Review: The Dark Knight Rises

Ich bin kein Fan von Floskeln, doch diese muss sein: An “The Dark Knight Rises” kommt diesen Sommer exakt niemand vorbei. Nicht umsonst rangiert der dritte Teil von Nolans Batman-Trilogie bei rankers.com in der Kategorie „Most Anticipated 2012 Films“ auf Platz 1. Und das mit dreimal so vielen Votes wie der zweitplatzierte „Prometheus“. Batman ist hipper denn je und wenn er in seine letzte Schlacht zieht, füllen sich die Kinosäle wie Bierzelte zum Oktoberfest.

 

Es geht nicht um Batman, es geht um Gotham City

 

„The Dark Knight Rises“ setzt inhaltlich acht Jahre nach dem Vorgänger „The Dark Knight“ ein. Batman nimmt die Schuld an Harvey Dents Tod auf sich, um dessen Ruf als Hoffnungsträger der Stadt nicht zu ruinieren. Als gebrochener Mann zurückgezogen lebt Bruce Wayne auf seinem Anwesen ohne den Kontakt mit der Außenwelt zu forcieren. Erst als der ultrabrutale Bane versucht Gotham City zu zerstören, kommt der Fledermausmann zurück. Spätestens ab diesem Zeitpunkt wird der Film relativ komplex. Trotz der eingestreuten Flashbacks wird “The Dark Knight Rises” für Kinobesucher, die die beiden Vorgänger noch nicht gesehen haben, ein paar Fragen aufwerfen.

 

Doch zu viel darf man über die Geschichte von „The Dark Knight Rises“ sowieso nicht verraten. Spoilern geht gar nicht. Wichtig ist nur, dass „Batman 3“ mit einem großartigen Plot aufwartet. Kostümparaden und Ikonenbildung können die anderen machen, hier ist die Stadt der Star. Es geht in TDKR nicht um Batman, es geht um Gotham City, seine Einwohner und das, was Angst und Gewalt mit einem machen können. Bane personifiziert das Böse und erzeugt eine apokalyptische Stimmung, die beim Zusehen wahrlich unangenehm ist.

 

Batman ist kein Übermensch, an den niemand herankommt. Mit etwas Courage ist alles möglich. „The Dark Knight Rises“ möchte bei all der Unterhaltung auch eine Botschaft übermitteln. Er möchte vielleicht sogar, dass man am Ende des Films über seine eigene Moral nachdenkt. Wie würde man sich selbst verhalten, stünde man in der Situation eines Bürgers von Gotham City. Denn wenn man seine Erwartungen an den Film ausschließlich an ein Action-Spektakel knüpft, hat man den Großteil der 164 Minuten verschwendet. TDKR spricht sich gegen Gewalt und Unterdrückung, stattdessen für Hilfsbereitschaft und den Glauben an die eigene Kraft aus. Diese Aussage wird einem nicht mit dem Stempel aufgedrückt. Diese Meinung bildet man sich beim Genuss des Films relativ schnell selbst.

 

Hollywoods erste Garde

 

Seit 1989 springt Hollywoods erste Garde in Batman-Filmen durch Gotham City. Damals waren es noch Michael Keaton, Jack Nicholson und Kim Basinger. Heute sind es Christian Bale, Tom Hardy, Gary Oldman, Michael Caine, Anne Hathaway, Morgan Freeman und Liam Neeson. Durch die Bank tolle Schauspieler, die ihren Job so gut gemacht haben, wie sie nur konnten. Bei einem dermaßen großen Cast, geht die eine oder andere Figur zwangsläufig unter und muss eben schauen, wie sie an ihre Szenen zum Scheinen kommt.

 

So mimt Gary Oldman die Rolle des Jim Gordon gewohnt souverän und gibt das nahbare Gegenbild zu Batman ab. Auch Joseph Gordon-Levitt hat sich den Gehaltscheck für seine Arbeit als John Blake mehr als verdient. Eine Figur, die trotz offensichtlich zur Schau getragenem Idealismus Spaß macht und ordentlich Sympathien weckt. Anne Hathaway tritt in die Fußstapfen von Michelle Pfeiffer und spielt Selina Kyle bzw. Catwoman. Für die anspruchsvolle Aufgabe, eine Figur zu verkörpern, die man zwar mag, es aber eigentlich nicht sollte, macht sie ihren Job ausgesprochen gut.

