Madball: „We earned and fought our way, to where we are today“

17.6.2015 - Freiburg, Cafe Atlantik

Der Breisgau wurde nicht sanft, sondern mit ordentlichen Bodychecks wachgerüttelt: Die New Yorker Hardcore-Legenden Madball spielten am 17.6. im Freiburger Cafe Atlantik.

 

Madball wurde 1988 von Freddy Cricien, dem kleinen Stiefbruder von Agnostic Fronts Roger Miret, gegründet und hat sich seitdem den Ruf einer der stilprägendsten Bands des New York Hardcore erspielt. Entsprechend üppig trieb es die Anhängerschaft der etwas härteren Punk-Musik aus Freiburg und Umland ins Cafe Atlantik, um Klassiker von der „Ball Of Destruction“-EP bis zum letztes Jahr über Nuclear Blast erschienenen Album „Hardcore Lives“ zu feiern. 2003 spielten Madball das letzte Mal in Freiburg – damals noch zusammen mit den niederländischen Hardcore-Punks von Born From Pain – ein Wiedersehen machte daher umso mehr Freude.

 

Doch bevor die vier Herren aus dem Big Apple ihre Betonwände von Musikstücken durch die Freiburger Gassen blasen konnten, durften zwei lokale Bands das Publikum von ihrem Können überzeugen. CODE RED hatten es mit ihrem wuchtigen Thrash Metal leider etwas schwer, die noch nicht aufgewärmten Zuschauer zu überzeugen, was den drei jungen Herren von Stereo Dynamite im Anschluss aber schon besser gelang. Trotz nicht einmal vollen vier Jahren Bühnenerfahrung spielte die Gruppe aus Freiburg ihren harten Sound mit melodischem Einschlag routiniert runter. Der eine oder andere zukünftige Fan wird sich die kostenlose „We Are The Dynamite“-EP sicherlich von der Band-Homepage ziehen. Eine Empfehlung dazu sei an dieser Stelle ausgesprochen.

 

das Cafe Atlantik füllt sich

 

Bevor es losging, wurde das Publikum mit HipHop – größtenteils New Yorker Prägung – eingestimmt. Anschließend ertönte ein spannungsaufbauendes Intro, nach dessen Ende Freddy Cricien, Jorge Guerra, Brian Daniels und Mike Justian die Bühne wie eine Herde aufgescheuchter Bisons stürmten. Die Energie schwappte sofort über, denn: „We earned and fought our way, to where we are where we are today“. Der Schweiß tropfte erst von den zutätowierten Körpern und dann von der Decke des bis an den Rand gefüllten Cafe Atlantik. Zu Hymnen wie „DNA“ und „Born Strong“ wurde ausgelassen mitgegrölt und Stagediving betrieben. Pures Feuer, das auch nicht durch den Marihuana-Wunsch des Bassisten Jorge Guerra aka Hoya Roc gebremst werden konnte.

 

Madball und allen voran ihr Sänger Freddy Cricien zeigten sich von ihrer sympathischsten Seite und erklärten Freiburg zur großen Hardcore-Stadt. Der Szenezusammenhalt wurde propagiert und die Freude über das Erscheinen jedes einzelnen Gastes signalisiert. Denn die jungen Hardcore-Anhänger von heute sind die Old School von morgen, die das hier alles engagiert weitertragen müssen. Es ist immer wieder schön, musikgeschichtlichen Legenden bei der Arbeit zuzusehen und dabei noch das Gefühl zu haben, es – zumindest bezogen auf die Energie und Spielfreude – mit einer frischen Gruppe zu tun zu haben, die voll und ganz in ihren Zwanzigern zu stecken scheint. Hardcore lebt eben.

 

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