Star Trek: Enterprise – die zehn besten Episoden

„Star Trek: Enterprise“ erzählt die Geschichte der ersten irdischen Crew, die sich rund 100 Jahre vor Kirk und Co in den Weltraum aufmacht, um neue Welten, neues Leben und neue Zivilisationen zu erforschen. like it is ’93 blickt zurück und kürt die zehn besten Folgen der Origins-Serie.

 

Nachdem die U.S.S. Voyager ihren Weg zurück auf die Erde fand, trat auch die letzte klassische Star-Trek-Crew, die unter dem Roddenberry-Moral-Banner diente, ihren wohlverdienten Ruhestand auf dem Fernsehbildschirm an. Picard und seine Mannschaft wilderten zwar noch auf der großen Kinoleinwand, doch seit dem neunten Film „Der Aufstand“ verlor das Franchise deutlich an Erfolg und Qualität. Eine mutige Kehrtwende musste her. Neue – dem 21. Jahrhundert gerechte – Ideen, die von den „Prison Break“ und „Lost“ begeisterten Zuschauern angenommen werden, wurden zum Nonplusultra, um im harten TV-Geschäft mithalten zu können. Das immer gleiche Monster-Of-The-Week-Konzept galt als altmodisch und der damals beginnende Abwärtstrend von Science-Fiction-Formaten setzt sich bis heute fort. Als 2001 die fünfte Star-Trek-Serie „Enterprise“ (die Zeichentrickshow von 1972 nicht mitgezählt) in das Programm von UPN aufgenommen wurde, waren die Erwartungen von Trekkies und Kritikern eher bescheiden, auch wenn man – wie es der erstmals in einer Star-Trek-Show gesungene Vorspann suggerierte – Glauben im Herzen trug. Oder es zumindest wollte.

 

Rick Berman und Brannon Braga, die die kreative Fackel des Franchises mit festem Griff trugen, sponnen eine Geschichte rund um Captain Jonathan Archer und seine Crew, die 2151 – rund 90 Jahre nach dem ersten Kontakt mit den Vulkaniern – in „See stachen“, um das Universum unter menschlicher Flagge zu erkunden. Bis hierhin alles soweit so Star Trek. Der große Kniff sollte jedoch das scheinbare Abwenden von der herkömmlichen Trek-Formel sein, was sich beispielsweise durch das streichen von „Star Trek“ aus dem Serientitel oder vermeintlich kantige Hauptcharaktere, die auch zu moralisch fragwürdigen Entscheidungen tendieren, bemerkbar machte. Die Zuschauer nahmen die Show nur mäßig an, was sie in der ersten Staffel gerade einmal zur 115. meistgesehenen des US-amerikanischen Fernsehjahres machte. Der Abwärtstrend konnte durch eine große Rahmenhandlung rund um den temporalen kalten Krieg, das Aufgreifen von Geschichten aus 50 Jahren Star-Trek-Historie oder das Wiederaufnehmen von „Star Trek“ in den Serientitel nicht gestoppt werden. In Kombination mit dem zehnten Star-Trek-Film „Nemesis“ besiegelte „Enterprise“ 2005 das vorläufige Ende des Franchises. Doch so schlecht war „Star Trek: Enterprise“ beileibe nicht. Ich verrate euch, was die zehn größten Episoden-Highlights aus den vier Staffeln waren.

 

Raumpiraten / Acquisition (Staffel 1)

Ferengi schicken die Crew der Enterprise per Betäubungsgas in einen tiefen Schlaf, damit sie das Schiff anschließend ausrauben können. Um die zeitliche Kontinuität des Star-Trek-Universums, in dem die Ferengi das erste Mal mit Picard und seiner Mannschaft in Kontakt treten, zu wahren, fällt in dieser Episode sowohl der Name Ferengi nie, noch trifft die Crew – mit Ausnahme von Trip – persönlich auf die gierigen Raumpiraten von Ferenginar.

 

Carbon Creek / Carbon Creek (Staffel 2)

Diese Episode könnte auch im “Akte X”-Universum spielen. T’Pol erzählt von ihrer Urgroßmutter T’Mir, die mit einigen anderen Vulkaniern 1957 auf der Erde bruchgelandet ist und von da an unbemerkt unter den Menschen leben musste. Dieser Folge verdanken wir außerdem die Weisheit, dass Vulkanier keine Ferien machen.

 

Marodeure / Marauders (Staffel 2)

“Marodeure” erzählt die klassische Geschichte vom Bully, der den Schwächeren terrorisiert. Archer und seine Crew helfen den Bewohnern einer Weltraumkolonie, die wiederholt von klingonischen Marodeuren heimgesucht und erpresst werden. Die Episode schafft es eindrucksvoll, Klingonen als die Bad-Ass-Bedrohung darzustellen, die sie sind.

