Vor 10 Jahren: Die besten Deutschrap-Alben von 2007

Blieb er in Erinnerung? Kool Savas veröffentlichte 2007 sein zweites Album „Tot oder lebendig“!

Feuer über Deutschland ging in die zweite Runde, das Splash! Festival steckte in der Krise und Chimperator griff mit dem ersten großen Release an: Dennoch ist das deutsche HipHop-Jahr 2007 wenigen Hörern in Erinnerung geblieben. Wir helfen nach und zeigen euch die besten Deutschrap-Platten, die vor zehn Jahren erschienen sind.

 

Vor einigen Tagen haben wir bereits über die zehn besten englischsprachigen HipHop-Alben von 2007 geschrieben. Wir nannten Veröffentlichungen von Kanye West, Sean Price, Talib Kweli und Evidence, um festzustellen, dass das Jahr ein Jahr des Umbruchs war. Und auch die deutsche HipHop-Szene hatte 2007 Veränderungen zu bewältigen: Das Splash! Festival stürzte in eine finanzielle Krise und zog auf die Halbinsel Pouch, Aggro Berlin verbuchte eines der schwächsten Jahre seit der Gründung 2001 und Chimperator Records legte mit der ersten großen Veröffentlichung den Grundstein für alles, was da noch kommen sollte.

 

Deutschrap begann, sich von den XXL-Shirts und bunten Fitted Caps zu trennen. In vielen Crews und Cyphers hieß es nicht mehr „Bitte spitte“, sondern „back to the roots“. Wieder andere begannen, mit Sounds und Stilen zu experimentieren, die es vorher nicht gab. Viele Rapper brachten Alben heraus, die die Startschüsse ihrer Karrieren waren. Viele heute legendäre Rapper vollbrachten 2007 aber auch ihre letzten großen Leistungen. Es war einiges los und nicht nur Ercandize, Olli Banjo, Bushido und die Fantastischen Vier zogen ihr Ding durch. Die unserer Meinung nach besten deutschsprachigen Rap-Alben der Saison 2007 stellen wir in der folgenden Liste vor:

 

Maeckes & Plan B „Als wären wir Freunde“

Bevor sich Maeckes & Plan B mit Tua & Kaas zu den Orsons verbündeten, veröffentlichten sie fleißig Solo- und Duoplatten. „Als wären wir Freunde“ war das große Gemeinschaftswerk, das sie auch über die Grenzen Stuttgarts hinaus populär machte.

 

 

K.I.Z. „Hahnenkampf“

Und noch ein Debütalbum, auf dem ein bis heute erfolgreicher Werdegang fußt. Die Kannibalen in Zivil haben mit „Hahnenkampf“ eine Platte veröffentlicht, die über die HipHop-Medien hinaus auf positive Kritik stieß.

 

 

Kool Savas „Tot oder lebendig“

Fünf Jahre sollten vergehen, bis Kool Savas einen Nachfolger zu seinem Debütalbum „Der beste Tag meines Lebens“ herausbrachte. Natürlich verwöhnte KKS seine Fans zwischenzeitlich mit Mixtapes, doch „Tot oder lebendig“ unterstrich noch einmal, welche Stellung der King of Rap in der Szene damals hatte.

 

 

Mach One & Darn „Freakshow“

“Freakshow” – die gemeinsame Platte der Berliner Untergrund-Legenden Mach One & Darn – erreichte keinen Charteinstieg, erfreute sich aber in Kennerkreisen großer Beliebtheit. Der Albumtitel passt perfekt zum Inhalt.

 

 

Kollegah „Alphagene“

Nachdem sich Kollegah erst mit Online-Rap-Battles und später mit den beiden Mischkassetten „Zuhältertape“ und „Boss der Bosse“ eine nach Doubletime- und Punchline-Rap dürstende Fanbase erarbeitete, folgte 2007 das Debütalbum „Alphagene“. Keine schlechte Platte, aber längst nicht so locker und zwanglos wie das Vorgängermaterial.

 

 

Huss & Hodn „Jetzt schämst du dich!“

Und plötzlich waren diese Boombap-Verfechter da, um einer Szene ihren Stempel aufzudrücken. Noch heute kann man erahnen, welche Rapper diese Platte von Retrogott und Hulk Hodn auf Dauerschleife pumpten und sich großzügig inspirieren ließen.

 

 

Separate „Ein guter Tag zum Sterben“

“Ein guter Tag zum Sterben” ist das perfekte Album für einen Vier-Ohren-Test. Die Einen lieben Separates herausgepressten Flow, der immer ein wenig neben dem Takt ist, die Anderen stören sich an den pathetischen Texten, die vermutlich während ausschweifendem Jägermeisterkonsums entstanden sind.

 

 

Snaga & Pillath „Aus Liebe zum Spiel“

Die Formel, die auf den Mixtapes „Die Linke und die Rechte Hand Gottes“ und „Eine Frage der Ehre“ hervorragend aufging, wurde für das Debütalbum „Aus Liebe zum Spiel“ erweitert. Neben Punchline-Monstern öffneten sich die beiden Ruhrpott-Rapper inhaltlich. Das kam nicht bei allen Hörern gut an, eine schlechte Platte war es trotzdem nicht.

 

 

Marteria „Base Ventua“

Bevor Marteria 2010 mit „Zum Glück in die Zukunft“ im Mainstream einschlug wie die flache Hand auf der Chipstüte, veröffentlichte er über Mangum12 noch ein Album für die HipHop-Anhänger.

 

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