in the right place, to be sure, but the concept is stretched embarrassingly thin. Nostalgia is really all this series has going for it.”

 

4 Comments

  1. captain planet – pyro. auschecken NAO!

  2. si !

    neue platte gestern geordert .geil.

  3. Hab heute „Spinne“ gehört. Gefällt mir. Die Band wird die Tage intensiver ausgecheckt.

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