Star Trek: Voyager – die zehn besten Episoden

„Lost In Space“ im Star-Trek-Universum. „Star Trek: Voyager“ trat in die Fußstapfen des Raumschiff Enterprise und flog dorthin, wo noch nie ein Mensch zuvor war. like it is ’93 schaut zurück und ernennt die zehn besten Folgen des Sci-Fi-Roadmovies.

 

1994 befand sich die Star-Trek-Welt in einem Umbruch. „Die nächste Generation“ rund um Captain Picard wechselte vom TV-Bildschirm auf die Kinoleinwand und hinterließ die Raumstation „Deep Space Nine“ als das letzte große Franchise-„Flaggschiff“ im Fernsehprogramm. Doch sowohl den Fans als auch den Produzenten schien das nicht zu reichen, weshalb sich ein Jahr später die U.S.S. Voyager in den Weltraum aufmachte, um die klassischen Star-Trek-Geschichten rund um neu entdeckte Welten und fremde Wesen zu erzählen. Kate Mulgrew spielte als Kathryn Janeway den ersten weiblichen Captain in der Hauptrolle einer Star-Trek-Serie und setzte dabei erst einmal das in die Tat um, was böse Zungen mit „Frau am Steuer“ kommentieren würden. Sie verfuhr sich und landete gemeinsam mit ihrer Crew 70.000 Lichtjahre von der Erde entfernt im Delta-Quadranten. Sieben Staffeln lang versuchte sie nun einen Weg zurück in die Heimat zu finden und traf dabei auf Kazon, Hirogen, Malon und auch Borg.

 

Doch „Star Trek: Voyager“ hatte es bei den Kritikern sehr schwer. Langweilige Anomalien, die aus Kostengründen nur auf dem Bildschirm des Schiffes abgebildet wurden, öde Stories rund um das Ocampa-Weibchen Kes oder die spannungshemmende Tatsache, dass die Crew sowieso erst am Ende der kompletten Show nach Hause zurückkehren kann, brachten der Serie gleich zu Beginn magere Bewertungen ein. Zum Glück fingen sich die Drehbuchautoren im Laufe der Sendezeit und zauberten Handlungsstränge aus dem Hut, die unter anderem mit den Borg, Seven Of Nine oder dem Comedy-Talent des holografischen Doktors noch einige Perlen bereithielten. Die großen Erfolge der TNG-Tage konnten Janeway und Co jedoch nicht mehr feiern. „Voyager“ startete zwar mit einem Rating von 13.0 für die Pilotfolge „Der Fürsorge“, landete in der finalen Staffel aber nur noch bei Zahlen um die 2.5. Leider, denn gerade ab der dritten Season konnte die Show an die Qualität ihrer großen Vorgänger anschließen. Wer in die Serie reinschnuppern oder sich an die großen Highlights zurückerinnern lassen möchte, sollte sich die folgenden zehn Episoden anschauen.

 

Der Verrat / State Of Flux (Staffel 1)

Dreh- und Angelpunkt der ersten Staffel ist definitiv der Konflikt zwischen der zusammengewürfelten Föderations- und Marquis-Crew. Das, in Kombination mit den feindlich gesinnten Kazon-Sekten, hat der ersten Staffel gehörig Spannung und leider auch sehr viel ungenutztes Potential verschafft. In dieser Episode verbündet sich Seska endgültig mit den Kazon und wird damit für die Voyager zum Nemesis der ersten Jahre im Delta-Quadranten.


Allianzen / Alliances (Staffel 2)

Der Handlungsstrang rund um die Kazon gelangt mit dieser Episode auf ihren Höhepunkt. Captain Janeway möchte eine Allianz mit den größten Kazon-Sekten schmieden, um die Position der Voyager in diesem unbekannten Teil der Galaxie zu stärken. Wie es nicht anders zu erwarten war, gelingt dies jedoch nicht und endet beinahe in einem Massaker. Für mich sind die Kazon nicht – wie von Seiten vieler Fans deklariert – billige Klingonen-Kopien, sondern eine wirklich interessante und gut ausgearbeitete Spezies, die in ihren besten Momenten richtig badass sein können.


