2014 – Freunde blicken zurück (Teil 2)

Gestern gab es bereits den ersten Teil von „2014 – Freunde blicken zurück“. Heute geht es in die zweite Runde mit befreundeten Musikern, Bloggern, Redakteuren und Kreativen, die ihre Jahreshöhepunkte im Bereich der Popkultur preisgeben.

 

form/prim

(Producer am Mic aus Cottenweiler und in Mainz)
www.fifaform.de

Filme: „Her“, weil ich sehr vieles davon täglich sehe. „Boyhood“, weil in seiner Unaufgeregtheit sehr schön. Ich hab bei „12 Years A Slave“ überwunden, was ich mit sechs Jahren zum letzten Mal sehr bewusst erlebt habe: Die Angst und die Scham vor dem Weinen im Kino. Nicht ich muss mich schämen, weil mir die Scheiße in der Welt und das Leiden der Menschen nicht egal ist, sondern die Arschlöcher sollen sich schämen, so etwas zu unterstützen bzw. zu schweigen oder wegzuschauen. „Mommy“, „The Cut“, „Grand Budapest Hotel“. Ein Geschenk der Götter. Kreuzweg. Citizenfour (Nachteil: Noch nicht gesehen).
Bücher: Deniz Yücel – „Taksim ist überall“, Michael Seemann – „Das neue Spiel“. „Front deutscher Äpfel: Das Buch zur Bewegung“. Fuck, ich lese voll viel, also richtig extrem viel. Alles. Aber kaum aktuelle Bücher, aber eher aus Zeitmangel, es gibt ja voll viel gutes Zeug. Viel Internet. Achja, „Wir haben Raketen geangelt“ von Karen Köhler ist wunderschön.
Comics: Hugleikor Dagsson – “You Are Nothing”
Ausstellungen, Theaterstücke und andere Events: Alles, was das Zentrum für politische Schönheit zum Fall der EU-Mauer gemacht hat. Das ist genau der Spirit, den wir brauchen.
Saufen mit Akif, beste Unterhaltung und politische Bildung/Empowerment/Saufevent in einem.
Musik (Alben): Nusrat Fateh Ali Khan – alles, sookee – “Lila Samt”, Antilopen Gang – “Aversion”, grim104 EP, Vince Staples – “Shyne Coldchain Vol. 2”, Oracles – “Stanford Torus”, Run The Jewels – “Run The Jewels 2”, Lea-Won – “Lernt mich lieben Vol. 4”, 20syl – “Motifs”, The Roots – “…and then you shoot your cousin”.
Musik (Konzerte): Auch Konzerte sind in letzter Zeit sehr selten geworden. Ich war auf sehr wenigen, bei denen ich nicht irgendwie selber involviert war. Bei genauerem Hinsehen fällt mir gar nichts ein.
Videospiele: „2048“, sonst spiel ich außer „Starcraft 2“ nix.
YouTube-/TV-Highlights: Das Zentrum für politische Schönheit auf dem 31C3, Craig Fergusons Nachrufe auf seine Eltern (Teil 1 Teil 2 Teil 3), der Beweis, dass die Illuminaten real sind, Markus Lanz zeigt, dass man das hierzulande mit dem Entertainment doch besser kann als alle anderen
Größter Scheiß: Sarrazins Saat geht auf, in Deutschland erwacht die hässliche Fratze endlich wieder vollungehemmt und entlädt ihren ekligen Volkshass auf alles, was die moderne Realität ausmacht. Sei es von der Heteronorm abweichende Vorstellungen von Liebe, von der sowieso völlig fiktiven Homogenität einer sowieso komplett erfundenen Nation abweichende Realitäten eines Deutschlands. Es brennen Flüchtlingsheime, Moscheen werden mit Hakenkreuzen besprüht, die Neonazis marschieren und Politiker zeigen „Verständnis für die Sorgen“. So wurde der NSU in den 90er Jahren groß.
Dokumentationen: Panorama von 1993. Da geht es hin, wenn der Pegida-Geist in Deutschland nicht mal schleunigst weggehauen wird.
Neonazis in Göttingen über den ermordeten Alex Selchow: „Ich glaube nicht, dass das so ein harmloser Mensch war, wie er in der Presse dargestellt wurde. Er wird schon irgendwo seine Gründe gehabt haben, „Nazis raus“ zu rufen.“
Pegida ungeschnitten

