2013 – Freunde blicken zurück (Teil 1)

Letzte Woche konntet ihr bereits meinen ausführlichen Rückblick auf das Jahr 2013 lesen. Nun haben wir befreundete Musiker, Blogger, Filmemacher und Redakteure nach ihren popkulturellen Höhepunkten der vergangenen 12 Monate befragt. Antworten in Hülle und Fülle gibt es in der dreiteiligen Reihe „2013 – Unsere Freunde blicken zurück“:

 

Benni

(Autorlike it is ’93)
www.twitter.com/HolgerHathart

 

Bester Film:Rubber“ von Quentin Dupieux aka Mr. Oizo. Geht um einen mordenden Reifen, was zuerst unsagbar blöde klingt, aber ein verteufelt genialer Film ist!

Bester Kurzfilm: Dieses Jahr keine angeschaut.

Bester Tonträger: Heimlicher Favorit: Das Ergebnis wäre „Stille“ von Herrenmagazin, beim Track „Dein Wort“ geht mir das Herz auf.

Bestes Konzert: La Dispute im Juha West. Das war doch 2013, oder?

Bestes Buch: Habe die komplette „A Song Of Ice And Fire“-Saga (aka Game Of Thrones) auf englisch gelesen und bin bös‘ begeistert.

Bestes Videospiel: „Borderlands 2“ fand ich stark. Viel Zeit mit meinem Mitbewohner Jochen davor verbracht. Releasedatum hin oder her, mein Spiel 2013.

Bester Comic: “Donjon“. Artikel dazu folgt auf like it is ’93.

Beste(s) Ausstellung/Theaterstück/Sonstige Veranstaltung: „Das Boot“ im kleinen Theatherhaus Stuttgart (oder so). Film nie gesehen, aber grandios inszeniert. Wirklich. Lohnt sich.

Sonstiges Highlight: Umzug nach München, neue Wohnung, neuer Job, neues Leben – alles irgendwie super.

Größter Scheiß: Magenverstimmungen mit 6-8mal kotzen, Infusion im Krankenhaus. Ich H.A.S.S.E. kotzen.

Worauf du dich 2014 am meisten freust? Gutes Wetter, vielleicht ne kleine Reise machen.

 

Thomas Pyrin

(Rapper/Lyriker)
www.pyrin.de
www.facebook.com/meanpyrin

 

Bester Film: Inside Llewyn Davis // Only lovers left alive

Bester Kurzfilm: Hab mir keinen aktuell veröffentlichten angeschaut, aber ein älterer: Die Lipsett-Tagebücher.

Bester Tonträger: Atoms for Peace – AMOK // Steven Wilson – the raven that refused to sing

Bestes Konzert: Atoms for Peace beim Melt // Steven Wilson im Theaterhaus Stuttgart

Bestes Buch: Keins gelesen, dass 2013 gezeugt oder geworfen wurde aber viele gelesen. Davon: Arno Schmidt – Die Gelehrtenrepublik // Robert Harris – Imperium // Robert Harris – Titan // Hermann Hesse – Das Glasperlenspiel

Bestes Videospiel: Ich bin absolut kein Zocker aber hätte ich GTA gespielt, würd ich sehr wahrscheinlich GTA sagen, also GTA.

Bester Comic: Diese Kafka-Comics von Mairowitz und so. Weiß aber nicht, wann die veröffentlicht wurden und bin zu faul, nachzuschauen. Sind auf jeden Fall großartig, gerade wenn man Kafka mag.

Beste(s) Ausstellung/Theaterstück/Sonstiges: Die Otto-Dix-Ausstellung in Stuttgart.

Sonstiges Highlight: Es gab viele monumentale Augenblicke privater Natur, die gehören aber mir.

Größter Scheiß: Ich fand viel scheiße. Was besonders Herausragendes fällt mir just gar nicht ein, darum tun wir doch einfach so, als wär alles Eierkuchen. Oder halt stopp: Sagen wir: Die Ergebnisse der Bundestagswahl.

Worauf du dich 2014 am meisten freust? Konzerte, Filme, hoffentlich endlich das neue Tool-Album, eigene Projekte und sowas. Im Grunde dasselbe wie letztes Jahr.

 

Tim Gerrits

(Singer-Songwriter)
www.timgerrits.eu

 

Bester Film: „Gravity“ – Nie zuvor habe ich mich 90 Minuten lang an meinem Kinosessel festgekrallt, um nicht wegzufliegen.

Bester Kurzfilm: Parallel Parking“ und „Late For Meeting“ – Mit grossem “…..Was bitte?”-Faktor.

Bester Tonträger:Bonobo – The North Borders“ – Abwechslungsreiches Album mit traumhafter elektronisch-orchestralischer (oder so änhlich) Musik.

Bestes Konzert: Parov Stellar Band, London – Man nehme unfassbar tanzbare Electro-Swing-Musik und spiele mit einer Liveband dazu. Das Ganze in einem kleinen Club in London: Perfekt.

