Weihnachtsmann im Interview: „Zwischen Januar und April mache ich gar nichts“

Trotz Weihnachtsstress hatte der Weihnachtsmann Zeit, mir ein paar Fragen zu beantworten.

 

 

Weihnachten steht vor der Tür und ich habe mich daher mit niemand geringerem als dem Weihnachtsmann höchstpersönlich getroffen. Trotz extremen vorweihnachtlichem Stress konnte er fünf ruhige Minuten finden, um sich meinen Fragen zu stellen. Viel Spaß mit dem kompletten Interview:

 

Hallo Herr Weihnachtsmann, wie geht es ihnen?
Ho ho ho, ich bin immer etwas im Stress zur vorweihnachtlichen Zeit. Aber heutzutage muss man ja froh sein, wenn man überhaupt eine Arbeit hat.

 

Wie laufen die Weihnachtsvorbereitungen denn bisher?
Es werden einem sehr viele Steine in den Weg gelegt. Die Spritkosten sind so hoch wie nie, ein Umsteigen auf die Bahn ist bei der derzeitigen Lage eher unsicher und die Ansprüche der Kids steigen von Jahr zu Jahr. Manchmal muss man sich schon sehr zusammenreißen, um die Lust an der Sache nicht zu verlieren.

 

Was macht der Weihnachtsmann eigentlich, wenn kein Weihnachten ist?
Zwischen Januar und April mache ich gar nichts. Da fahre ich jedes Jahr an die Adria und lege mal so richtig die Füße hoch. Von Mai bis Oktober wird der Schlitten gewartet, die Hauptzentral auf den richtigen Stand gebracht und alles für die Weihnachtszeit vorbereitet.

 

Fassen sie doch bitte mal ihre bisherige Karriere zusammen!
Angefangen habe ich offiziell 1920. In diesem Jahr zog ich mir das erste mal meine bis heute bekannte Uniform an. 1931 nahm mich dann Coca Cola unter Vertrag und machte mich zu einem Household-Name. So finanziere ich auch die ganzen Geschenke für die Kinder da draußen. Vor der Vertragsunterzeichnung gab es nur Nüsse und Obst.

 

Viele stehen ihrer Kooperation mit Coca Cola eher skeptisch gegenüber. Was sagen sie selbst dazu?
Ich verstehe, dass die Entscheidung mit Coca Cola zusammen zu arbeiten nicht allen Menschen gefallen hat. Aber man muss das auch mal aus meiner Sicht sehen. Vor dieser Zeit war ich zum Beispiel nicht krankenversichert. Bei Coca Cola habe ich in der Hinsicht schon einen relativ sicheren Stand. Und was auch ein sehr großer Irrglauben ist, ist, dass viele Menschen denken, Coca Cola hätte mich erfunden. Ich war in einigen Regionen schon Jahre vor der Werbekampagne aktiv. Aber wie gesagt: Dank dem Limonandenhersteller wurde ich weltweit ein gefragter Mann.

 

Viele behaupten ja, dass sie am Nordpol wohnen. Stimmt das?
(lacht) Da gibt es einige Theorien. Viele Amerikaner und Europäer glauben das tatsächlich. Die Finnen denken sogar, dass ich in Korvatunturi lebe. Die Schweden glauben in Dalarna, die Dänen auf Grönland und – was mich immer wieder besonders zum Schmunzeln bringt – die Schweizer im Schwarzwald. Und auch über mein Fortbewegungsmittel wurden schon einige Gerüchte gestreut. Die Schweizer gehen davon aus, dass ich mit einem Esel auf Reisen gehe. Und die Niederländer haben wohl zu viel geraucht als sie in die Welt setzten, dass ich mit einem Dampfschiff von Spanien aus die Geschenke verteilen würde.

 

Und wo wohnen und wie reisen sie denn jetzt tatsächlich?
Unterwegs bin ich ganz klassisch mit einem Schlitten und meinen Rentieren Rudolph, Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Comet, Cupid, Donner und Blitzen. Meinen Wohnsitz kann ich leider nicht verraten, da ich sonst ja gar keine Ruhe mehr hätte.

 

Aber wie bekommen sie dann die ganzen Wunschzettel von den Kindern?
Die holen meine Helfer direkt bei den Eltern ab.

 

Macht ihnen bei all dem Stress und der Publicity ihr Job eigentlich noch Spaß?
(energisch) Auf jeden Fall!!! Ich würde nichts anderes in der Welt machen wollen. 1917 habe ich mal in einer Bank gearbeitet, aber das hat längst nicht so viel Spaß gemacht.

 

Haben sie ein Lieblingsweihnachtslied?
Ich höre in der Regel wenig Weihnachtsmusik. Aber was ich derzeit sehr gerne in meinem Schlitten höre, ist das neue Britney-Spears-Album. Amerikanischer Gangsta-Rap ist jedoch auch nicht ohne.

 

Was wünschen sie sich für das diesjährige Weihnachtsfest?
Das die Jüngeren das Fest mal wieder nutzen, um etwas Zeit mit ihren Eltern zu verbringen. Man muss Heilig Abend nicht so schnell wie möglich wegkommen, um sich irgendwo mit den Freunden einen rein zu lassen.

 

Gibt es sonst noch etwas, was sie uns unbedingt erzählen möchten?
Das gibt es in der Tat. Es heißt doch, dass Elvis die meisten Nachahmer und Imitatoren hätte. Das ist aber völliger Quatsch. Ich habe selbstverständlich die meisten Imitatoren und Nachahmer auf meiner Seite. Jedes Jahr ziehen sich tausende Volldeppen einen roten Mantel, einen weißen Bart und eine Mütze über, um irgendwelche Kids da draußen zu begeistern. Doch ich bin mir sicher, dass sich irgendwann die Qualität durchsetzen wird und die Leute wieder den echten Weihnachtsmann in ihren Kaufhäusern, Kinderweihnachtsfeiern und Wohnzimmern haben möchten.

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