 

Das Urteil / Judgement (Staffel 2)

Die stärksten Momente von “Star Trek: Enterprise” waren die, in denen auf das riesige Franchise-Universum gesetzt wurde. Fans wollten in bewegten Bildern sehen, was vor Kirk, Picard, Sisko und Janeway passiert ist. Kein Wunder, dass “Das Urteil” daher zu meinen persönlichen Höhepunkten der Serie zählt. Captain Archer wird von den Klingonen wegen einer angeblichen Verschwörung hinter klingonische Gardinen gebracht. Und wo landen von den Klingonen verurteilte Verbrecher? Na klar, auf dem Gefängnisplaneten Rura Penthe, den wir bereits aus dem sechsten Kinofilm kennen.

 

Cogenitor / Cogenitor (Staffel 2)

Star Trek bestach in der Vergangenheit stets durch intelligente Geschichten, in deren Fokus nicht die Action, sondern der Inhalt stand. “Cogenitor” besitzt einen von diesen cleveren Plots, in denen nicht der Einsatz des Phasers, sondern die Entscheidungen der Protagonisten Spannung erzeugen. Die Enterprise trifft auf die Vissianer, die nicht wie bei den Menschen üblich zwei, sondern drei Geschlechter kennen. Dabei ist das dritte Geschlecht den beiden anderen untergeordnet, was Tucker in einen heftigen Gewissenskonflikt bringt.

 

Carpenter Street / Carpenter Street (Staffel 3)

Zeitreisegeschichten gehören zu Star Trek wie Bücher in die Bibliothek. In „Carpenter Street“ reisen Captain Archer und T’Pol ins Detroit des Jahres 2004, um die Xindi daran zu hindern, genetische Proben für eine biologische Waffe zu sammeln, welche in der Seriengegenwart gegen die Menschen eingesetzt werden soll.

 

Beschädigungen / Damage (Staffel 3)

In dieser Episode ist der deutlich rauere Ton im Vergleich zu den restlichen Star-Trek-Serien deutlich zu spüren. Nachdem die Enterprise gestrandet ist, befiehlt Captain Archer die gewaltsame Beschaffung einer Warpspule, deren Diebstahl dem Beklauten den sicheren Tod bescheren würde: Moralische Abgründe, die so drastisch noch nie unter den Protagonisten von Star Trek ausformuliert wurden.

 

Zuhause / Home (Staffel 4)

Die Enterprise kehrt nach der Beendigung der Xindi-Krise zurück auf die Erde und lässt sich gebührend feiern. Doch die Angriffe der feindlich gesinnten Außerirdischen haben tiefe Spuren bei den Menschen hinterlassen. Fremdenfeindlichkeit greift um sich, was Doktor Phlox deutlich zu spüren bekommt. In einem weiteren Handlungsstrang kommen sich Tucker und T’Pol näher, was zu einer der schönsten Romanzen im Star-Trek-Universum führt.

 

Die Heimsuchung / Affliction (Staffel 4)

In der vierten Staffel von „Star Trek: Enterprise“ versuchten die Autoren, Lücken im Franchise zu schließen. So trat beispielsweise ein Vorfahre von Datas Vater Dr. Soong auf, Sektion 31 wurde erwähnt oder Spocks Haustier leibhaftig gezeigt. Eines der größten Mysterien, die in der Serie gelüftet wurden, war jedoch die Begründung für die erst glatte und dann runzelige Klingonenstirn. Dr. Phlox wird in „Die Heimsuchung“ von den Klingonen entführt, um bei der Bekämpfung einer Seuche zu helfen. Was das mit der Stirn zu tun hat, spoilere ich an dieser Stelle nicht.

 

Die dunkle Seite des Spiegels (Staffel 4)

Noch beliebter als Zeitreisegeschichten sind bei Star Trek Episoden im Paralleluniversum. In dieser Doppelfolge, für die extra der Vorspann geändert wurde, sucht die I.S.S. Enterprise nach einem Schiff aus der Zukunft, das findige Zuschauer vielleicht noch aus der Originalserie mit Kirk und Spock kennen könnten. Überhaupt besteht „Die dunkle Seite des Spiegels“ aus dermaßen viel Fan-Service, dass die Auftritte von Gorn und Tholianern nur die Tropfen auf den heißen Stein sind.

 

Wer Lust auf die Abenteuer der ersten Enterprise bekommen hat, sollte sich die Gesamtbox der Serie anschaffen, welche es für 61,99 Euro auf Amazon gibt. Die besten zehn Folgen von „Star Trek: Deep Space Nine“ und „Star Trek: Voyager“ solltet ihr ebenfalls noch einmal checken.

 

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