Motion Sickness: Was tun gegen die Spielübelkeit?

Der eine Teil der Spielergemeinde blickt voller Vorfreude auf den Herbst, wenn die ersten Virtual-Reality-Brillen in den Wohnzimmern des Landes ausprobiert werden können. Der andere Teil sollte neben dem Kauf der Hardware auch über die Anschaffung eines Jahresvorrates von Spucktüten nachdenken, denn die Motion Sickness könnte einigen Spielern den Spaß ganz schnell ruinieren.

 

Motion Sickness: Nur noch schwummrig sehen

„Mein Hirn kam nicht mit meinen Augen- und Kopfbewegungen mit und sah nur noch ein schwammiges Bild. Schweiß begann in Strömen zu fließen und meine Gesichtsfarbe ging in die Bereiche eines Untoten über“, schrieb ich im März 2014 recht dramatisch über meine erste Erfahrung mit einer Virtual-Reality-Brille. Die sogenannte Motion Sickness – oft auch im Zusammenhang mit Reisekrankheit, Spielübelkeit, Kinetose oder Gaming Sickness genannt – erwischte mich damals bereits nach wenigen Spielminuten. Mitte 2016 habe ich dennoch ein entsprechendes Hardware-Produkt vorbestellt, denn um VR kommt kaum ein Videospieler derzeit herum. In der Hoffnung, mit vorangeschrittener Technik, höherer Grafikauflösung und womöglich gestärktem Körper würde alles besser werden, öffnete ich den Geldbeutel, um als Early Adopter die Zukunft in meine vier Wände zu holen. Doch ich habe die böse Befürchtung, dass ich mir nach kurzer Zeit eingestehen werde, dass der Kauf eine Schapsidee war.

 

Dass einzelne Spieler VR-Brillen im wahrsten Sinne des Wortes zum Kotzen finden, hat leicht nachvollziehbare Gründe. Bekommen Sinnesorgane unterschiedliche Informationen geliefert, kommt das Gehirn durcheinander und sendet Warnhinweise in Form von Übelkeit, Schweißausbrüchen oder anderen Symptomen aus. Denn wenn man im virtuellen Raum mit vollem Tempo in eine Wand rast, der Körper sich auf einen heftigen Aufprall einstellt, dann aber nichts passiert, wird die Verarbeitung für diesen schwierig. Was mit dem Körper geschieht, wenn man sich eine Minute lang ganz schnell im Kreis dreht oder als ungeübter Beifahrer bei einer Rallye antreten muss, ist ebenfalls kein Geheimnis. Man sieht schwarz und klappt im schlimmsten Falle zusammen. Menschen reagieren unterschiedlich auf derartige Extremsituationen. Das ist bekannt, denn je nach körperlicher Ausgangslage werden die Einen zu Piloten und Astronauten, die Anderen nach einer verhältnismäßig lahmen Achterbahnfahrt bereits zu blassen Gestalten.

 

Die eigentlich interessante Frage ist jedoch, was die Spieler, die anfällig für Motion Sickness sind, aber trotzdem „Star Trek Bridge Crew“, „Until Dawn: Rush of Blood“ oder „RIGS: Mechanized Combat League“ spielen möchten, tun können?

 

  • Angeblich soll sich das Gehirn nach zwei, drei Tagen von selbst an die Belastung gewöhnen, weshalb Augen zu und durch der wohl unangenehmste Tipp ist.

 

  • Regelmäßige Spielpausen, die man liegend und mit geschlossenen Augen verbringt, können der Motion Sickness ebenfalls vorbeugen oder sie zumindest verringern.

 

  • Laut einem Beitrag des Bayrischen Rundfunks sollen angeblich natürliche Mittel wie Ingwer der Spielübelkeit abwenden.

 

  • Möchte man dagegen medicalnewstoday.com Glauben schenken, könnte das Kauen von Kaugummis dazu beitragen, den Spuckreiz zu verringern.

 

  • Auch das regelmäßige Lüften kann Wunder wirken, denn frische Luft ist immer noch die beste Medizin.

 

  • Ein weiterer Tipp, der in einem Artikel auf WebMD.com weitergegeben wurde, ist das Spielen zu bestimmten Tageszeiten. Vielleicht reagiert der Körper abends besser auf die Virtual Reality als morgens nach dem Aufstehen.

 

  • Und wenn das alles nicht hilft, dann sollte man sich zumindest keine Sorgen machen. Denn immerhin könne man von Motion Sickness nicht sterben, auch wenn es sich manchmal so anfühle, wie Dr. Stern in besagtem WebMD.com-Artikel zitiert wird.

 

Wenn die Brille im Oktober bei mir eintrifft, werde ich den Karton sicherheitshalber ganz vorsichtig öffnen und nicht gleich in die Altpapiertonne befördern. Vielleicht benötige ich ihn ein paar Tage später schon wieder, um die Brille zusammen mit einem Rückgabeformular an das entsprechende Warenhaus zurückzusenden. Schade wäre es allemal, doch in meinen feierabendlichen Spielstunden möchte ich mich entspannen und meinen Körper keinem unnötigen Stress aussetzen.

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