Kurz & knapp #80: PROPER., Post Malone, Gender Roles, Tora, Read Or Not…

Kurz-Reviews: Unter anderem mit „I Spent The Winter Writing Songs About Getting Better“ von PROPER.

So viele Neuerscheinungen und so wenig Zeit, all diese Platten, Filme, Spiele und Comics ausführlich zu behandeln. Im Format “Kurz & knapp” bringen wir es daher auf den Punkt. Dieses Mal dabei: PROPER., Young Guv, Post Malone, LUEAM, Gender Roles, Tora, Handful Of Dust, Ready Or Not & Familienanhang.

 

PROPER. „I Spent The Winter Writing Songs About Getting Better“

Sänger und Gitarrist Eric Garlington zählt Kanye West und Max Bemis von Say Anything zu seinen größten Einflüssen. Das neue Album seiner Band PROPER. gibt sich entsprechend vielseitig. Auf „I Spent The Winter Writing Songs About Getting Better“ befinden sich astreine Punk-Nummern mit lateinamerikanischen Elementen, ABBA-Zitaten und unzähligen Gags. Dass Garlington trotzdem etwas zu sagen hat, zeigen Stücke wie „Dekalb Av“ und „Trill Recognize Trill“, in denen er seine sexuelle Identität erforscht. +++ Fucked-Up-Gitarrist Ben Cook lässt es auf seinem Soloprojekt Young Guv deutlich ruhiger angehen. Auf den 23 Minuten von „GUV I“ spielt der Kanadier einen sonnigen Rocksound, der direkt aus den Neunzigerjahren stammen könnte. Dabei steht nicht die Härte seiner Hauptband, sondern der nächstmögliche Pop-Hit im Mittelpunkt. Dass darunter nicht der Anspruch leidet, ist Young Guv hoch anzurechnen. Ende Oktober erscheint bereits der Nachfolger „GUV II“.

 

Post Malone „Hollywood’s Bleeding“

Die Fans sind sich einig: Mit „Hollywood‘s Bleeding“ hat Post Malone niemanden enttäuscht. Und tatsächlich bedient sein drittes Studioalbum alle Geschmäcker, ohne dabei beliebig zu klingen. Auf „Hollywood‘s Bleeding“ reiht sich ein Ozzy Osbourne ganz selbstverständlich neben einem Travis Scott ein. Post Malone hat verstanden, wie massentaugliche Musik im Jahr 2019 klingen muss: Von Scheuklappen befreit, melodisch und abwechslungsreich. Die Streaming-Charts werden in den nächsten Wochen vermutlich aus diesen 17 Hits bestehen. +++ LUEAM fällt auf, denn dass Musiker ihre Songs durchnummerieren, passiert selten. Auf seiner EP „Nummern“ möchte er daher mit Titeln wie „011 Mehr als Europa“ und „009 Statussymbole“ zum Nachdenken anregen. Dabei nutzt das ehemalige Model sowohl melodische als auch harte elektronische Mittel für die Themenvermittlung. Das gelingt LUEAM so gut, dass sich Hörer_innen auf ein Album mit den nächsten Nummern freuen sollten.

 

Gender Roles „Prang“

Auf ihrem Debütalbum „PRANG“ spielen Gender Roles eine Mischung aus Punk- und Indie-Rock, der sich verschachtelt gibt, ohne anzustrengen. Denn zugänglich bleiben die Briten stets. Ernste Inhalte verbreiten sie mit tanz-, ja sogar moshbaren Melodien. Gelungener Einstand, der eine goldene Zukunft für die Band verspricht. +++ Tora haben ihr Studioalbum „Can‘t Buy The Mood“ in London, Los Angeles und Australien aufgenommen. Das Weltenbummeln hat der Platte gutgetan. Die Musik klingt so atmosphärisch und dicht, dass sie die Hörer_innen ab dem ersten Track in einen entspannten Modus versetzt. Soul, Elektro und Alternative vermischen sich zu einem gefühlvollen Album, das die Kunst über den schnellen Hit stellt. +++ Zum Abschluss des Musikabschnitts noch ein Tipp für Fans härterer Gitarrenmusik: Handful Of Dust spielen auf „Cosmopolis“ einen nach vorne preschenden Metal mit Growls und Klargesang.

 

Ready Or Not – Auf die Plätze, fertig, tot

Die Idee hinter Ready Or Not – Auf die Plätze, fertig, tot gehört nicht zu den besten, die das bisherige Kinojahr hervorbrachte. Aufgrund einer Tradition muss sich Grace in ihrer Hochzeitsnacht vor den mordlüsternen Schwiegereltern verstecken. Was die Mischung aus Horror, Mystery und Thriller in ihrer platten Geschichte versemmelt, holt sie durch die handwerkliche Umsetzung wieder heraus. Hauptdarstellerin Samara Weaving spielt mit einer Coolness, die ansteckt. Und auch die Nebenfiguren überzeugen durch ihre gelungen umgesetzten Eigenarten. +++ In allen Belangen misslungen ist die Netflix-Sitcom Familienanhang. Kaum ein Gag zündet, die Figuren nerven und die dargestellten Erziehungsformen sind erschreckend. Seit wann ist es lustig, Kinder mit einem Gürtel zu maßregeln? Da bietet der Streaming-Dienst mit „All About The Washingtons“ eine deutlich bessere Alternative.

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