300$ für einen Handjob & andere Fehlkäufe

dollar2Kennt ihr das: Ihr habt viel Geld für ein Produkt ausgegeben und am nächsten Tag stellt ihr fest, dass es dies woanders zum halben Preis gegeben hätte? Im Reddit-Forum haben sich User ausgetauscht und über ihre größten Fehlkäufe und Geldverschwendungen geplaudert.

 

Jeder Mensch hat schon einmal viel zu viel Geld für Dinge ausgegeben, die selbst geschenkt noch zu teuer gewesen wären. Klamotten, die man nie getragen, Alkohol, der mehr Schaden als Freude verursacht hat, Konzertkarten, die sich aufgrund eines lustlosen Musikers nicht gelohnt haben – mit Geld kann man schöne Sachen machen, doch manchmal ist es auf dem Bankkonto deutlich besser aufgehoben. Im von mir als treuer Zaungast so geschätzten Reddit-Forum haben sich Mitte August hunderte User über ihre dümmsten Ausgaben über 200 US-Dollar ausgelassen. Neben jeder Menge Lacher kam auch die Erleichterung in mir auf, dass der etwas zu lockere Umgang mit dem eigenen Kapitel kein exklusives Problem ist und erst recht nix mit Kaufsucht oder Intelligenz zu tun hat. Oder um es in Reimform zu schreiben: Wenn die Augen größer sind als der Verstand, gehen Gott und die Welt zur Bank.

 

Betrunkenheit, Depression und Verzweiflung

 

GattDayum2 gestand, dass er in einem seiner Scheidung geschuldeten Anflug von Betrunkenheit, Depression und Verzweiflung 300 Dollar für einen Handjob von einer Stripperin ausgegeben hat. „Saddest thing in this thread“, resümierte Felicity Cuntsworth, um im Anschluss mit den restlichen Usern darüber zu streiten, wie viel ein Handjob tatsächlich wert ist oder zumindest sein sollte. Man einigte sich auf 40 bis 80 Dollar. Ein längeres aber nicht weniger kostspieliges Vergnügen hatte Ijeko mit dem Free-to-Play-Spiel „Boom Beach“ für sein iPad. Rund 300 Dollar hat er während seines angeblich langweiligen Bürojobs in In-App-Käufe investiert. Doch mit dieser Erfahrung war Ijeko nicht alleine, denn auf sein Outing outeten sich viele weitere User, zu viel Geld in käufliche Inhalte von Free-to-Play-Spielen gesteckt zu haben. 200 Dollar verpulverte -eDgAR- für „The Simpsons Tapped Out“, die gleiche Summe ging von Shredzz an „Madden Ultimate Team“ und alectprasad steckte tatsächlich 400 Dollar in das Spiel von Kim Kardashian.

 

Die Kirsche setzte jedoch ligamentarys Ehemann auf die Torte. Dieser schloss eine Versicherung für durch Flutwellen verursachte Schäden ab. Der Haken ist, Familie ligamentary lebt in einem landumschlossenen Bundesstaat und muss Tsunamis folglich so sehr fürchten wie einen Piratenüberfall. SillyIncantations fühlte sich erst total clever, dann aber „pretty stupid“, denn das eigene Auto – in der Hoffnung niemand würde es merken – auf einem Parkplatz mit einstündigem Limit für vier Stunden abzustellen, kann ganz schnell in die Hose gehen. Oder in den Geldbeutel. Angeblich wurden 300 Dollar für die Freigabe des Abschleppdienstes fällig. Auch StinkingDrinking reizte sein Glück voll aus und griff dann tief in die Tasche: 200 Dollar musste er aufgrund eines abgelaufenen Führerscheins löhnen. zenova360 ist gar nicht erst soweit gekommen, denn wie sich herausstellte, durfte er seine Führerscheinprüfung aus medizinischen Gründen nie absolvieren. Blöd nur, dass er sich vor dieser Feststellung schon ein teures Auto zulegte.

 

Ein Piano, das nicht durch die Tür passt

 

Gehen wir noch einmal auf Käufe ein, die nicht im nüchternen Zustand getätigt wurden. JDogg_of_RS hat im Rausch eine angeblich von Elvis Presley unterschriebene Second-Hand-Zahnbürste für 350 Dollar gekauft. Überraschenderweise nicht besoffen war Mr_Funnybones als er ein Piano erstand, das weder durch die Türen noch die Fenster seines Hauses passte. Ein Jahr stand es im Garten bis er es wieder loswurde. Seine erste Ehefrau wurde IveKnownItAll auch wieder los. Vorher gab er aber noch eine ordentliche Summe für sie aus: „4k on the engagement and wedding rings from my cluster fuck of a first marriage.“ Die Ex-Frau von Meet_the_Meat hat nach der Scheidung noch etwas aus der Ehe mitgenommen, denn der Reddit-User gab recht nüchtern zu Protokoll, wofür er jede Menge unnötiges Geld in die Hand nahm: „My Ex-Wife’s Tits.“ Reddit-User Bustnuttington verzichtete auf einen Ehepartner, ist mit der Anschaffung eines Dildos in Form eines Kreuzes aber auch nicht besonders zufrieden.

 

Die Auflistung von unnötigen Erwerbungen könnte noch mehrere Seiten weitergehen. Ob zwei Zimmer voll mit Sneakers, Spielekonsolen, die kaum genutzt werden, Zigaretten, die die Gesundheit ruinieren, Aktivitäten mit bzw. für einen Schwarm, der nie mehr als ein Schwarm sein wird oder Vinyl, für das ein Abspielgerät fehlt – häufig sitzt der Schein lockerer, als es gut ist. Und wenn langsam die Erkenntnis kommt, dass man zu viel für etwas ausgegeben hat, dass man eigentlich nicht braucht oder hätte tun sollen, überkommt einen die Scham und das dumpfe Gefühl, man hätte das Geld auch in Feuerholz investieren können. „Money is the root of all evil“, sangen schon die Andrews Sisters und hatten womöglich nicht Unrecht damit. Ab und an sollte man vielleicht wieder auf so simple Kalendersprüche wie den des Schriftstellers William Faulkner hören: „Die Dinge, auf die es im Leben wirklich ankommt, kann man nicht kaufen.“

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