 

Filio

(Reggae Bash)
www.reggae-bash.de

Filme: Guardians Of The Galaxy (eine Wonne von Film)

Bücher: Der Circle (ein Hoch auf alle Social Net Junkies wie mich)

Ausstellungen, Theaterstücke und andere Events: Zuviel Kultur tut meinem Gemüt nicht gut. Nachher entwickle ich noch Anstand und Klasse.

Musik (Alben): Tarrus Riley – „Love Situation“ (110% Reggae amore)

Musik (Konzerte): Sting Festival am 26.12. in Portmore Jamaica. Ist zwar mehr als nur ein Konzert, aber dort gewesen zu sein, das war einer meiner größten Dancehall Träume. Insofern zählt das hoffentlich auch.

YouTube-/TV-Highlights: Gully Bop…my god dem nuh bad like me (Der jamaikanische Traum – vom Ghetto zum angesagtesten Act von Jamaika innerhalb von zwei Wochen)

Größter Scheiß: Kontinuierliche S21 Montagsdemos. Klappe zu, Affe tot.

Dokumentation: Noisey Jamaica Part 2

 

Benny SAN

(Rapper)
www.powermovez.de

Filme: JA, ich bin ein Nerd, und NEIN, keiner dieser Filme ist scheiße!!! 😉 „Guardians Of The Galaxy“ ist der erste Film aus dem Hause Marvel, bei dem ich nicht ein einziges Comic vorher gelesen habe. Somit konnte ich erstmals jedes kleine Detail genießen ohne immer auf Unterschiede zur Vorlage zu achten. Obwohl mir die Stories der Guardians bislang fremd waren, konnte ich mich über etliche Hinweise freuen, die auf eine mögliche Comic-Verfilmung hindeuten, in der sich eines der größten Abenteuer des Marvel Universums abspielen wird. Googelt doch einfach mal „Infinity Gauntlet“. 😉

Mit der Neuverfilmung von „Teenage Mutant Ninja Turtles“ hätte man alles falsch machen können, ABER es wurde so gut wie alles richtig gemacht. Die kleinen Entstellungen der Herkunftsgeschichten werden durch vier perfekt dargestellte Turtles und unendlich viele Details aus den Comics und Cartoons entschuldigt. Wer diesen Film nicht mag, hat entweder die falschen Serien als Kind geschaut oder will ihn scheiße finden. Und NEIN, die grünen Jungs sehen nicht scheiße aus!!!

„The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“ hat einfach wieder alles repariert, was im ersten Teil herzlos vergewaltigt wurde. Für nicht-Comicleser mag das Überaufgebot an Charakteren und Storylines verwirrend wirken, aber die sollen sich, wenns um solche Filme geht, sowieso ins Knie ficken.

Comics: He-Man and the Masters of the Universe Band 1, Punisher – Memento Mori, The Siege – Die Belagerung (Neuauflage über „Die offizielle Marvel-Comic-Sammlung“)

Events: 2014 bin ich kaum weggegangen. Allerdings fand ich mein Battle gegen M!kBob geil. Abchecken! 😉

Musik (Alben): Dieses Jahr hat es Deutschrap erstmals geschafft, stärker präsent in meinen Playlists zu sein als die Amis. Wovon ich ehrlich gesagt erstmal leicht schockiert war. Zwei Alben haben, in meinen Augen , alles in den Schatten gestellt.
Kool Savas – „Märtyrer“: Wer behauptet Savas würde sich nicht mehr weiterentwickeln ist schlicht zu faul zum zuhören geworden. Raptechnisch und textlich unfuckwitable!
Haftbefehl – „Russisch Roulette“: You can hate me now!