Bestes Buch: Michel Houellebecq „Die Moeglichkeit einer Insel“ – Wenn auch nicht so gut wie mein Lieblingsroman “Karte und Gebiet”, aber sehr clever geschrieben mit einer unfassbar realistischen Beobachtungsgabe für das Alltägliche.

Bestes Videospiel: „Bioshock: Infinite“ – Wenn auch nicht sonderlich schwierig, ein schön gestaltetes Luftschloss mit spannender Story.

Bester Comic: XKCD – Clevere Comics aus dem Leben von Physik- und Infonerds, gemalt von einem ehmaligen NASA-Mitarbeiter.

Beste(s) Ausstellung/Theaterstück/Sonstige Veranstaltung: Rocken am Brocken Festival – Das erste Festival, auf dem ich selbst spielen durfte, zusammen mit wichtigen und tollen Freunden erlebt und viele neue Freunde gefunden. Was wünscht man sich mehr?

Sonstiges Highlight: Alles, was ich dieses Jahr mit meiner Musik erleben durfte.

Größter Scheiß: Bürokratie – Wenn plötzlich alle Geld von einem haben wollen.

Worauf du dich 2014 am meisten freust? Auf so viel neues! 😉

 

Lars Schnell

(Filmemacher)
www.startnext.de/anotherworld-kurzfilm

 

Bester Film: „Fack ju Göhte“ – weil ich endlich mal wieder bei einer deutschen Komödie lachen konnte

Bester Kurzfilm: „Adam & Dog“ – hätte den Oscar verdient

Bestes Buch: „Wann wird es endlich wieder so, wie es war“ (von Joachim Meyerhoff)

Bestes Videospiel: Blackguards (turn-based RPG)

 

Fabian

(Blogger)
http://www.gefuehlsbetont.wordpress.com
http://twitter.com/gefuehlsbetont_

 

Bester Film: Ich war verdammt selten im Kino. Super fand ich „Iron Man 3“, gereizt hat mich „The Conjuring“, nachdem ich ihn sah, war ich sehr enttäuscht: Zwar hat man sich stellenweise gegruselt, doch war alles wieder 100%-Horrorfilmklischee (glückliche Familie zieht in verlassenes, altes Haus ohne Nachbarn und knöchrigem Baum), lächerlich machte es nur noch der Exorzismus und die Einbindung der katholischen Kirche. Das nahm dann jeglichen Ernst und den Gruselfaktor raus, der dann kaum anhalten konnte. Nicht mal der Hinweis, dass es wohl nach einer wahren Begebenheit stattgefunden haben sollte. Zudem war ich bei Filmveranstaltungen von „Blut muss fließen“, der Undercover unter Nazis-Dokumentation, die mit dem Regisseur gezeigt wurde und bei der Filmpremiere von „Frage-Zeichen“ im Kino Delphi im Oktober, bei dem Stuttgarter Jugendliche Zeitzeug_innen, die während des Nationalsozialismus in Stuttgart lebten, interviewten.  Interessant fand ich zudem den Trend, Konzerte live ins Kino zu übertragen (Cro, Die Ärzte, Keane).

Bester Kurzfilm: I Forgot My Phone„, Der Imagefilm über Didi’s Obststandl? Gelten da auch Musikvideos? Dann bitte von Thees Uhlmann – Am 7.März, ClickClickDecker – Brustschwimmen im Nebel, Jeans Team – Scheiss drauf, Käfer K – Mühle und von Adolar – Raketen. Und vielleicht alle Kurzen Prozesse von Intro.

Bester Tonträger: Messer – Die Unsichtbaren; Adolar – Die Kälte der neuen Biederkeit; CocoRosie – Tales of a GrassWidow; Tocotronic – Wie wir leben wollen; Love A – Irgendwie; Turbostaat – Stadt der Angst; The National – Trouble will find me
(Mehr erwartet wurde von Herrenmagazin – Das Ergebnis wäre Stille; Editors – The Weight of your love; Thees Uhlmann – #2)

Bestes Konzert: (Reihenfolge chronologisch, ohne Wertung)
1. Element of Crime, Freiheiz München, 10.04.13
2. Tocotronic, Erlangen E-Werk, 11.04.13
3. Pascow/Captain Planet/Mofa, KeinKultur-Festival Bonn, 27.04.13
4. CocoRosie, Maifeld Derby Mannheim, 31.05.2013
5. The Notwist, Maifeld Derby Mannheim, 31.05.2013
6. The Burning Hell, Flint Ludwigsburg, 11.07.13
7. Die Nerven/Die Selektion, Wagenhallen Stuttgart, 01.08.13
8. Hello Piedpiper!, Versöhnungskirche Sindelfingen, 14.09.13
9. Kettcar, Berlin Independent Night, 28.09.2013
10. Sea+Air/Honig, Kreuzkirche Nürtingen, 27.11.13
11. Adolar, Real Motherfuckin X-MAS Festival, LKA Stuttgart, 19.12.13
–> ausführlich: http://gefuehlsbetont.wordpress.com/2014/01/08/my-year-in-lists-beste-konzerte-2013

