Review: Stromberg (Staffel 5)

Nach zwei Jahren Wartezeit war die Vorfreude auf die 5. Staffel der Bürosticom „Stromberg“ entsprechend hoch. Ankündigungen seitens Christoph Maria Herbst, dass diese Runde die bisher beste von allen sei, milderten die Erwartungen nicht unbedingt. Ich habe mir vergangenes Wochenende alle zehn neuen Folgen angeschaut und bin ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Die 260 Minuten „Stromberg“ wirkten zu bemüht, waren mit unnötigen Übertreibungen gespickt und mit einem Quäntchen zu viel Klamauk geschrieben.

 

Die erste Folge „Malik“ bot eindeutig weniger Lacher, als man es von der durchschnittlichen Stromberg-Episode kennt, die Geschichte, die erzählt und entsprechend gut gespielt wurde, war dafür noch irgendwie glaubhaft. Mit „Frau Papenacker“ ging es dann aber langsam den Bach runter, bevor ich bei „Frau Wilhelmi“ erst mal eine Pause einlegen musste. So viel geschrien, geschubst und gealbert wurde bei „Stromberg“ bisher noch nie. Auf Sensation gebügelte Drehbücher, die es einem schwer machten, den Dokumentationsstil abzunehmen, der die Vorgänger-Staffeln eigentlich auszeichnete. Statt „Büro ist langweilig und daraus machen wir etwas witziges“ hieß es „Höher, schneller, weiter“.

 

„Stromberg“ fängt an, sich in dieser Staffel selbst zu zitieren. Das Serienunviersum ist in all den Jahren gewachsen und hält so einige Running-Gags bereit. Das ist nicht unbedingt etwas Positives. Die Gefahr besteht, dass sich der Scrubs-Effekt einstellen könnte. Autor und Produzent Ralf Husmann muss aufpassen, dass er, sollte es noch eine sechste Staffel geben, wieder die Kurve bekommt, Inhalte etwas unspektakulärer erzählt und nicht versucht, jede Idee unterzubringen, die ihm beim Schreibprozess gekommen ist.

 

Trotzdem ist auch die schlechteste „Stromberg“-Staffel immer noch besser als die beste Mario-Barth-Show auf RTL. Deshalb sollte man vielleicht ein Auge zudrücken, die guten Momente der fünften Runde genießen und dem Papa seine Aussetzer einfach mal genehmigen.

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