Strfkr in Bangkok: Von 21 auf 27 Grad!

Als Tourist hätte sich Joshua Hodges in Bangkok sicherlich wohler gefühlt. Ihm und seiner Band Strfkr waren am letzten Stopp der Asientour die Ermüdungserscheinungen anzusehen.

 

Strfkr beendeten am 6. Oktober 2017 ihre Asien-Tour mit einer Show in der thailändischen Hauptstadt Bangkok. Und ein Konzert am Dreh- und Angelpunkt Südostasiens funktioniert nicht anders als im Rest der Welt. Junge Leute machen sich schick, treffen pünktlich zum letzten Lied der Vorband ein und konsumieren Alkohol. Viel Alkohol. In der Rockademy, wohin das Konzert wegen zu hoher Nachfrage verlegt wurde, tranken die Menschen aber nicht das verhältnismäßig teure Bier, sondern gemeinschaftlich aus Wodka-Eimern. Ballermann-ähnliche Khaosan-Road-Stimmung kam glücklicherweise nicht auf.

 

 

Bevor die Massen pünktlich um 22 Uhr in die Location nahe der von Touristen fest in Beschlag genommenen Sukhumvit Road strömten, durften Henri Dunant ran. Henri Dunant, die an diesem Abend das erste Mal live spielten, ließen sich ihre Unerfahrenheit nicht anmerken. Im Gegenteil: Hätte die Indietronica-Band diesen Fakt nicht erwähnt, niemand hätte es vermutet. Abgesehen von einem Chris-Cornell-Gedächtnisblock, in dessen Verlauf Audioslaves „Be Yourself“ gecovert wurde, spielten die Lokalmatadoren eine professionelle Show mit wenigen, dafür aber eigenen Songs. Leider vor einem noch recht kleinen Publikum.

 

 

Dieses Problem hatten Joshua Hodges und seine Band Strfkr nicht. Sie waren die Stars des Abends und heizten den auf 21 Grad heruntergekühlten Konzertsaal wieder auf 27 Grad hoch. Immer noch schweißtreibend, aber deutlich besser als die schwülen 35 Grad, die einen draußen auf den Straßen Bangkoks erwarteten. Hodges kam mit schwarzem Umhang und pinker Langhaarperücke auf die Bühne. So ausgeflippt wie das Outfit waren die Kontaktaufnahmen mit dem Publikum nicht. Die Band verhielt sich reserviert, konzentrierte sich lieber darauf, dem Lichtmann seinen Job zu erklären.

 

Das erste Mal waren Strfkr in Bangkok. Entsprechend frenetisch wurden von „Satellite“ bis „While I’m Alive“ alle Songs ab dem ersten Ton gefeiert. Bis sie nicht mehr zu sehen waren, hüllte die Musiker dicker Bühnennebel ein. Wer aufgrund von zu viel Wodka sowieso nicht mehr geradeaus schauen konnte, legte das Augenmerk auf die eigenen Tanzschritte. Zeit gab es hierfür genug. Inklusive der Zugabe spielten Strfkr 90 Minuten und ließen es sich im Anschluss nicht nehmen, in der Lobby auf Tuchfühlung mit ihren Fans zu gehen. Denn Strfkr war die Müdigkeit zwar anzusehen, konnten sich dafür aber auf ihr Publikum verlassen. Das musste honoriert werden.

 

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