 

Tom Hardy könnte dagegen mit Bane einen der brutalsten, gnadenlosesten und gefährlichsten Bösewichte der Kinogeschichte abgeben. Leider hindert ihn seine – zugegebenermaßen einschüchternde – Kostümierung daran. Als eine Mischung aus Hannibal Lecter und Meister Propper fällt dem Briten das Charakterspiel dank Gesichtsmaske relativ schwer. Eine Träne ist die einzig sichtbare Gefühlsregung. Mimik kann von der Habenseite also komplett gestrichen werden. Die deutsche Synchronisation trägt ihr Übriges dazu bei und macht aus dem Koloss rein stimmlich Barney den Dinosaurier in dumpf.

 

160 Millionen US-Dollar am ersten Startwochenende

 

„The third and final Batman movie from director Christopher Nolan is mercilessly brilliant and exemplifies masterful filmmaking.”, schrieb die L.A. Times. Der britische The Guardian sah das ähnlich: “Nolan takes these cod-heroic, costumed elements and whisks them into a tale of heavy-metal fury, full of pain and toil, surging uphill, across the flyovers, in search of a climax.” Die Presse ist sich einig: Blockbusterkino geht nicht besser. Mit Einnahmen von 160 Millionen US-Dollar am ersten Startwochenende übertrifft „The Dark Knight Rises“ seinen Vorgänger, der zu diesem Zeitpunkt 150 Millionen vorzuweisen hatte, jedoch nur knapp.

 

Doch Geld scheint für Regisseur Christopher Nolan sowieso nicht der Hauptantrieb zu sein. Trotz des Drucks der Produktionsfirmen entschied er sich gegen den immer inflationärer eingesetzten 3D-Effekt und somit gegen den einen oder anderen zusätzlichen Taler in der Tasche. Bei filmstarts.de wurde er mit folgenden Worten zitiert: „Ich habe noch nie jemanden getroffen, der dieses Format wirklich mag.“

 

„The Dark Knight Rises“ ist ein großartiger Film! Tolle Schauspieler tragen eine Geschichte vor, die hervorragend erzählt wird. Dazwischen gibt es grandiose Bilder und Effekte. Ein Film, der mehr als nur einen Gänsehaut-Moment parat hat. TDKR hat zwar seine Schwächen, doch am Ende des Tages überwiegen diese nicht. Ein grandioser Abschluss einer grandiosen Superhelden-Trilogie. Und ob wir schon am Ende der Reise sind, lässt zumindest das Filmende offen…

 

1 Comments

  1. Ich habe den Film gerade im Originalton (bin in Slowenien) im Kino gesehen und muss sagen, dass mir Bane, trotz meiner Angst er wuerde schlecht umgesetzt werden seeeeeeeeeeeeeeeehr gut gefallen hat…. Aber die Originalstimme is ehrlich gesagt auch nich der Hit….
    Aber hier noch meine kleine „Ego-Review“ 😉

    LEUTE!!! Schaut euch diesen Film unbedingt im Kino an!!! So respektiert man eine Comicvorlage richtig…. 2 der wichtigsten Batman-Storylines aller Zeiten in einem Kinomeisterwerk untergebracht. Sogar die falschen Zusammenhaenge aus Batman Begins wurden perfekt „entschuldigt“ Ein einziger (unbedeutender) Verzocker, ueber den ich hier nicht reden kann ohne zu spoilern. Aber sonst unglaublich geil. Schmeisst die Penner, die das Spidey Drehbuch geschrieben haben raus und lasst Christopher Nolan den naechsten machen…. Und bitte Chris, du MUSST noch mindestens 3 weitere Teile machen !!!

    Benny SAN

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