10 Musiker, die ihre Bands vor dem Durchbruch verließen

Uwe Bauer hat Element of Crime mitgegründet, ist aber vor dem Durchbruch ausgestiegen

Wer es nicht durchzieht, wird bestraft: Diese zehn Musiker gründeten heute legendäre Bands, bekamen am Ende aber keine Groupies, Platinplatten und Werbedeals.

 

Manche Menschen sehen in gewissen Anstrengungen nicht den gleichen Nutzen wie andere. Sie erkennen nicht den ganzen Plan, der hinter einer Unternehmung steht. Ihre Reaktion: Aufhören. In der Musikbranche kommt das häufiger vor, als man glauben mag. Jahrelang in miefigen Proberäumen Zeit verschwendet, auf Bühnen vor drei Menschen inklusive der Eltern gespielt und Gagen erhalten, die nicht einmal das Spritgeld decken. Da kann selbst die stärkste Leidenschaft in Frage gestellt werden. Blöd nur, wenn die Entscheidung, die Band zu verlassen, kurz vor dem großen Erfolgsalbum gefällt wird.

 

Doch es muss nicht immer schlechtes Timing sein. Manche Musiker entscheiden sich auch bewusst für einen Ausstieg vor dem absehbaren Durchbruch, da sie überhaupt kein Interesse an Starruhm und schnellem Geld haben. Vielleicht verspricht der Weg ins College oder in einen sicheren 9-to-5-Job mehr Zukunftsperspektive. Es gibt unzählige Gründe, weshalb die Tony Chapmans, Bob Welchs oder Stephen Duffys dieser Welt gegangen sind. Manche erzeugen respektvolles Kopfnicken, manche fassungsloses Kopfschütteln. Wir haben zehn Musiker herausgepickt, deren Bandausstiege noch vor den Goldenen Schallplatten passierten.

 

Pete Best verlässt die Beatles

Von der Gründung 1960 bis zu seinem Rausschmiss 1962 war Pete Best Schlagzeuger bei den Beatles. Weil seine Bandkollegen mit der Leistung des 1941 in Indien geborenen Musikers nicht zufrieden waren, ersetzten sie ihn noch vor dem großen Erfolg durch Ringo Starr. Best stürzte nach seinem Ausscheiden in eine Depression, die in einem versuchten Selbstmord gipfelte. Heute gilt er unter Fans als der „fünfte“ Beatle.

 

Platin Martin verlässt die Beginner

Bevor die Beginner (damals noch unter dem Namen Absolute Beginner) 1998 von einem Major-Label unter Vertrag genommen wurden und ihr Durchbruchalbum „Bambule“ veröffentlichten, stieg mit Platin Martin der dritte Rapper der Gruppe aus. In einem Interview mit Mzee.com aus dem Jahre 2016 erklärten die Beginner, was Martin heute treibt. Er sei mittlerweile Vater und arbeite als Game-Designer.

 

Eric Stefani verlässt No Doubt

Eigentlich gründete Eric Stefani zusammen mit John Spence 1986 No Doubt. Seine Schwester und spätere Frontfrau Gwen Stefani war zu diesem Zeitpunkt lediglich Background-Sängerin. Erst 1988 übernahm sie die Rolle der Lead-Sängerin. Eric schrieb den großen Hit der Band „Don’t Speak“ und war maßgeblich an der Entstehung des dazugehörigen Albums „Tragic Kingdom“ beteiligt, das sich weltweit rund 16 Millionen Mal verkaufte. Da der Musiker sich nicht mit der künstlerischen Entwicklung der Band identifizieren konnte, stieg er jedoch noch vor der Veröffentlichung aus. Danach arbeitete er als Zeichner für „Die Ren & Stimpy Show“ und „Die Simpsons“ und produzierte Soloalben. Mit „Let’s Ride Horses“ erschien seine letzte Platte 2007.

 

Jürgen Fabritius und Uwe Bauer verlassen Element of Crime

„Basically Sad“ – das erste Album von Element of Crime – erschien 1986. Noch im gleichen Jahr, und somit ein Jahr nach der Bandgründung, verließen Saxophonist Jürgen Fabritius und Schlagzeuger Uwe Bauer die Gruppe , da sie mit den Gagenzahlungen nicht zufrieden waren. Damit verpassten sie 13 weitere Alben, von denen „Immer da wo du bist bin ich nie“ von 2009 sogar mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet wurde. Jürgen Fabritius ist seit 2003 geschäftsführender Gesellschafter der 3Rosen GmbH. Was Uwe Bauer – der auch schon Gründungsmitglied von Fehlfarben war – heute macht, ist hingegen nicht bekannt.

 

Tracii Guns verlässt Guns N‘ Roses

1985 gründeten Tracii Guns und Axl Rose Guns N‘ Roses. Nun ist auch geklärt, weshalb die Band heißt, wie sie heißt. Leider hatte Guns – und das ist heute kaum zu Glauben – nicht den selben Arbeitsethos wie Rose. Er verließ die Band noch vor dem Durchbruchalbum „Appetite for Destruction“. Der Musik blieb er danach treu und gründete unter anderem die Hardrock-Band Brides of Destruction.

 

Arabian Prince verlässt N.W.A.

Auf dem Cover von N.W.A.s bekanntestem Album „Straight Outta Compton“ ist er noch zu sehen. Doch schon darauf hielten sich seine Beiträge in Grenzen. 1988 – zwei Jahre nachdem er die HipHop-Crew zusammen mit Eazy-E und Dr. Dre gründete – stieg er aus, da er sich neben all den hochkarätigen Rappern für überflüssig hielt. Anschließend startete er eine Solokarriere, die floppte. Mitte der 2000er erschien er erneut auf der Bildfläche und veröffentlichte über Stones Throw Records Elektro-Rap-Musik.

 

Jack Irons und Hillel Slovak verlassen die Red Hot Chili Peppers

Etwas tragischer verlief es mit Hillel Slovak und Jack Irons. Slovak starb 1988 an einer Heroinüberdosis und erlebte somit nicht mehr die Veröffentlichung der Platinplatte „Mother’s Milk“. Irons kam über den Tod seines Freundes nicht hinweg und verließ die Band ebenfalls vor dem Erscheinen des vierten Peppers-Albums. In den folgenden Jahren blieb Irons der Musik dennoch treu und spielte als Schlagzeuger für Pearl Jam und Spinnerette.

 

Dave Mustaine verlässt Metallica

Dave Mustaine ist wohl eines der Paradebeispiele für einen Musiker, der von einer Band verstoßen wurde und daraus Antrieb für einen neuen Weg zog. 1983 – bereits zwei Jahre nachdem er sich Metallica anschloss – wurde er wegen Streitigkeiten und Alkoholproblemen rausgeschmissen. Damit verpasste er den Release des Metallica-Debütalbums „Kill ‘Em All“, das sich 5,5 Millionen Mal verkaufte. Mustaine ließ aber nicht locker und gründete die ebenfalls sehr erfolgreiche Band Megadeth. In den Folgejahren lieferten sich beide Gruppen immer wieder verbale Schlagabtäusche.

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