Review: Italo Reno & Germany – Hart aber herzlich

Curse‘ Fußsoldaten geben ihr Albumdebüt. Wir haben uns „Hart aber herzlich“ von Italo Reno & Germany angehört.

 

Italo Reno und Germany standen immer Schatten des „mächtigen“ Curse. Und das, obwohl die beiden Mindener schon seit 1990 aktiv sind. 1999 brachten sie ihre erste EP heraus, ließen 2000 als „Der Klan“ sogar ein ganzes Album folgen und zuletzt wurden sie durch das „Big Minden“-Mixtape ein Gesprächsthema. Den wirklichen Durchbruch, den Hit oder das Mega-Album konnten sie bis heute jedoch nicht abliefern. Doch das soll sich mit ihrer Langspielplatte „Hart aber herzlich“ ändern.

 

21 Stücke (inklusive Intro, Outro und Skits), Features von Kool Savas, Olli Banjo, Curse, Samir, Stress & Trauma und sogar Joachim Deutschland, Beats von Busy, Curse, Patrick Ahrend, Jaleel, Shusta und Kool DJ GQ lassen auf Großes hoffen. Nach dem ersten Hören der 41-minütigen Promo-CD, stellt sich jedoch ein Gefühl der Leere ein. Nicht falsch verstehen, „Hart aber herzlich“ ist kein schlechtes Album, ganz im Gegenteil. An manchen Stellen fehlt aber der Tiefpunkt, der Knaller, das Bonbon, das den Gesamteindruck über den Durchschnitt hievt.

 

Zwar erzählt das Duo in Tracks wie „Ihr schafft das“, „Mein Herz“ oder „Ich seh!“ von Dingen, mit denen sich fast jeder identifizieren kann (Kindheit, Coming-of-Age, etc.), aber im Gegensatz dazu gibt es auch Lieder wie „Heut Nacht“, „Endlich“ oder „Reno – Germany“, die in einer ähnlichen Form auch andere Rapper schon gemacht haben. Gerade die Singleauskopplung „Bitch“ zeigt die Misere, in der die beiden Rapper stecken. Zum einen haben sie einen todsicheren Abgeh-Beat gepickt und zum anderen Kool Savas als Gast eingeladen. Inhaltlich geht es um Schlampen, Bitches, Schwänze und Geld. Bitte!? Wo bleiben da die Protagonisten Italo Reno und Germany?

 

Italo Reno und Germany können rappen. Das haben sie zumindest mit diesem Album klar und deutlich bewiesen. Es gibt in der oberen Deutschrap-Liga viele MCs, die wesentlich schlechter am Mic sind als die zwei Westfalen. Dennoch gibt es auch hunderte MCs, die solch ein Album ebenfalls machen könnten. „Hart aber herzlich“ ist kein Überalbum, aber auch kein Reinfall. Mit dem nächsten Werk schießen Italo Reno & Germany den Vogel sicherlich ab.

 

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