Review: Uncanny Inhumans – Der unsichtbare Feind

Cover der deutschen Ausgabe

Bis die Inhumans ab September 2017 in ihrer neuen TV-Serie ran dürfen, können sich Comicleser die Wartezeit mit dem zweiten Teil der Sonderbandreihe „Uncanny Inhumans“ verkürzen – ein Gastaufritt von der menschlichen Fackel Johnny Storm inklusive.

 

Im Marvel Universum existieren nicht nur Menschen und Mutanten, sondern auch die Inhumans. Die Gene dieses Supermenschenvolkes werden vom sogenannten Terrigen-Nebel beeinflusst, der besondere Kräfte in ihnen freisetzt. So sind Stärke, Schnelligkeit, Reflexe und Ausdauer der Inhumans denen der Menschen weit überlegen. Und auch darüber hinaus besitzt die Superheldenrasse aus der Stadt Attilan Fähigkeiten, die Captain America neidisch werden lassen. Black Bolt löst beispielsweise mit seiner Stimme Schockwellen aus, Medusa verwandelt ihre rote Mähne in einen Lastenzug und Crystal kontrolliert die vier Elemente Wasser, Feuer, Erde und Wind.

 

Raus aus dem Schattendasein!

 

The Uncanny Inhumans #5: Quiet Room

In Deutschland fristen die Inhumans neben den Avengers und X-Men dennoch ein Schattendasein. Mit einer eigenen Sonderbandreihe, deren erster Teil bereits im September 2016 erschienen ist, soll sich das ändern. In der Anfang Januar publizierten zweiten Nummer „Der unsichtbare Feind“ präsentieren Autor Charles Soule („Der Tod von Wolverine“) sowie die Zeichner Brandon Peterson („Avengers: Age of Ultron“) und Kev Walker („Avengers“) zwei neue Abenteuer aus der Perspektive der Superheldenrasse. Beide Geschichten erschienen in den USA erstmals zwischen April und August 2016 in den Ausgaben 5 bis 10 von „The Uncanny Inhumans“.

 

Die erste in drei Kapitel aufgeteilte Geschichte „Im Quiet Room“ spielt im titelgebenden Nachtclub, der von Black Bolt – ehemaliger König der Inhumans und einer ihrer mächtigsten Vertreter – geführt wird. Der Quiet Room gilt als neutraler Ort, der nicht nur zur Unterhaltung, sondern auch für Geschäftstreffen genutzt wird. Als dort ein kostbarer Prototyp der Inhumans-Firma Ennilux gestohlen wird, müssen Frank McGee und sein Team die Ermittlungen aufnehmen. Der Einstieg mit so vielen unterschiedlichen Figuren kann verwirrend sein, doch nach einigen Seiten kommt man auch ohne „Uncanny Inhumans 1: Kampf gegen die Zeit“ gelesen zu haben zurecht.

 

Medusa & Johnny Storm in Love

 

The Uncanny Inhumans #10: The Torch and the Queen

„Spiel mit dem Feuer“ ist die zweite – ebenfalls in drei Kapitel aufgegliederte – Geschichte, in der nacherzählt wird, wie das Fantastic-Four-Mitglied Johnny Storm und die Inhumans-Königin Medusa ein Liebespaar wurden. Mit Rückblenden und Zeitsprüngen wird häufig zwischen Vergangenheit und Gegenwart gewechselt, wodurch die Beziehung in ihren unterschiedlichen Entwicklungsstufen dargestellt werden kann. „Selbst du siehst mich zuerst als Königin und dann erst als Schwester. So ist es mit jedem. Außer ihm“, begründet Medusa gegenüber ihrer Schwester Crystal recht nachvollziehbar ihre vermeintlich ungewöhnliche Partnerwahl.

 

Die Erzählung rund um die Liaison zwischen der menschlichen Fackel und der Anführerin der Inhumans ist der Höhepunkt dieser Marvel-Veröffentlichung. Im Vergleich zur deutlich düsteren ersten Geschichte gibt es in „Spiel mit dem Feuer“ dank des Gastauftrittes von Johnny Storm etwas mehr Witz und Emotionalität. Und wo „Im Quiet Room“ ein eher langsam erzähltes Detektivabenteuer ist, fühlt sich „Spiel mit dem Feuer“ wie eine fortwährende Actionszene an. Glatte und saubere Zeichnungen runden das etwas überraschungsarme Lesevergnügen ab, das mit seinen 132 Seiten Fans zufriedenstellen, neue Leser aber kaum begeistern wird.

 

„Der unsichtbare Feind“ ist leider nicht so stark wie sein Vorgänger „Kampf gegen die Zeit“. Wer sich aber bis September dieses Jahres auf ABCs TV-Serie einstimmen möchte, sollte zugreifen. Das Heft erschien in Deutschland am 3.1.2017 über Panini Comics.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.




Facebook
Twitter
Instagram