Review: Sinestro – Die Macht der Furcht

Hal Jordans bester Freund/Feind meldet sich mit einer eigenen Comicreihe zurück: „Die Macht der Furcht“ schimpft sich Teil 1 der Serie rund um den Antihelden Sinestro und zeigt, was nach „Forever Evil“ passiert ist.

 

Autor Cullen Bunn und Zeichner Dale Eaglesham setzen direkt nach den Geschehnissen aus dem DC-Spektakel „Forever Evil – Herrschaft des Bösen“ an. Sinestro steht vor den Scherben seiner Existenz, nachdem er sich mit Parallax – der Kraftquelle, der alle Yellow Lantern ihre Macht verdanken – verbunden und gegen die Green Lantern gestellt hat. Ins Exil geflohen, sammelt er neue Kräfte, holt sich seinen gelben Corps zurück und versucht sein Volk vor der Versklavung zu retten. Alles scheint wieder in ordentlichen Bahnen zu laufen, bis er von einer dunklen Prophezeiung und der personifizierten Freak-Show namens „Kirche der Anti-Emotion“ hört. Wer „Die Macht der Furcht“ nun für ein überflüssiges Spin-Off der Green-Lantern-Hauptreihe hält, irrt sich gewaltig. Denn im zweiten Teil, der Ende November erscheinen wird, erhält Sinestro gar ein Kapitel, das auf das Groß-Event „Futures End“ Bezug nimmt. Und wer überhaupt nicht auf sein grünes Licht verzichten kann, bekommt mit Sinestros Tochter Soranik Natu und Hal Jordan höchstpersönlich zwei Figuren auf die Comicseiten gezaubert, die die Macht der Willenskraft gebührend vertreten.

 

In Form von Akrillo, Lyssa Drak, Dez Trevius und Rigen Kale erhalten auch vier gelbe Laternen Panels zum Scheinen, die mit Ihrer fiesen Art wunderbar aufzeigen, auf welch wackeligen Beinen Sinestros Corps dank ihrer opportunistischen Mitglieder steht. So hat Sinestro alle Hände voll zu tun, die alte Mannschaft von seinen Anführerqualitäten zu überzeugen. Dabei kommt die spannende Zweiseitigkeit der Figur zum Vorschein. Einerseits möchte er sein Volk vor Ungerechtigkeiten bewahren, anderseits geht er gegen dessen Peiniger mit rohester Gewalt vor. Der Leser wird herausgefordert, sich mit dem Vorgehen des Protagonisten ernsthaft auseinanderzusetzen. Sinestro ist eine aufregende Figur mit komplexen Charakterzügen, die 1961 von John Broome und Gil Kane erschaffen und anschließend über Jahre sorgfältig ausgearbeitet wurde. In „Die Furcht der Macht“ fließen auch diese Gesichtspunkte mit ein und zeigen, dass Sinestros Wesen eben nicht mit simplen Adjektiven wie gut oder böse zu beschreiben ist.

 

Der erste Band setzt sich aus fünf Kapiteln zusammen, die zwischen Juni und Oktober letzten Jahres in englischer Sprache erschienen sind. Cullen Bunn, der bereits Storys für Hochkaräter wie Batman, Superman und Deadpool verfasste, verfrachtet seine Hauptfigur in eine interessante Situation, die weit davon entfernt ist, hoffnungsvoll zu sein. Dale Eaglesham verleiht dieser Geschichte die entsprechend düsteren Zeichnungen, die sie braucht, um angemessen erzählt zu werden. Stören können sich Leser höchstens an Sinestros Erscheinungsbild, das eher an eine Alien-Version von Dwayne Johnson als an den gewohnt drahtigen Spargeltarzan erinnert. Dennoch: Der rosafarbene Antiheld überzeugt durch ein Soloabenteuer, das nicht kategorisch zwischen Gut und Böse unterscheiden möchte und gerade deshalb einen frischen Ansatz in die sonst so schillernde Welt der Superhelden bringt. Wer mehr über einen der interessantesten Antagonisten der DC-Welt erfahren möchte, greift bei diesem frischen Kapitel des Green-Lantern-Universums unbedingt zu.

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