Review: Carolin Kebekus – Ghetto Kabarett

Carolin Kebekus macht jetzt auch Musik. Wie ihr Album „Ghetto Kabarett“ klingt, erfahrt ihr in der Review.

 

Seit ihrer Pro-Sieben-Show „Broken Comedy“ und unzähligen weiteren TV-Auftritten dürfte der Name Carolin Kebekus so langsam im Bewusstsein der deutschen Fernsehzuschauer angekommen sein. Begleitend zu ihrer ersten Solo-Tour („Pussy Terror“) erscheint nun auch eine Platte, die nicht das übliche Stand-Up-Programm, sondern 14 sich selbst nicht allzu ernstnehmende Rap-Stücke zu bieten hat.

 

Wer die Kölnerin im Verbund mit Fifty Sven und Scheiss T als Pussycat Prolls kennt, weiß, was sich Carolin Kebekus auf die Fahnen geschrieben hat. HipHop benutzen, Klischees überzeichnen und das Ganze als Vorhalten eines Spiegels für die Gesellschaft verkaufen. Neu ist das jedenfalls nicht. Und es kommt, wie es kommen muss: In den meisten Fällen funktioniert das übertriebene Gefluche, Gepose und Geprolle auf „Ghetto Kabarett“ einfach nicht.

 

„Asozial“, „Deine Schwester“ oder „Sexy Playboy“ sind Stücke, die schlichtweg nicht witzig sind. Es ist keine Kunst, besonders plump zu texten, um bewusst noch schlechter zu sein als die, die man da eigentlich auf den Arm nehmen möchte. Da können wir auch gleich wieder „Yo“ schreien und mumienartig herum gestikulieren, wenn uns mal wieder jemand erzählt, dass er HipHop mag.

 

Wer will sich das alles letztendlich anhören? Wer gehört zur Zielgruppe von Kebekus‘ Sprechgesangszirkus? Was mit den Pussycat Prolls vielleicht in Form von YouTube-Videos funktioniert hat, macht auf Langspielplatte einfach keinen Spaß mehr. Und überhaupt: Witze über die Rap-Szene machen meistens nur dann Laune, wenn sie direkt aus der Szene kommen. Siehe K.I.Z. oder Favorite.

 

Carolin Kebekus ist mit „Ghetto Kabarett“ definitiv kein großer Wurf gelungen. Im Endeffekt ist das wieder nur eine Platte, die sich zwischen dem Schmalspurhumor von Comedy-Versagern wie Super Richie, Dragan & Alder oder Erkan & Stefan einreiht.

 

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