Kurz & knapp #82: Deez Nuts, Joker, Good Girls, 198X, WWE 2K20…

Kurz-Reviews: Unter anderem mit „Joker“

So viele Neuerscheinungen und so wenig Zeit, all diese Platten, Filme, Spiele und Comics ausführlich zu behandeln. Im Format “Kurz & knapp” bringen wir es daher auf den Punkt. Dieses Mal dabei: Alexander Marcus, Deez Nuts, Joker, Frau Jordan stellt gleich, Good Girls, Rhythm + Flow, 198X & WWE 2K20.

 

Alexander Marcus „Pharao“

Auf dem siebten Soloalbum „Pharao“ verändert Alexander Marcus seine Formel nicht. Nach wie vor legt er alberne Schlagertexte über partytaugliche Elektromusik. Dabei bleiben die Songs nicht aufgrund ihrer Ohrwurmqualitäten, sondern vielmehr wegen der verrückten Zeilen hängen. Bei all dem vermeintlichen Nonsens ist Alexander Marcus hoch anzurechnen, dass er stets lebensbejahend klingt: „Ich glaube fest daran, dass die Menschen alle stark sind“. +++ Die Hardcore-Prolls von Deez Nuts haben schon auf dem Vorgänger „Binge & Purgatory“ angedeutet, dass der hedonistische Lifestyle zwischen Schnapsflasche und durchgemachten Partynächten nicht für immer anhält. Auf ihrem sechsten Studioalbum „You Got Me Fucked Up“ spiegelt sich diese Neuausrichtung auch im Sound wider. Songs wie „Singalong“ und „Crooked Smile“ klingen unangenehm poppig. In „DTDFL4EVA“ kommen sogar Fanfaren zum Einsatz. Fans fühlen sich betrogen und flüstern leise „Stay True“. Auch wenn die Platte in der zweiten Hälfte Ermüdungserscheinungen aufweist, funktioniert sie losgelöst von der Bandhistorie trotzdem gut.

 

Joker

Brutal, herausragend gespielt und bildgewaltig – Joker weckt ähnlich beklemmende Gefühle wie „A Clockwork Orange“. Kaum zu glauben, dass Todd Phillips – Regisseur von „Hangover“ – diesen Fiebertraum geschrieben und gedreht hat. Joaquin Phoenix verkörpert den Killerclown mit einem beeindruckenden Körpereinsatz. Der Wandel zum mordenden Märtyrer geschieht in langsamen Schritten. Dadurch fällt die Entstehungsgeschichte von Batmans Erzfeind unangenehm nachvollziehbar aus. Wer starke Nerven mitbringt, wird mit einem Anwärter auf den Film des Jahres belohnt. +++ „Stromberg“-Autor Ralf Husmann kehrt mit seiner neuen Serie Frau Jordan stellt gleich ins Büro zurück. Katrin Bauerfeind schickt er darin als Gleichstellungsbeauftragte in den Kampf gegen die Benachteiligung von Minderheiten. Dass sich daraus reichlich Randgruppenwitze ergeben, dürfte niemanden überraschen. „Frau Jordan stellt gleich“ möchte bei all dem Gaudi aber mehr als nur schocken. Das gelingt der Serie nicht immer, schafft es im Laufe der acht Episoden dennoch häufiger, als es die erste Folge vermuten lässt.

 

Good Girls

In der zweiten Staffel von Good Girls wird die Schlinge immer enger. Beth, Ruby und Annie rutschen noch tiefer in die Unterwelt ab, wodurch sie ins Visier des FBI geraten. Neue Charaktere sowie der Fokus auf Nebenfiguren lassen auch diese 13 Folgen nicht langweilig werden. Fans dürfen sich zudem freuen, da Netflix bereits eine dritte Staffel der weiblichen Version von „Breaking Bad“ bestellt hat. +++ Mit Rhythm + Flow ist Netflix in den Casting-Rummel eingestiegen. Zusammen mit Cardi B, T.I. und Chance The Rapper sucht der Streaming-Dienst darin den nächsten Rap-Superstar. Dabei führt die Show keine Menschen vor, sondern stellt ihre Fähigkeiten in den Mittelpunkt. Die Teilnehmer_innen wachsen einem ans Herz, wodurch sich sofort ein Mitfiebern einstellt. Auch weniger Rap-affine Menschen haben ihren Spaß, da „Rhythm + Flow“ nicht mit Insider-Begriffen um sich wirft, sondern einen nachvollziehbaren Blick in den Schaffensprozess der Rap-Welt gewährt.

 

WWE 2K20

Retrospiele gibt es mehr, als die Spielerschaft braucht. 198X versucht es daher mit einem frischen Ansatz. Statt die Spieler_innen in eine Pixelwelt zu schmeißen, die die Optik von früher mit der Spielbarkeit von heute vereint, stellt das Game der H-Bit Studios die Geschichte in den Mittelpunkt. Protagonist „Kid“ lebt seine Pubertät in Videospielen aus. Mit jedem erlegten Gegner wächst sein Selbstbewusstsein. Neonfarbene Cutscenes erzählen die Geschichte und die Spieler_innen übernehmen die Steuerung in Levels, die Klassikern wie „Out Run“, „Final Fight“ und „R-Type“ nachempfunden sind. Als Minispielsammlung bietet „198X“ zwar kaum Wiederspielwert, die rührende Liebeserklärung an das Gaming geht trotzdem auf. +++ WWE 2K20 ist eine absolute Frechheit. Das Spiel rund um das größte Wrestling-Unternehmen der Welt strotzt nur so vor Glitches, die die Matches teilweise unspielbar machen. Die Wrestler_innen ähneln ihren realen Vorbildern mitunter überhaupt nicht. Wenn 2K nächstes Jahr nichts grundlegend ändert, sieht es schlecht aus für die einst so beliebte Serie.

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