Bestes Buch: Eine Mahnung an mich selbst, ich habe kaum gelesen, außer Songtexte. Auf meiner Bücherliste standen der neue Regener-Roman „Magical Mystery“ und Frank Spilkers „Es interessiert mich nicht, aber das kann ich nicht beweisen“, die ich alle noch nicht gelesen habe, aber für sehr interessant erachte. Ein Tipp aus 2012 ist Linus Volkmanns „Kein Schlaf bis Langenselbold“ (vor allem für Popkulturfreaks, Dorfkindern, Pubertätsklischee- und Coming of Age-Storysliebhabern) und Torsun Burkhardts „Raven wegen Deutschland“.

Bestes Videospiel: Bin kein Zocker, schätze aber die Gamechecks von Coldmirror und in der Intro von Linus Volkmann und Felix Scharlau

Bester Comic: Keine Angabe, vielleicht aber die Comicbeilage bei der neuen EP von Casanovas Schwule Seite.

Beste(s) Ausstellung/Theaterstück/Sonstige Veranstaltung: Ich war bei einer Lesung von Max Goldt, die mir sehr viel Freude bereitet hat. Auch die „Känguru-Offenbarung“ live von Marc-Uwe Kling war ein Genuss. Beide im Theaterhaus. Als großes lokales Special möchte ich „Poetry on Tour“ nennen, die in ganz Baden-Württemberg Ende September/Anfang Oktober tourten und auch zweimal in Stuttgart waren. Die 5 recht bekannter Slammer_innen Nikita Gorbunov, Harry Kienzler, Theresa Hahl, Hanz und Sylvie le Bonheur brachten Spoken Word und neue Lyrikformen als Workshops in Klassenzimmer und führten abends klassische Slamshows auf. Das Highlight war das finale Tourstück in der Rosenau. Ausstellungen von Nagel hab ich verpasst, im Theater war ich Anfang 2013 im JES, „Das Babylon-Projekt“ – das junge Ensemble ist generell zu empfehlen. Die Livepainting-Street-Art-Aktion auf dem Marktplatz vom Stadtjugendring bei der StuttgartNacht fand ich auch beeindruckend.

Sonstiges Highlight: Veganer Döner in Stuttgart eingeführt (Dilgelay, Stöckach), Reunion der Kölner Punkrockband MOFA, Useless Fanzine-Sampler 2013, 10 Jahre Audiolith, Nacht-S-Bahnen in Stuttgart, alljährlich die X-MAS-Tape-Aktion von Montreal; Der Clown in Northampton; Claudia Roth als DJ im Rocker33; Cola mit Namensettikett; Gleichstellung vom Bundesverfassungsgericht; Andrea Nahles singt im Bundestag; This duck is Tocotronic-Tumblr; Kettcar aufm Schiff

Größter Scheiß: Höchstwahrscheinlich muss das Molotow in Hamburg schließen; Wegfall der Stuttgarter Waggons am Nordbahnhof (FFUS); Gefahr des Wegfalls vom Stuttgarter Studiengang für Jazz/Pop (Musikhochschule); Aus für diverse Festivals wie Bootboohook oder Omas Teich; Übergriffe auf Flüchtlingsheime; Frei.Wild und die dazugehörige Debatte; Einstellung von ZDF Kultur; immer noch Bandcontests, Massenfestivals wie Rock am Ring ohne Line-Up-Anspruch und Musikindustrie; Tod von Marcel Reich-Ranicki; Künstlersozialkasse in Gefahr; Festsaal Kreuzberg abgebrannt, Frau Potz machen Pause, 100 Kilo Herz macht Schluss und der Harlem Shake war eigentlich auch gar nicht soo lange lustig. Zu wenig Flashmobs in Stuttgart auch.

Worauf du dich 2014 am meisten freust? Zunächst erneut auf tolle Konzerte und Alben (z.B. von Marcus Wiebusch, ClickClickDecker, Pascow, Findus, Matula, KMPFSPRT, The Notwist, Judith Holofernes, Die Sterne, Egotronic, Die Nerven, Honig, Ben Schadow, Tigeryouth,…), da ist ja immer einiges geboten. Ansonsten glaub ich wirklich, dass 2014 ein spannendes Jahr wird. Hab ich irgendwie in mir. Und auch hoffe ich 2014 auf Weltfrieden, dass sich alle liebhaben und Platten statt MP3s kaufen. Support your local record store & geht auf Konzerte.

16 Comments

  1. Bestes Foto in einem Jahresrückblick: Benni.

  2. wer kommt morgen noch?

  3. Yeah, das hat Spaß gemacht!

  4. Tim hat recht XKCD ist geil und dieser Fabian hört viel gute Musik!

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  1. 2013 – Freunde blicken zurück (Teil 2) – like it is '93 // das Popkultur-Magazin

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