Review: Raptile – Classic Material

Raptile hat innerhalb der deutschen Rap-Szene nicht den besten Ruf. Ihm kann es egal sein, denn mit seinem zweiten Album „Classic Material“ schielt er sowieso in die Staaten.

 

Was haben wir uns nicht alle schon über Raptile aufgeregt. Jeder Head, der etwas auf sich hält, musste etwas gegen den auf Englisch rappenden MC sagen. Es geht doch nicht, dass jemand so arrogant sein kann. Es geht doch nicht, dass dieser Typ meint, mit den ganz Großen aus den Staaten mithalten zu können. Nein, wie schön waren die Zeiten, in denen wir alle (und nun lügt euch nicht selbst in die Tasche) über Raptile gelästert haben?!

 

Doch diese Zeiten sind vorbei! „Classic Material“ liegt uns in Form eines 10-Tracks-Snippet vor. Und das kann tatsächlich begeistern. Wenn man sich erst einmal an Raptiles simplen Rhyme-Style und seinen eigenwilligen Flow gewöhnt hat, kann man wirklich Freude mit den glänzenden Produktionen haben. Die Arrangements sind überladen, die Hooks auf Kommerz ausgerichtet und die Inhalte der Texte in den meisten Fällen unwichtig. Doch genau das ist das wunderbare an diesem Album. Es soll einfach nur Spaß.

 

Raptile scheißt drauf, ob Peter W., 15 aus Althütte, etwas mit der Liebeserklärung „My Everything“ anfangen kann oder ob Jürgen S., 14 aus Auenwald, Battle-Tracks wie „Murder U“ mag. Alles egal, Hauptsache der Rest liebt so kitschige Songs wie „Fallin From Heaven“ oder Party-Bomben wie „Make Y’All Bounce“. Und das wird er! Dafür sorgen Produzenten wie Denaun Porter (D12) oder DJ Kahlil und Gastrapper wie Xzibit, Redman, Wayne Wonder oder Promoe.

 

In den Staaten Fuß zu fassen, ist ein ambitioniertes Ziel. Diese Platte hat aber das Zeug dazu. „Classic Material“ wird zwar nicht Classic Material werden, aber ein schlechtes Album ist es auf keinen Fall. Definitiv prunkvoller als der Vorgänger „Da Basilisk’s Eye“.

 

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