Review: Lea-Won – Trotzdem und gerade deshalb

Aus München erreicht uns das Lea-Won-Album „Trotzdem und gerade deshalb“. Vielen dürfte Lea-Won kein allzu großer Begriff sein. Jedoch veröffentlichte der Bayer zuvor im Eigenvertrieb drei Platten, gewann den feierwerk e. V. Bandcontest und ist ein Teil des Hip-Hop-Partisan-Netzwerkes.

 

Doch was geht auf seinem neusten Tonträger? 14 Songs, acht Interludes und vier Bonustracks lassen schon im Voraus auf eine inhaltlich vollgepackte Platte hoffen. Die Hoffnungen werden beim Hören bestätigt. Die Themenvielfalt ist groß und beschränkt sich nicht auf die üblichen Battle-Phrasen und Fickgeschichten. Hier hat sich jemand hörbar Gedanken gemacht.

 

„Money kills music“ kann durch einen freshen Beat mit coolen Drums überzeugen. Textlich geht Lea-Won detailliert auf die Marktsituation von Musik ein. Er vertritt einen sehr interessanten Standpunkt und wird es damit schaffen, dem einen oder anderen Hörer ein paar neue Argumente zu geben. Weitere Glanzlichter sind „Lernfähig“, in dem er sich mit dem Altern beschäftigt, „Finstere Zeiten“, das politische Zeilen zu bieten hat und „Schreibblockade“, welches sich mit dem Thema im Titel beschäftigt.

 

Lea-Wons Flow ist zeitgemäß und lässt sich gut anhören. Die Beats passen sich dem an, sind sehr abwechslungsreich und reichen von experimentell bis elektronisch. Turntable-Akrobaten wurden für die meisten Tracks ebenfalls eingeladen. Neben dem Hauptteil des Albums gibt es vier Bonustracks zu bewundern, die aus Budgetgründen kein anständiges Mastering abbekommen haben. Dem Hörgenuss schadet das nur minimal.

 

Zwischen den meisten Liedern wurden kurze Interludes gepackt, die das Hörvergnügen auflockern und auf die nächsten Tracks vorbereiten. Alles in allem eine sehr runde Playlist. Vielleicht ein wenig zu rund. Ausreißer oder Mut zu etwas Neuem kann man auf „Trotzdem und gerade deshalb“ nicht ausmachen. Trotzdem ist Lea-Won eine anständige und sympathische Platte mit rotem Faden gelungen.

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