Videospiele: „South Park: The Stick Of Truth“ muhahahahaha, „Alien: Isolation“ ick scheiß mir ein sobald des Vieh ums Eck kommt

Größter Scheiß: Die Stuttgarter Rapszene, mit wenigen Ausnahmen, die allgemeine Weltlage, Hipsterkinder, die mir den Spaß an Sneakern und Caps versauen.

 

Heppy

(Rapper)
www.heppy-music.de

Filme: Gone Girl, Captain America: Winter Soldier, Guardians Of The Galaxy, The Babadook, X-Men: Days Of Future Past, Sin City 2, Her, Enemy

Alben: Tua – “Stevia”, Samy Deluxe – “Gute Alte Zeit”, Marteria – “Zum Glück in die Zukunft 2”, Afrob – “Push”, VA. – “Hits Of The 50s”, Perez Prado – “Best Of”

Youtube/TV Highlight: Drunken Peasants Podcast wird gestartet.

Größter Scheiß: „The Interview“-Debakel mit Nordkorea. Und ganz viel Scheiß in der Welt.

 

Alex

(Blogger bei Turbo1000)
www.turbo1000.de

Das Jahr ist nicht vorbei, bevor der fette Blog nicht den Rückblick postet. Und wieder freue ich mich, dabei zu sein. Also los geht´s:

Filme: Wie jedes Jahr war ich auch 2014 quasi nicht im Kino. Deshalb sind „Die Pinguine aus Madagascar“ mein Film des Jahres. Aber nicht nur, weil es der einzige Kinofilm war, den ich gesehen habe, sondern vor allem, weil der Film quasi den Plot meines Lebens zusammenfasst. Ich meine, dieser hässliche Oktopus – das bin ich!

Bücher: Auch aktuelle Bücher habe ich ehrlich gesagt wenige gelesen. Ich habe zwar etwas durch Gunter Dueck, Andy Field und Hermann Simon geblättert – von 2014 sind die aber alle nicht, die Deppen.

Comic: Tollster Comic war mein Lebenslauf, ich mag Superhelden.

Ausstellungen, Theaterstücke und andere Events: Beste Ausstellung war „comicleben_comiclife“ im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg. Auch in Hamburg und beste war die lange Nacht der Zeit.

Musik (Alben): Puh, hier wurde, glaube ich, schon alles gesagt. Ja, Panik war geil, „Run The Jewls 2“ großartig, Thom Yorke auch ganz nice… aber in Summe fand ich „Seeds“ von TV On The Radio tatsächlich am besten.

Musik (Konzerte): Ja, Panik im Kellerklub, wo der Whisky noch in Longdrinkgläsern serviert wird.

Videospiele: Kommen wir zur Kategorie „Geile Games, die schon immer geil waren, die ich aber zur Veröffentlichung nicht gerafft habe und deren Geilheit sich mir erst heute in ihrer Wiederveröffentlichung offenbart“ oder eben einfach: „Videospiele“: „Baldurs Gate Enhanced Edition“. Ich wusste eigentlich schon immer, dass es ein großartiges Spiel ist, nur früher habe ich nicht verstanden wieso. Heute weiß ich es.

YouTube-Highlights: YouTube-Highlights gab es viele, aber nur wenige verdienen die namentliche Nennung. Erstens das TV On The Radio-Video zu„Happy Idiot“, denn „i want them to know me as the man who went fast enough”. Zweitens habe ich dieses Jahr stundenlang Reviews des Clueless Gamers gesehen, hier am Beispiel „Super Smash Bros.“. Und Drittens Bob Hoffmans Vortrag „The Golden Age Of Bullshit“ auf der Advertising Week Europe, wirklich auch für Nicht-Werberaffen sehenswert.

Größter Scheiß: Stefan wohnt seit zwei Monaten in Freiburg und ich war noch nicht dort.

Größter Vorsatz: Stefan in Freiburg besuchen.

 

2014 – Freunde blicken zurück (Teil 1)

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