Nirwana Blüte: Filmemacher Jörg-Michael Schneider im Interview

Als junger Mensch hat man es nicht leicht. Es gilt Schule, Ausbildung/Studium, Familie, Freunde und Hobbys unter einen Hut zu bringen und nebenbei auch noch erwachsen zu  werden. So weit so gut, aber was macht den Coming-Of-Age-Film „Nirwana Blüte“, neben der Tatsache, dass er noch nicht gedreht wurde, so besonders?

 

Bender, die Hauptfigur des Films,  muss sich zusätzlichen mit körperklauenden Aliens und merkwürdigen Pilzen herumschlagen. Mit dem Abi in der Tasche, pubertätstypischen Streitereien zwischen ihm und seinen Eltern und einer knospenden Beziehung geht  Bender – gespielt von Markus Krojer (bekannt aus „Wer früher stirbt ist länger tot“) – in die Sommerferien, die sein Leben verändern werden. Nach und nach legen immer mehr Menschen in Benders Umfeld seltsame Verhaltensweisen an den Tag: Seine Mutter, die sonst ihre Freizeit am Computer verbringt, baut im Keller Pilze an und trotz sommerlichen Wetters tragen immer mehr Leute Schals und Mäntel. Ob Bender es schafft, ungeachtet dieser merkwürdigen Vorfälle, seinem Schwarm Sesil näherzukommen und wie er sich bei der Bekämpfung der Alienbedrohung anstellt, seht ihr, wenn der Coming-Of-Age/Horror-Film auf Celluloid gebannt wurde.

 

Bodysnatcher – das Genre des Films – lässt sich ganz einfach erklären: Außerirdische übernehmen die Körper von Menschen, töten diese und ersetzen sie durch Kopien, die in ihrem Verhalten Zombies gleichen. Die Idee wurde 1955 vom amerikanischen Schriftsteller Jack Finney im Roman „Die Körperfresser kommen“ erdacht. Das Buch wurde bereits in den Jahren 1956, 1978 und 2007 verfilmt. Hinter dem neuen Filmprojekt, dessen Dreh im Frühjahr 2014 beginnen soll, stehen die Stuttgarter Mario Schuster (studierter Filmemacher, hier Regisseur und Drehbuchautor), als Creative Producer Jörg-Michael Schneider (ebenfalls ehemaliger Filmstudent und nebenbei Stimme der Stuttgarter Hardcore-Band Reznik Syndrom), sowie der Produzent Ephraim Wörner und Dominik Apanowicz, der für die Bildgestaltung des Films zuständig sein wird. Einen kleinen Einblick bekommt man mit folgendem Kurzfilm aus dem Universum der „Nirwana Blüte“.

 

Kurzfilm: Nirwana Knospe Eins

 

Wem der Kurzfilm gefallen hat, kann sich überlegen, ob er die Jungs finanziell unterstützen möchte. Die leidenschaftlich engagierten Herren aus dem Schwabenland finanzieren ihren Bodysnatcher-Film via Crowdfunding auf startnext und stellen auf der entsprechenden Seite zusätzliche Informationen zu ihrem Streifen bereit. Für eine Spende gibt es – wie man es von derartigen Crowdfunding-Projekten gewohnt ist – natürlich Geschenke von der Nennung im Abspann bis zu der Chance Produzent zu werden.

 

Wir haben dem Creative Producer Jörg-Michael Schneider ein paar Fragen zu „Nirwana Blüte“, dem Horror-Genre und dem Umgang mit Fame gestellt:

 

Was fasziniert dich am Genre Bodysnatcher und welche Filme empfiehlst du unseren Lesern?
JMS: Es arbeitet meistens mit subtilen Mitteln und Urängsten und bietet viele Möglichkeiten für die Interpretation von Aussagen bzw. aus der Sicht des Filmemachers – um Aussagen mit einem unterhaltsamen Genrefilm zu machen. Ich empfehle auf jeden Fall zurück an den Anfang der Bodysnatcher-Filme zu gehen und Don Sigels „Invasion Of The Bodysnachters“ von 1956 nachzuholen. Der Film zeigt super, wie zeitlos das Subgenre ist.

 

Wie kann man die Figur Bender am besten beschreiben?
JMS: Bender befindet sich genau zwischen den Welten der Erwachsenen und der Jugendlichen. Er selber fühlt sich erwachsener, als er eigentlich ist. Die Bodysnatcher-Invasion, die um ihn herum geschieht, veräußert seine persönlichen Probleme im Wandel vom Kind zum Erwachsenen und zwingt ihn dazu, Entscheidungen zu fällen. Im Endeffekt ist Bender eine universelle Figur eines jungen Mannes, der nach Liebe und einem Sinn im Leben sucht.

 

Wird der Horror in „Nirwana Blüte“ eher subtil ausfallen oder auf Schockmomente setzen?
JMS: Um dem Genre treu zu bleiben, fangen wir schleichend an und arbeiten viel mit Andeutungen. Wenn man andeutet, muss man aber irgendwann auch abliefern. Dementsprechend steigern sich kleinere Schockmomente zu einem „schleimigen“, auch sexuell aufgeladenen Finale, das vielleicht an frühe Cronenbergs erinnern könnte. Lasst euch überraschen.

 

Was ist deiner Meinung nach das schlimmste Horrorfilm-Klischee aller Zeiten?
JMS: Ich liebe fast jedes Klischee und jede Konvention. Das macht das Horror-Genre doch irgendwie aus, oder? Man kriegt bis zu einem gewissen Grad, was man erwartet. Gute Filme brechen dann gekonnt mit den Erwartungen und finden neues auf alten Wegen – dann werde ich Fan. Ich hasse allerdings das weitverbreitete Klischee unter Horrormuffeln, dass Horror niedere und dumme Unterhaltung ist.

 

Wie wirst du mit dem ganzen Fame umgehen, wenn der Film erst einmal eingeschlagen ist wie eine Bombe?
JMS: Koks und Nutten! Ähm, natürlich nicht. Im Falle dessen werden wir keine Zeit verlieren und ein ganz großes Ding nachschieben!

3 Comments

  1. Die dazugehörige Musik von den Buttheads kann man sich übrigens hier anhören: http://soundcloud.com/buttheads

  2. Yeah! Mein Erster Artikel auf likeitis93.de

  3. sieht interessant aus. wer hat die bilder gemacht?

1 Trackbacks & Pingbacks

  1. like it is '93 // das Popkultur-Magazin

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