Tuvix / Tuvix (Staffel 2)

Eine Geschichte, die exemplarisch für eine Star-Trek-Episode ist. Bei einem Transporterunfall verschmelzen Tuvok und Neelix zu einer Person. Am Ende muss sich Captain Janeway entscheiden, ob sie das neue Lebewesen, das den Wunsch weiterleben zu wollen äußert, umbringt, um ihre beiden Crewmitglieder zurückzubekommen. Eine grandiose Folge, in der ethische Grundsätze im Star-Trek-Universum – aufgrund moralisch bedenklicher Handlungen der Hauptfiguren – auf einem ganz neuen Niveau behandelt werden.


Das Wurmloch / False Profits (Staffel 3)

Eine der großen Stärken von Star Trek liegt mittlerweile darin, dass das Universum nach so vielen Serien und Filmen unfassbar riesig ist. Wenn diese Tatsache dann genutzt wird, um Geschichten zu erzählen, ist das nicht nur wunderbarer Fanservice, sondern auch die Möglichkeit, noch ausformuliertere Stories zu präsentieren. In „Das Wurmloch“ trifft die Voyager auf genau die beiden Ferengi, die in der TNG-Episode „Der Barzanhandel“ verloren gehen. Wahnsinn.

 

Ein Jahr Hölle / Year Of Hell (Staffel 4)

Eine spektakuläre Doppelfolge, in der die Voyager auf ein Krenim-Schiff trifft, dessen Captain versucht, die Zeitlinie im Delta-Quadranten zu verändern. Eine spannende Geschichte, in der die Voyager bis an die Grenze ihrer Existenz gebracht wird. Ein stark beschädigtes Schiff und eine demoralisierte Crew, die zwischen Hoffnungslosigkeit und Kampfeswillen pendelt, verkörpern den Titel der Episode in Perfektion.

 

Liebe inmitten der Sterne / Someone To Watch Over Me (Staffel 5)

Liebe, Sex und Zärtlichkeiten sind Themen, die im Star-Trek-Universum zwar vorkommen und auch ausführlich behandelt, bisher aber nie so explizit wie in „Liebe inmitten der Sterne“ angesprochen werden. Der Doktor hilft der sozial unbeholfenen Seven Of Nine bei der Erweiterung ihrer zwischenmenschlichen Erfahrungen und muss am Ende eingestehen, dass er sich in die Borg verliebt hat. Es ist herrlich, Seven dabei zuzusehen, wie sie sich in gefühlsbetonten Situationen schlägt und langsam ihre menschliche Seite erforscht.

 

Die Zähne des Drachens / Dragon’s Teeth (Staffel 6)

Die Voyager entdeckt auf einem Planeten eine Spezies, die sich seit 900 Jahren in Stasis befindet. Nachdem diese versehentlich von Seven Of Nine geweckt wird, möchte sie ihre einstig große Nation wieder aufbauen. Wie sich jedoch herausstellt, war die Spezies vor ihrer Stasis eine aggressive, kriegslüsternde Rasse, die auch jetzt nichts von ihrer „offensiven“ Haltung abgelegt hat.

 

Körper und Seele / Body And Soul (Staffel 7)

Zum Ende der Serie setzten die Drehbuchautoren verstärkt auf das komödiantische Talent des Doktors, was in dieser Folge hervorragend auf die Spitze getrieben wird. Versteckt in den Implantaten Seven Of Nines genießt das Hologramm die Vorzüge eines menschlichen Körpers und missbraucht diesen, um beispielsweise zwischenmenschliche oder kulinarische „Exzesse“ auszuleben. Dass die Borg davon nicht begeistert ist, kann man sich denken, was zu herrlichen Dialogen und Situationen führt.

 

Die Leere / The Void (Staffel 7)

Die Voyager gelangt in eine Anomalie, die als „Die Leere“ bekannt ist. Da es dort so gut wie keine Ressourcen gibt, ist das Überleben theoretisch nur möglich, indem die Wertevorstellungen der Föderation über Bord geworfen werden. Ein spannender Konflikt zwischen Moral und überlebensnotwendiger Feindseligkeit, der in einem Setting beängstigender Dunkelheit ausgetragen wird. Dead Space.

