Jahresrückblick 2018 – Bücher

Wir haben Freunde, Kollegen und Musiker nach ihren Jahreshöhepunkten gefragt. Das sind die Antworten in der Kategorie Bücher!

 

Tim Gerrits (Musiker / timgerrits.eu)

Juli Zeh – Adler und Engel

Mein Einstieg in die Literaturwelt von Juli Zeh. Und was für einer. Ein cleverer Roman, der sich zusammen mit der Hauptfigur zu etwas entwickelt, was beeindruckend und bedrückend zugleich ist.

 

Daniel (Musiker / brothersofivory.de)

H.P. Lovecraft – Die besten Geschichten

Nachdem ich vermutlich zu viel Zeit auf dem Subreddit /nosleep verbracht hatte, wollte ich dieses Jahr endlich herausfinden, wer dieser H.P. Lovecraft eigentlich ist und warum seine Erzählungen scheinbar so viel Relevanz für die heutigen Urban Horror-Storys (Stichwort „Cthulhu“) haben. Die Sammlung enthält einen guten Querschnitt durch seine Gruselwelten. Die schriftstellerisch eher leichte Kost überzeugt mit fantasievollen Wesen und Schauplätzen, die mich voll und ganz in ihren Bann gezogen haben.

 

Christine (Bloggerin / totallygamergirl.com)

Alexander von Humboldt – Das Buch der Begegnungen

Auch die Wahl fällt mir leicht: „Das Buch der Begegnungen“ von Alexander von Humboldt. Der Prachtband von Manesse ist nicht nur angenehm zu lesen, er ist auch gewohnt gut gestaltet. Lesen wird da zum Erlebnis.

 

Stefan (Autor bei like it is ’93)

Heinz Strunk – Das Teemännchen

Eklig, lustig und nachdenklich – Heinz Strunk deckt mit der Kurzgeschichtensammlung „Das Teemännchen“ alle Adjektive ab, die der Duden zu bieten hat. Dabei bezieht er sich immer wieder auf seine Lieblingsthemen wie Einsamkeit, Sexualität und das Älterwerden. Wer „Der goldene Handschuh“ und „Jürgen“ mochte, findet sich hier sofort zurecht.

 

Sandra Andrés (Freie Journalistin / sandraandres.com)

Joseph J. Romm – How To Go Viral And Reach Millions

Ja, alles, was mit how-to beginnt, ist eigentlich nicht erst seit Buzzfeed langweilig, und es gibt auch eine ganze Menge Bücher darüber, wie man „viral“ wird. Doch dieses ist tatsächlich nützlich, unterhaltsam und auch ein wenig zynisch. Es erklärt die Grundsätze von spannendem Storytelling überhaupt und nebenbei auch den Cambridge-Analytica-Skandal verständlich, kurz und knapp. Hier geht es nicht um Schlagworte, die in einem viralen Post oder Titel sein müssen, hier geht es um die Grundsätze von qualitativ guter und lesbarer Schreibe. Eine hilfreiche Anleitung, nicht nur für alle, die dieser Berufung nachgehen.

 

Kevin (Autor bei like it is ’93)

Sebastian Fitzek – Der Insasse

Sebastian Fitzek ist und bleibt der beste Psychothriller-Autor unserer Zeit. Mit „Der Insasse“ liefert er dieses Jahr wieder einen klaustrophobischen Psychothriller direkt aus der Psychiatrie. Der Plot am Ende des Buches ist überraschend, der Schreibstil wieder typisch Fitzek.

 

Pyrin (Rapper)

Christoph Ransmayr – Die letzte Welt

Da ich kaum zeitgenössische Literatur lese, möchte ich 30 Jahre zurück gehen und diesen außergewöhnlichen Roman betonen, der mir dieses Jahr durch Zufall in die Hände gefallen ist. Die Geschichte um den jungen Römer Cotta, der sich in Tomi am Schwarzen Meer auf die Suche nach dem verbannten Dichter Ovid begibt und nach und nach in einem Limbus zwischen Realität und Fiktion versinkt, ist merkwürdig, politisch, existenzialistisch, surreal und vor allem einzigartig. Ransmayrs Sprache ist so poliert und poetisch (ohne dabei aufgebläht zu wirken), dass „Die letzte Welt“ sich wie ein 250 Seiten langes Gedicht liest. Keine Hochspannungs-, aber unbedingt Hochliteratur.

 

Annka (Autorin bei like it is ’93)

Karosh Taha – Beschreibung einer Krabbenwanderung

In „Beschreibung einer Krabbenwanderung“ stellt Autorin Karosh Taha ein fast organisch gezeichnetes Hochhaus in einer anonymen Großstadt in den Mittelpunkt. In diesem Hochhaus wohnt die 22-jährige Sanaa mit ihrer Familie und vielen weiteren kurdischen Familien, die sich mal wohlwollend, mal übergriffig in ihr Leben zwischen den Bedürfnissen einer modernen Frau und Erinnerungen an die Kindheit im Irak einmischen.

 

form (Producer am Mic, FICKO-Magazin / fifaform.de)

Volker Weiß – Die Autoritäre Revolte

Ich bin tief in mich gegangen und wühlte mich durch den riesigen Haufen. Allein, es war zu viel. Darum breche ich die Regeln und nenne drei Bücher: Volker Weiß – „Die Autoritäre Revolte“: Mega geil erklärt, wo die ganze Scheiße momentan so herkommt, stabil gegen Scheiße jeder Art und für Einsteiger_innen bis zum Toplevel geeignet. Dietmar Dath – „Maschinenwinter“: Ich werde gerade Kommunist, da hilft so ein prima Buch ungemein, die vielen Argumente zusammenzuhalten. Peter Licht – „Die Geschichte meiner Einschätzung am Anfang des dritten Jahrtausends“: Ich hatte das schon zehn Jahre und immer vergessen, es zu lesen. Jetzt aber. Es ist unfassbar gut.

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