Review: Juse Ju – Der Ego EP

„Ich bin das fehlende Glied zwischen Münchens Blumentopf und Aggro Berlin“, heißt es auf Juse Jus „Der Ego EP“. Auch auf dem Cover wird mit allen Vorzügen eines Nischenproduktes geworben: Kein Backpack – kein Gangster – Ego!

 

Auf sechs Tracks bekommt der Hörer knapp zwanzig Minuten Unterhaltung geboten. Es geht nicht um die große Liebe, nicht um Gesellschaftskritik und noch nicht einmal um den harten Struggle, den der Protagonist der Platte tagtäglich erleiden muss. Juse Ju gibt sich erfrischend abgehoben und kann so über die komplette Spielzeit den Entertainment-Faktor voll ausspielen. Der kampferprobte Freestyle-König kokettiert mit einer Menge Hip-Hop-Klischees und stellt sich dabei selbst als sympathischen Egomanen dar.

 

Ob die bassige Massig-Jiggs-Reunion „Major Underground“ mit Bonzi Stolle, das herrliche „Amoklauf“, das die grenzenlose Schönheit am wahllosen Massenmord vermittelt, oder das kurzweilige „Bis zum Finale“, in dem uns Juse Ju im Storyteller-Stile einen Abend als Aktiver bei einem Freestyle-Battle darstellt. Für Abwechslung ist gesorgt.

 

Juse Ju präsentiert sich als intellektuellen Freidenker mit einem Hang zum Asozialen. Eine mehr als interessante Mischung. Auch wenn nicht jede Line sitzt, nicht jeder Reim das Maß der Dinge ist und bestimmt auch nicht jeder Flow von Dipset-Verbrauchern zum Nachahmen empfohlen wird, kann „Der Ego EP“ durch eine gehörige Portion Kurzweiligkeit punkten. Einen weiteren Pluspunkt gibt es für die gekonnte Covergestaltung, die im Stile einer Geo-Zeitschrift glänzt.

 

„Der Ego EP“ ist ein gelungener Tonträger, der sich gut durchhören lässt. Man darf gespannt sein, wie sich Juse Ju auf Albumlänge schlagen wird.

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