 

Die Veröffentlichung / Author, Author (Staffel 7)

Eine weitere Folge, in der der Doktor für ein paar unvergessliche Lacher sorgt und seinen Status als Serienliebling untermauert. Nachdem dieser einen selbstgeschriebenen Holo-Roman in den Alpha-Quadranten schickt, wird auf der Voyager die Kritik an seinem Werk immer lauter. Denn die Hauptfiguren basieren auf der Crew des Raumschiffs und werden nicht immer im besten Licht präsentiert. Die Episode zeigt einmal mehr, was für wunderbare Charaktere im Laufe der sieben Jahre Sendezeit geschaffen wurde und mit welcher Dynamik diese miteinander agieren.

 

Solltet ihr nun Lust auf die siebenjährige Reise der Voyager bekommen haben, empfehle ich euch die Gesamtbox der Serie, welche es für 87,99 Euro auf Amazon gibt. Die besten zehn von uns gekürten Folgen von „Star Trek: Deep Space Nine“ könnt hier noch einmal nachlesen.

 

3 Comments

  1. Hach ja der Doktor. Ich liebe ihn, er ist einfach nur grandios. Generell bin ich großer Fan von Voyager und Star Trek generell. Wobei ich mit Voyager auch eine gewisse Hassliebe verbinde. Schuld ist die Handlung. Als Frau habe ich natürlich immer gehofft, Janeway und Chakotay kommen irgendwann zusammen. Nicht, dass ich Star Trek wegen Liebesgeschichten schauen würde … aber die beiden haben anfangs so toll harmoniert und waren wie füreinander geschaffen. Und dann bringen die doch echt Seven of Nine mit ihm zusammen. Ich mag sie gar nicht. 🙁

    Ich weiß, es ist völliger Käse, Captain und Erster Offizier und wäre auch kitschig hoch zehn. Aber als Frau hasse ich die Schreiber dafür einfach, denn sie schienen so perfekt. Die Macher haben meine Gefühle da ganz schön verletzt. *g*

    Dennoch, Voyager könnte ich Mal wieder schauen. Ich mag die Serie. Ich überlege seit Jahren, ob ich mir das Neelix-Kochbuch holen soll. 😀

    • Das mit Chakotay und Janeway stimmt natürlich, ich finde jedoch, dass Seven Of Nine eine größere Bereicherung für die Serie als Kes war. Vor allem da sie ja auch gerade mit dem Doktor tolle emotionale Folgen hatte.

      Mein persönliche Lieblingsserie des Star-Trek-Franchises ist übrigens nach wie vor Deep Space Nine.

      • Sie ist in der Hinsicht wirklich interessant gewesen und hatte in der Tat mehr Tiefe als Kes. Die war halt goldig, aber mehr auch nicht. Der Doktor ist meiner Meinung nach ja genial gewesen. Für mich in vielen Folgen der Höhepunkt. Seine Art, falls man bei ihm davon reden kann, er ist ja kein Mensch, finde ich einfach wunderbar und oft auch komisch.

        Und naja JC ist halt so ein Ding … man guckt ja Star Trek eh nicht wegen der Romanzen. Aber als Frau stört mich dieser Punkt dann doch sehr. Viele Männer haben ja sogar viel darüber geschimpft, dass die sich so nahe waren. Aber als Frau sagt man da halt nicht nein, wenn so eine Serie Hoffnungen auf eine Romanze macht. Es mag komisch klingen, aber ich fand sogar Star Wars Episode 2 erträglich. Mich hat die Padme Anakin Sache gar nicht gestört und die Tatsache, dass der Film schon fast ein Liebesfilm ist.

        Deep Space Nine kommt für mich nach Voyager. Voyager steht für mich an erster Stelle, weil mich die Serie auch über sich hinaus sehr beschäftigt hat. Ich habe tonnenweise Fanficions gelesen, auch selber ein paar geschrieben. Viel JC, aber auch darüber hinaus.

        Gesehen habe ich natürlich alle Star Trek Serien. Im Gegensatz zu vielen Fans gibt es für mich auch nicht DIE eine und alle anderen sind schlecht. Ich finde jede gelungen, von der ersten bis zur letzten. Natürlich mag ich manche mehr als andere. Aber alle haben mich hervorragend unterhalten. Aber was weiß ich Soft-Trekkie schon davon. 😀

2 Trackbacks & Pingbacks

  1. Star Trek – die zehn besten Videospiele – like it is '93 // das Popkultur-Magazin
  2. Star Trek: Enterprise – die zehn besten Episoden – like it is '93 // das Popkultur-Magazin

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.




Facebook
Instagram
Twitter
YouTube