Review: Happy Death Day

„Happy Death Day“ schickt die Hauptfigur in eine Zeitschleife, in der sie immer wieder stirbt. Und weil der Vergleich mit „Und täglich grüßt das Murmeltier“ ausgelutscht ist: „Edge of Tomorrow“ trifft auf einen Slasher-Film.

 

Jason Blum kann jetzt schon auf ein erfolgreiches Jahr 2017 zurückblicken. Seine Firma Blumhouse Productions investierte mit „Get Out“ und „Split“ in zwei Filme, die sowohl Kritiker- als auch Kassenerfolge waren. Bei einem zusammengerechneten Budget von 13,5 Millionen spielten sie mehr als 530 Millionen US-Dollar ein. Ob der neuste Blumhouse-Streich „Happy Death Day“ ähnliche Triumphe feiern wird, ist fraglich. An den Kinokassen läuft es zwar, doch inhaltlich weist der Film des „Paranormal Activity“-Regisseurs Christopher B. Landon einige Mängel auf.

 

Halbherzige Erklärungen

 

„‘Und täglich grüßt das Murmeltier‘ trifft auf Slasher-Film“, heißt es in so ziemlich jeder Review, die über „Happy Death Day“ geschrieben wird. Dabei kann den Rezensenten noch nicht einmal Einfallslosigkeit vorgeworfen werden. Besser lässt sich die von Comicbuchautor Scott Lobdell (X-Men, Iron Man, Generation X) geschriebene Geschichte nicht zusammenfassen. Protagonistin Tree wacht verkatert in einem fremden Campusbett auf. Die Party war heftig, doch der bevorstehende Tag wird noch heftiger. Ein Mörder ist hinter ihr her. Vollendet dieser sein Ziel, beginnt Trees Tag von vorne. Wie kann sie ihn stoppen und damit die ewige Wiederholung verhindern?

 

Nicht umsonst vergleicht auch eine der Figuren das Erlebte mit „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Der Qualitätsunterschied zwischen „Happy Death Day“ und Bill Murrays Zeitschleifenklassiker ist jedoch riesig. Nicht alles in „Happy Death Day“ macht Sinn, Logiklöcher zerstören ganze Szenen. Der Film gibt sich keine Mühe, die Charaktere untereinander kommunizieren zu lassen. Stattdessen fühlt sich der Zuschauer wie Nebenfigur Carter (Israel Broussard), der nach der zehnten Tageswiederholung nicht mehr nachfragt, sondern Trees‘ schräges Verhalten hinnimmt und ihre halbherzige Erklärung glaubt.

 

Weil sie die Campusschönheit ist

 

Tree, die von „La La Land“-Nebendarstellerin Jessica Rothe verkörpert wird, ist eine unsympathische Hauptfigur. Das macht auch die unglaubwürdig zügig voranschreitende Charakterentwicklung zur coolen Person nicht wett. Identifikationsflächen möchten einfach nicht entstehen. Auch Love Interest Carter gibt ein fragwürdiges Bild ab. Dass er sich in die Campusschönheit verliebt, weil sie die Campusschönheit ist, wird einfach vorausgesetzt. Das mit Klischees beladene Studentenleben, das sich zwischen arroganten Verbindungsmitgliedern, hässlichen Ökoaktivisten und gutaussehenden Dozenten, die ihre Studentinnen vernaschen, abspielt, passt da nur zu gut ins Bild.

 

Doch trotz aller Kritikpunkte ist „Happy Death Day“ ein unterhaltsamer Film, der zum Lachen und Erschrecken anregt. Der Horror beschränkt sich zwar auf erahnbare Jump-Scares, doch diese sind angenehm auf die 96 Minuten Spielzeit verteilt. Im Finale versucht der Film sogar in Shyamalan-Gefilden zu schwimmen und mit einem Twist zu überraschen. „Happy Death Day“ weiß seine Schwächen zu überspielen, was ihn zu einem erstaunlich gelungenen Zeitschleifenfilm macht. Empfehlenswert ist es übrigens, vor dem Kinobesuch auf das Schauen des Trailers zu verzichten, um Spoiler zu vermeiden.

 

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