The Steve Austin Show: Der entfesselte Podcast

Schluss ist erst, wenn bis drei gezählt wurde: „Stone Cold“ Steve Austin verteilt auch noch nach Karriereende in seinem Podcast verbale Fäuste. Ich habe mir „The Steve Austin Show“ angehört und bin begeistert wie mein neunjähriges Ich vom Undertaker.

 

 

Podcasts haben es bei diesem umfangreichen Angebot schon im Allgemeinen schwer, doch gerade die Gesprächsrunden, welche von Wrestlern und Wrestlingbegeisterten initiiert wurden, sprießen nur so aus den Streaming- und Download-Listen. Ob Roddy Piper, Goldberg, Chris Jericho oder Jim Ross, die Lust, einem weltweiten Publikum aus dem eigenen (Berufs-)Leben zu erzählen, haben viele Sports Entertainer. Steve Austin, mehrfacher WWE Champion, Hall Of Famer, Schauspieler, Moderator und Synchronsprecher, liefert neben all seinen Kollegen jedoch den mit Abstand unterhaltsamsten Podcast ab: „And that’s the bottom line, ‘cause Stone Cold said so!“

 

Im April vergangenen Jahres ging „The Steve Austin Show“ das erste Mal über den Podcast-Anbieter Podcast One auf Sendung. Seitdem wurden bereits knapp 150 Episoden zum Download und Stream angeboten, jeden Donnerstag kommen weitere hinzu. Wenn Austin nicht gerade Berühmtheiten aus dem Wrestling- und MMA-Zirkus wie Kevin Nash, Shawn Michaels, Chael Sonnen oder Stephan Bonnar zu Besuch hat, berichtet er aus seinem Alltag oder beantwortet Fragen seiner Zuhörer. Die unzähligen Stuhlschläge auf den Kopf scheinen Austin dabei nicht geschadet zu haben, denn frische Ideen hatte der ehemalige Ringmaster bisher zuhauf. Ob er eine Stunde lang über Fliegen (nicht das Flugzeug, sondern das Tier) spricht und am Ende der Folge in guter alter Hörspielmanier gegen das Insekt kämpft oder hilfreiche Lebenstipps wie „immer einen Zweitschlüssel und ein Taschenmesser mitnehmen“ vom Stapel lässt, Hogan könnte es definitiv nicht besser wissen.

 

Steve Austin ist ein selbsternannter Redneck, Kauderwelsch muss der Hörer dennoch nicht befürchten. Stone Cold spricht klar und deutlich, weshalb es auch mit Englischkenntnissen unter C2-Niveau möglich ist, dem Texaner zu folgen. Gerade aus dem Blickwinkel eines Europäers sind Austins Ansichten trotzdem eher befremdlich und lassen sich mit „God bless America!“ einfach auf den Punkt bringen. In Austins Welt sind Menschen in Uniformen noch Helden und Schusswaffen eine Sache des Grundrechts. Stockkonservativ sind seine Wertvorstellungen trotzdem nicht. „What also chaps my ass is that some of these churches have the high horse that they get on and say, ‚We as a church do not believe in that,‘ (…) Which one of these mother fuckers talked to God and God said that same-sex marriage was a no-can-do?”, sprach er sich im Rahmen seines Podcasts beispielsweise gegenüber verbohrten “Meinungen” der Kirche aus.

 

Wer noch die gute alte Attitude Era zu Zeiten der World Wrestling Federation kennt, weiß, dass Stone Cold kein Kind von Traurigkeit ist. F-, A- und manchmal auch P-Worte sprudeln aus dem Mann heraus, als wäre er eine Figur aus „South Park“. Jeden Dienstag erscheint nicht ohne Grund eine „familienfreundliche“ Version der aktuellen Episode. Doch auch ein Steve Austin muss seine Show finanzieren, weshalb man als Hörer nicht um jede Menge Werbeansagen herumkommt. Diese werden jedoch von Austin höchstpersönlich mit einem Elan vorgetragen, dass man meinen könnte, er sei tatsächlich von den dargebotenen Produkten überzeugt. Auf der Website des Auburn Citizen schrieb David Wilcox dazu: „Austin’s enthusiasm doesn’t flag a bit when he has to read ad copy, making his pitches for Onnit health products like T+ and Alpha Brain recitable word for word.”

 

Wer nun Lust auf die Show bekommen hat, gelangt hier auf die Seite.

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