Von PaRappa bis Def Jam Rapstar: HipHop & Gaming

HipHop & Gaming

HipHop & Gaming: Parappa zählt wohl zu den berühmtesten Videospiel-MCs.

„Youngbloods can’t spell but they could rock you in PlayStation“, rappt Mos Def auf „Mathematics“. Doch was passiert, wenn HipHop & Gaming tatsächlich zusammenkommen?

 

Aus finanzieller Sicht sollten Videospielentwickler_innen HipHop im Blick haben. Das scheint bei der Zielgruppengröße offensichtlicher als die Tatsache, dass Slick Rick trotz Augenklappe kein Pirat ist. Doch die Liste mit (guten) HipHop-Games bleibt seit Jahren überschaubar. Trotzdem haben wir uns umgeschaut und eine Auswahl mit den High- und Lowlights der Hippity-Hoppity-Spiele zusammengestellt. So steht es um HipHop & Gaming.

 

Def Jam schickt Rapper in den Ring

HipHop & GamingDie populärsten Videospiele im HipHop-Kosmos wurden unter dem Banner des legendären Labels Def Jam veröffentlicht. Mit „Vendetta“ (2003), „Fight For NY“ (2004) und „Icon“ (2007) erschienen drei Games, in denen Rapper wie DMX, Ludacris, Method Man, Snoop Dogg, The Game und T.I. Schläge und Tritte verteilen. Die Prügelspiele zählen Gameplay-technisch nicht zu den ausgefuchstesten des Genres, dennoch bereitet es Freude, wenn sich Paul Wall und Lil Jon – untermalt von HipHop-Beats – die Grills polieren.

 

 

Mode-Designer macht Graffiti spielbar

HipHop & GamingAuf den ersten Blick klingt es bizarr, auf den zweiten noch immer: 2006 bringt Nashorn-Pulli-Designer Marc Ecko das Action-Adventure „Getting Up: Contents Under Pressure” heraus. Darin protestiert Sprüher Trane mit Pieces und Tags gegen die korrupte Regierung von New Radius. Neben der Malerei gibt es reichlich Beat-‘Em-Action und den obligatorisch coolen Soundtrack. Ein durchwachsen aufgenommenes Spiel, das bis heute – mit Ausnahme von kurzen Sprüheinlagen wie in der GTA-Reihe – keine Nachahmer gefunden hat.

 

 

Ein Spiel für Wohnzimmer-Rapper

HipHop & GamingEs musste passieren, überzeugt deshalb trotzdem nicht. Statt die aus „Singstar“ bekannten Popnummern durften Wohnzimmer-Stars 2010 mit „Def Jam Rapstar“ ihre Lieblingssongs von LL Cool J, Kanye West und Outkast nachrappen. Die deutsche Version enthält auch Stücke von Kool Savas, Azad, Deichkind und Peter Fox.

 

 

Bust-A-Groove in richtig

HipHop & Gaming2008 konnten nicht allzu gelenkige Hobby-Tänzer_innen die virtuelle PVC-Matte ausrollen und in Evolved Games Rhythmusspiel „B-Boy“ Headspins und Windmills ausführen. Bekannte Tänzer wie Crazy Legs, Mouse und Physicx leihen den Spieler_innen ihre digitalen Körper und bewegen sich anhand der Controller-Eingabe zu feinen Breakbeats. Das Spiel ging komplett unter, ergibt zwischen all den konstruierten Rhythmusspielen aber am meisten Sinn.

 

 

Ein rappender Hund, der auf Realness scheißt

PaRappaEin Rhythmusspiel, das die Tanzschuhe durch ein Mikrofon ersetzt. In dem nach ihm benannten Abenteuer von 1996 nimmt es Sonys Rap-Hündchen PaRappa The Rapper mit der HipHop-Kultur nicht allzu ernst. Er rappt sich mit humoristischen Texten durch eine bunte Comicwelt, um seinen Schwarm Sunny Funny zu erobern. Klingt albern? Ist es auch. PaRappa bekam 1999 ein Spin-Off und 2001 einen Nachfolger. Am 4. April 2017 erschien eine überarbeitete Version des ersten Teils für die PlayStation 4.

 

 

50 Cent ballert wild um sich

50 CentIn „Bulletproof“ von 2006 und „Blood On The Sand“ von 2009 füllen 50 Cent und seine G-Unit die Hauptrollen. Spielerisch überzeugen die Third-Person-Shooter nur bedingt, aber zumindest brachten sie mit einem pumpenden Soundtrack die Boxen zum Wackeln. Während 50 Cent in „Bulletproof“ den Schützen sucht, der neunmal auf ihn geschossen hat, verzichtete „Blood On The Sand“ komplett auf eine ansatzweise sinnige Story. Die G-Unit gibt ein Konzert im Mittleren Osten, erhält anschließend aber nicht die versprochene Gage von 10 Millionen US-Dollar. Stattdessen händigt der Konzertveranstalter den erzürnten Rappern ein wertvolles Artefakt aus, das wiederum von Terroristen gestohlen wird. Was folgt, ist die erwartbar dumme Baller-Action.

 

 

Fleisch über Deutschland

Beef Over GermanyDie Idee klingt gut. Dennoch hinkt das 2015 veröffentlichte Handy-Game „Beef Over Germany“ spielerisch und technisch dermaßen hinterher, dass sich die Old School wie gerade erst eingeschult vorkommen muss. Spieler_innen schlüpfen in die Rolle deutschsprachiger Rapper wie Eko Fresh, Massiv und Kollegah, um à la „Def Jam Vendetta“ Punchlines ohne Lines zu verteilen. Nach nur wenigen Runden verfliegt die Motivation alerdings.

 

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