Review: Lil Uzi Vert – Luv Is Rage 1.5

„Luv Is Rage 1.5“ gibt es im Stream & als Free-Download

Lil Uzi Vert könnte mit der EP „Luv Is Rage 1.5“ auch bisher Uneingeweihte abholen. Das überschaubare Format bietet sich hierfür an. Aber Vorsicht: Ein Zurück wird es danach nicht mehr geben.

 

Seit der 2016 veröffentlichten Single “Money Longer” ist Lil Uzi Vert der Name, der fällt, wenn Geschmacksinstanzen wie das Complex Magazine oder SPIN vom vielversprechenden Rap-Nachwuchs sprechen. Der 1994 in Philadelphia geborene Symere Woods atmet den Sound der übernächsten Generation, vergisst trotzdem nicht, wo das alles herkommt. Auf so einen Teufelskerl können sich Jung und Alt einigen.

 

Die zwei Seiten des Symere Woods

 

Gespannt warten Fans und Sympathisanten auf das für dieses Jahr angekündigte Mixtape „Luv Is Rage 2“. Uzi selbst hat die Erwartungen bereits hochgeschraubt. Auf Twitter kündigte er nicht nur den Debütsong seiner Rockband an, auch ein erstes Snippet zeigt, welche musikalischen Weiterentwicklungen noch in dem 22-Jährigen schlummern könnten. Doch der aktuellste Grund zur Freude ist die EP „Luv Is Rage 1.5“, die seit Ende Februar im Netz herumschwirrt.

 

„Luv Is Rage 1.5“ ist – wie es der Name vermuten lässt – der Brückenschlag zwischen Mixtape 1 von 2015 und dem zweiten Teil. Vier neue Songs sind darauf enthalten und diese eignen sich gerade für Hörer, die bisher noch keinen Zugang zur Welt des Migos-Kumpels hatten. „1.5“ ist quasi ein Mini-Best-Of, das sowohl den verletzlichen Uzi mit gebrochenem Herzen als auch den „Lady Killer“ mit Verehrerinnen in L.A. und Schweden zeigt.

 

Eine unwiderstehliche Mischung

 

Lil Uzi Vert bietet eine unwiderstehliche Mischung aus straightem Rap, astreinem R’n’B-Gesang und modernem Autotune-Gesäusel. Verspielte Produktionen von TM88 und DP Beats runden das Paket ab. So steht der melancholische Grundton von „Boring Shit“ in starkem Kontrast zu den hektisch klackernden Hi-Hats. Uzi selbst ist sich nicht zu schade, darauf eine freche Bestandaufnahme seines aktuellen Lebens abzugeben. Und gerade wenn der Hörer glaubt, er hätte mit „YSL“ das letzte Lied der EP geschafft, klatschen die heftigen Kickdrums noch ein letztes Mal mit voller Wucht gegen die Stirn.

 

„All my friends are dead, push me to the edge“, fordert er wiederholt auf dem mit Glockenbeat bestückten „LUV SCARS K.o 1600“, bevor er auf „XO TOUR Llif3“ – cool wie er ist – auf Coolness verzichtet, die Hosen herunterlässt und seiner Verflossenen hinterhertrauert. Denn Lil Uzi Vert macht es nicht anders als die anderen Rapper des Jahrgangs 1995 bis 2000, er macht es einfach nur unterhaltsamer.

 

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