Megaloh: Mit dem Sonderzug nach Freiburg

19.7.2018 - Freiburg, ZMF

Megaloh machte am 19. Juli 2017 auf dem Zelt-Musik-Festival „Tuuut tuuuut“ und alle machten mit. Denn sein mit HipHop angetriebener Zug fuhr einmal quer durch Freiburg und überrollte alles.

 

Ob sich Megaloh vor seinem Konzert einen Streifzug durch Freiburg gegönnt hat, ist nicht bekannt. Wenn ja, musste er sich zumindest keine Sorgen über mangelnde Ortskenntnisse machen. Sein DJ und Produzent Ghanaian Stallion verbrachte einen Teil seiner Jugend in der Breisgau-Metropole. Hier arbeitete er sogar im Plattenladen Mono in der Gartenstraße und legte damit vermutlich einen ersten Grundstein für seine spätere Karriere. Entsprechend wichtig war es Veranstaltungsorganisator Alexander Heisler, diesen Fakt in seiner Konzertbegrüßung herauszustellen.

 

„Lang lebe Afrika“: Megaloh spielte auch neue Lieder

 

Megaloh erweckte mit seinem breiten Grinsen ebenfalls den Eindruck, als hätte er nichts dagegen, das graue Berlin gegen die südlichste Großstadt Deutschlands einzutauschen. Und wenn es nur für die Länge eines Konzertes ist. Dem Schweiß, der in Litern floss, zum Trotz, denn die Temperaturen – wie auf dem ZMF üblich – brachen im Spiegelzelt wieder Rekorde. Oder um es in Megalohs Worten zu sagen: „Zigtausend Fahrenheit, jenseits der Maßeinheit, diese Hitze brennt für die Ewigkeit!“

 

„Dr. Cooper“: Bei den Klassikern konnte das Publikum nicht stillhalten

 

Auch wenn Stücke aus dem gemeinsamen Projekt mit Trettmann gespielt wurden, standen die Songs seiner beiden Top-Ten-Alben „Endlich unendlich“ und „Regenmacher“ im Mittelpunkt. Unveröffentlichte Lieder wie „Lang lebe Afrika“ und „Jesse Owens“ fanden ihren Weg ebenfalls in die Setlist und wurden trotz ihrer Frische gefeiert, als wären sie seit Jahren bekannte Hits. Megaloh brachte es zustande, die richtige Mischung aus straightem HipHop, deutschem Trap und von Trompete und Saxophon unterstützter Live-Musik zu finden.

 

Zelt-Musik-Festival 2017: In drei Zelten fanden drei Wochen lang unterschiedliche Konzerte statt

 

Die von ihm berappte „Triple Schicht“ sah man ihm nicht an. Megaloh machte einen fitten Eindruck. In seinem engen Shirt kamen die ausgeprägten Arm- und Brustmuskeln besonders gut zur Geltung. Eine entsprechend glückliche Person hatte sogar die Möglichkeit, Körperkontakt aufzunehmen. Denn für „Zug“ initiierte der sympathische Berliner mit niederländisch-nigerianischen Wurzeln eine Polonaise durch das Zelt, die er selbst anführte. Eines machte Megaloh an diesem Abend immer wieder klar: Er ist nicht nur im Paketzentrum ein Arbeitstier, auch auf der Bühne spuckt er in die Hände und packt ordentlich an.

 

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