Space Bound: Pornostars in Musikvideos

Aktuell räkelt sich Pornosternchen Juelz Ventura im Musikvideo zu Olli Banjos etwas anderem Liebeslied „Mädchen aus den Slums“. Der perfekte Anlass, die Geschichte der Musikclips, welche mit Pornodarstellerinnen dekoriert wurden, Revue passieren zu lassen.

 

Sasha Grey & Eminem

 

Sicherlich ist es eine Art von Provokation, wenn Musiker Sexschauspielerinnen in ihren Videos unterbringen, aber sind wir doch mal ehrlich: Entsprechende Clips klettern die YouTube-Charts hoch wie sonst nur putzige Katzenvideos und locken moralisch überkorrekte Frauen- und/oder Kirchenvertreter schon lange nicht mehr aus der Reserve. Risikoarme Aufmerksamkeit, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Schon gar nicht, wenn das eigene Image sowieso nicht dem eines Klosterschülers entspricht. Da wundert es nicht, dass Eminem mit mehr Pornodarstellerinnen zusammen garbeitet hat als Rocco Sifredi in seinen besten Tagen. Ob Lisa Ann in „We Made You“, Jenna Jameson in „Without Me“, Gina Lynn in „Superman“, Sasha Grey in „Space Bound“ oder Megan Fox in „Love The Way You Lie“ – oh nee, Letztere streichen wir natürlich wieder – Slim Shady kennt sich in der Welt des filmisch inszenierten Sex’ aus, der alte Lustmolch.

 

Janine Lindemuller

Doch auch sein Rapper-Kollege B.o.B hat scheinbar mehr Zeit auf YouPorn verbracht als der durchschnittliche 15Jährige, was ihm ein entsprechend fundiertes Wissen über Pornos einbrachte. Zumindest ist es nicht anders zu erklären, dass er in „John Doe“ Allie Haze und in „Headband“ gleich Ava Rose, Sunny Lane und Kristina Rose vor die Kamera gezerrt hat. Da sind Childish Gambino mit Abella Anderson in „3005“, 50 Cent mit Daisy Marie in „Disco Inferno“, 2Pac mit Nina Hartley in „How Do You Want It“, die Junior M.A.F.I.A. mit Vanessa Del Rio in „Get Money“ und Fat Joe mit Tera Patrick in „We Thuggin“ noch richtig brave Einzeltäter. Wobei: Der fette Johannes wollte wahrscheinlich nur nicht den größten Brustumfang im eigenen Musikvideo haben.

 

Meine Recherche, die ich nebenbei erwähnt sehr ernst genommen habe, brachte zu diesem Thema erstaunlich viele Rap-Videos hervor. Kaum ein anderes Genre griff in der Vergangenheit so häufig auf den Adult-Film-Markt zurück. Doch keine Sorge, meine lieben Freunde der Gitarrenmusik, auch unter Rockstars wird Pornografie gern gesehen. So ist beispielsweise Charlie Sheens Ex-Freundin Ginger Lynn in Metallicas „Turn The Page“ zu sehen oder Janine Lindemulder in Blink 182s „What’s My Age Again?“. Blink 182 hievten die Oscar-Gewinnerin in spe auch gleich auf das Cover ihres Albums „Enema Of The State“. Als durchaus überraschend könnte dagegen Sasha Greys Auftritt in „Birthday Girl“ von den Roots und dem Fall-Out-Boy-Frontmann Patrick Stump bezeichnet werden. Aber die will ja jetzt sowieso seriös sein mit echter Schauspielkarriere und veröffentlichtem Buch.

 

Abella Anderson in Childish Gambinos „3005“

 

„Weibliche Nacktheit muss man den Männern mit dem Teelöffel geben, nicht mit der Schöpfkelle“, beschwerte sich die französische Modedesignerin Coco Chanel einst über die zunehmende Sexualisierung der Frau. Doch keine Eva ohne einen Adam. Nicht nur die weiblichen Pornomenschen sind von Interesse, auch dem maskulinen Teil der Sexfilmchen hält die Musikindustrie mit Freude die Stange. So ist die vom Kinderstar zum Skandalmagneten mutierte Miley Cyrus in DJ Borgores „Decisions“ gemeinsam mit dem Pornodarsteller Jessie Andrews zu sehen, die Independent-Band Rilo Kiley engagierte neben Hailey Young und Faye Runaway für ihr Video zu „The Moneymaker“ Tommy Gunn und der über Pornogrenzen hinaus legendäre Ron Jeremy trat in dutzenden Clips von Künstlern wie Kid Rock, Sublime, Guns N‘ Roses, Steel Panther, Necro, Mercury Rev, A Day To Remember und Moby auf.

 

Schon Jeanne Moreau wusste: „Alle Männer haben nur zwei Dinge im Sinn: Geld ist das andere.“ Sex sells, da ist es nur logisch, dass die Sexindustrie ihre Fühler auch in Richtung Musikmarkt austreckt. Jetzt brauchen wir also nur noch auf einen Auftritt von Porno Klaus im nächsten Grönemeyer-Video zu warten. Welche Musikclips, die hier nicht genannt wurden, kennt ihr noch? Überrascht mich mit eurer geballten Porno-Kompetenz!

 

Eminem „Space Bound“ (starring Sasha Grey)

Blink 182 „What’s My Age Again?“ (starring Janine Lindemulder)

2 Comments

  1. Interessant! Als „Birthday Girl“ rauskam war ich allerdings verwirrt, ich hatte die Roots anders eingeschätzt…

    Grüße gehen raus an all die Stars und Sternchen!

1 Trackbacks & Pingbacks

  1. Podcast-Folge 45: Pornografie – like it is '93 // das Popkultur-Magazin

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