187 Strassenbande: Fünf aufregende Konzertmomente

4.3.2018 – Freiburg, SICK-ARENA

Das große Finale in der Freiburger SICK-ARENA: „Nicht ohne mein Team“

Flamingos, Sportcoupés und Schusswaffen – das sind die fünf aufregendsten Momente bei einem Konzert der 187 Strassenbande.

 

Kaum eine Hip-Hop-Crew hat die deutschen Charts besser im Griff als die 187 Strassenbande. Das Erstaunliche: Bonez MC, Gzuz, LX, Maxwell, Sa4 und Jambeatz machen kompromisslosen Straßenrap, der Mütter fickt, Drogen nimmt und mit Schusswaffen hantiert. Nun bewies Aggro Berlin schon Anfang der Jahrtausendwende, dass das funktionieren kann, doch in diesem Maße ist das auch für Deutschland neu. Das letzte große Crew-Projekt „Sampler 4“ chartete auf der Eins, obwohl dieses an einem Dienstag erschien und somit nur drei statt sieben Tage hatte, um verkauft zu werden. Eine Goldauszeichnung sowie neue Streaming-Rekorde, die sogar Ed Sheeran alt aussehen ließen, inklusive.

 

Die Leute haben Bock auf die Strassenbande und die Strassenbande hat Bock auf die Leute. Anführer Bonez MC ist mit fast 80 Millionen zusammenaddierten Interaktionen der erfolgreichste deutsche Musiker in den sozialen Medien, was nicht zuletzt am offenen und sympathischen Umgang mit den Fans liegt. Dass sich am 4. März die badischen Anhänger unter den Strassenbanden-Ultras in der Freiburger SICK-ARENA einfanden, war da keine Überraschung. Polizeikontrollen zum Trotz glühten sie in der Warteschlange vor und vergaßen in der Halle, dass am nächsten Morgen schon wieder Montag war. Die fünf Momente, die sich uns während der Show ganz besonders in den Kopf brannten, möchten wir euch nicht vorenthalten:

 

So funktionieren Hip-Hop-Konzerte

Mit dem ersten Ton gingen auch die Smartphones in die Höhe. Bonez MC bat sein Publikum mehrmals, diese einzustecken: „Die Aufnahmen sehen eh scheiße aus. Außerdem nehmen wir das Konzert richtig auf.“ Der Großteil der Fans kam seinem Wunsch nach. Und weil Bonez den Titel MC nicht umsonst trägt, erklärte er den folgsamen Zuschauern, dass die Hände auf einer Hip-Hop-Show oben bleiben müssen. Gzuz trieb es später auf die Spitze, indem er die Hände nicht nur oben, sondern zu seinem Song „9 MM“ auch in der Form einer Pistole sehen wollte.

 

 

Wie im Hamburger Kiez

Die Bühnen, auf denen die Strassenbande mittlerweile steht, haben nichts mehr mit verrauchten Kellerklubs zu tun. Gequalmt wird in den großen Hallen trotz Rauchverbots und patrouillierenden Securities zwar immer noch, doch sonst ist alles professioneller. Ein Banner mit den Konterfeis der Rapper nahm die komplette Bühne ein. Zu Beginn der Show fiel dieser Vorhang und das noch spektakulärere Bühnenbild wurde enthüllt. Als wäre die Bühne ihr Hamburger Kiez kam eine nachgebildete Straßenzeile inklusive Graffitis, Imbiss und Garagentor zum Vorschein. Fahnenschwenker, Konfettiregen und von Bonez MCs hochgeschätzte Schusswaffengeräusche rundeten die Live-Show ab.

 

 

Der CL 500, den die Fans mit nach Hause nehmen durften

Nightliner sind alte Schule! Die 187 Strassenbande fährt im CL 500 von Konzert-Location zu Konzert-Location. Wer einen genaueren Blick auf den Mercedes werfen wollte, hatte zwei Möglichkeiten dazu: Passend zu Gzuz‘ Song „CL 500“ öffnete sich das Garagentor des Bühnenbildes und das titelgebende Sportcoupé rollte auf die Bühne. Etwas näher kamen die Fans dem Gefährt vor der Halle. Ein CL 500 – stilecht mit Strassenbanden-Schriftzug – parkte neben dem Eingang und füllte sich bis zum Rand mit ausgefüllten Gewinnspielkarten. Denn ein Führerscheinbesitzer mit Losglück darf den Wagen nach der Tour zur Kfz-Zulassungsstelle fahren.

 

 

Domingo der Flamingo

Die Beatsteaks haben ein Surfboard, Rammstein ein Schlauchboot und die 187 Strassenbande einen aufblasbaren Flamingo namens Domingo. Maxwell gab sich dem Crowdboarding-Spektakel hin, machte zwei unfallfreie Runden und fiel dann von dem pinken Luftkissen. Seinen Part rappte er trotz wackeliger Unterlage fehlerfrei.

 

 

Nie ohne mein Team

Kaum ein Konzertbesucher ist ohne Begleitung erschienen. Gut so, denn bei der Platinsingle „Ohne mein Team“ brauchte jeder einen Mitstreiter, dem er in den Armen liegen konnte. Druckbetankte Jungs beschworen die Liebe zu ihren Kumpels, Mädels drückten sich händchenhaltend in die vorderen Reihen und jüngere Zuschauer nickten ihren Eltern, die ein paar Meter weiter weg standen, liebevoll zu.

 

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