Blue Ivy, Kal-El & Apple – Kindernamen in der Promiwelt

Wer Kinder hasst, sollte einfach welche zeugen und ihnen anschließend furchtbare Namen geben. Doch was bis hierhin noch als Witz gemeint war, haben einige Bürger Deutschlands ernsthaft umgesetzt. „Sag mir wie Du heißt und ich sag Dir, was Du bist“, schrieb die Welt 2008 in einem ihrer Artikel über das von der Wissenschaft bestätigte Phänomen „Kevinismus“. Kommt ein Kind aus einem sozialen Brennpunkt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es Chantal oder Justin heißt, höher, als bei Kindern aus vornehmeren Wohngegenden.

 

Soweit dürfte sich dieser Sachverhalt in Deutschland herumgesprochen haben. Also immer druff auf die armen Kleinen, die angloamerikanische Vornamen abgekommen haben. Mandy-, Jeremy- oder Peggy-Bashing macht nicht nur Stefan Raab Spaß, sondern mittlerweile auch dem Großteil der restlichen Bevölkerung, der sich – ganz harmlos – Andreas, Tanja oder Matthias schimpfen darf. Doch wir Otto-Normal-Menschen brauchen eigentlich keine Nachbarn, Schulkameraden oder Arbeitskollegen mit ungewöhnlichen Namen, über die wir uns lustig machen können. In der bunten Promiwelt gibt es genügend Paradiesvögel, die das Leben ihrer Kinder mit noch viel abgefahrenen Namen ruinieren, als es ein Justin oder Jeremy je tun könnte. Denn gegen so manche Namensgebungen von Promis ist der Kevinismus, der im deutschen Kleinbürgertum gepflegt wird, ein Witz. Kevinismus, der das nächste Level erreicht hat: Hardcore-Kevinismus. Oder einfach nur bekloppt.

 

Die Leidenschaft des Vaters muss der Sohn ausbaden

 

Die Babynamenexperten von nameberry.com schrieben: „Celebrity baby names are often the most creative, original and sometimes craziest around.“ Cracked.com formulierten es in einem ihrer Artikel dagegen etwas drastischer: „Apparently, some celebrities just don’t get enough attention, so they name their kids something really dumb to stand out.” Und wenn man das Internet durchstöbert, stößt man relativ schnell auf die von cracked.com angesprochenen Berühmtheiten.

 

So zum Beispiel Nicholas Cage: Dieser scheint Comic-Fan zu sein. Es ist nicht anders zu erklären, weshalb er seinen Sohn Kal-El genannt hat. Kal-El ist nichts Geringeres als der kryptonische Name von Superman. Wer jetzt denkt, dass das doch Banane ist, der kennt Apple noch nicht. So heißt nämlich die Tochter von Gwyneth Paltrow und Coldplay-Sänger Chris Martin.

 

Auch Jamie Oliver war mit Poppy Honey nicht gerade einfallslos. Was wie die Bezeichnung eines Kellog’s Frühstückprodukts klingt, ist in Wahrheit der Name, mit dem sich seine Tochter von nun durchs Leben schlagen darf. Doch wenn sich die kleine Poppy Honey ordentlich ausheulen möchte, sollte sie zur Tochter von Katie Price und Peter Andre gehen. Die könnte mit ihrem Namen Princess Tiaamii ordentlich Trost spenden.

 

Jay-Z und Beyoncé machen blau

 

Vor einigen Jahren rappte Jay-Z in seinem Stadtteilliebeslied „Hello Brooklyn“ zwar noch: „Hello Brooklyn, if we had a daughter guess what imma call her, Brooklyn Carter“, doch was hat ihn sein Geschwätz von gestern zu interessieren?! Blue Ivy ist nicht die neue Trendfarbe für Sneakers, sondern der endgültige Name von Jay-Zs und Beyoncés erster Tochter, die am 7. Januar das Licht der Welt erblickte. Dass Blau der verrückteste Mädchenname schlechthin ist, möchte ich nicht gerade behaupten, doch was kann man als Blue Ivy später mal machen? Mir fällt da ehrlich gesagt nur strippen ein!

 

Die kleine Blue Ivy braucht aber nicht traurig zu sein. Namensvetter gibt es überall. Auch im Hause The Edge (U2-Gitarrist) und Aislinn O’Sullivan. Da hüpft nämlich ein kleiner Wirbelwind durch die Räume, der auf den cocktailinspirierten Namen Blue Angel hört. Das wäre doch eine potentielle Spielkameradin für Blue Ivy Carter?!

 

Als Person des öffentlichen Lebens ist man häufig auf Partys, ballert sich möglicherweise das Hirn mit teurem Whiskey weg und konsumiert sicherlich Unmengen an Backpulver. Klar, dass man da auch mal den Namen seines eigenen Kindes vergessen kann. David Duchovny und seine Lebensabschnittsgefährtin Tea Leoni haben für diesen Fall der Fälle die optimale Lösung gefunden: „Nennen wir unser Kind doch einfach Kyd?! Und weil es cooler aussieht, ersetzen wir das I durch ein Y.“ Geilo.

 

Es gibt keine Gesetzte, aber Regeln

 

In Deutschland gibt es keine Gesetzte, die gewisse Vornamen verbieten. Trotzdem wird man angehalten, sich bei der Namensgebung an gewisse Regeln zu halten. Vornamen dürfen keinen „erheblich belästigenden Charakter“ besitzen. Möchte das Standesamt gewisse Namen nicht anerkennen, bleibt den Eltern nur noch der Weg über das Gericht. Die Judikative orientiert sich zu meist an drei Punkten, die klar abstecken, ob ein Name in Ordnung geht oder eben nicht: Er sollte als Vorname erkennbar sein (kein Maier oder Schmidt), kein Name einer Stadt, eines Flusses, eines Berges, etc. sein und möglichst als Jungen- oder Mädchenname identifizierbar sein.

 

In den Staaten läuft das scheinbar alles ein wenig anders. Denn Toni Braxton und Keri Lewis benannten ihr Kind Diezel Ky wohl eher nach einem Treibstoff, Bob Geldof und Paula Yates ihre Tochter Fifi Trixibell nach einer Figur aus einem zukünftigen Disney-Zeichentrickfilm, Emma Thompson und Greg Wise brachten gleich die Mutter der Erde Gaia zur Welt und Paula Yates bekam nicht genug von verrückten Kindernmane und zeugte mit Michael Hutchence eine japanische Wrestlerin namens Heavenly Hiraani Tiger Lily.

 

Doch machen wir uns nichts vor. So richtig schießt den Vogel einzig und allein ein Elternpaar ab: Die Ochsenknechts. Was in aller Welt haben Uwe und Natascha geraucht, als sie auf die Namen Wilson Gonzalez, Jimi Blue und Cheyenne Savannah kamen? Ihr Dealer muss ein Vermögen an ihnen verdient haben!

 

Die Liste mit hirnrissigen Kindernamen, die sich völlig realitätsferne prominente Eltern für ihre Sprösslinge ausgedacht haben, ist so lang wie wahnsinnig. Jetzt seid ihr gefragt: Wen habe ich vergessen? Was für bekloppte Namen locken euch ein besonders ungläubiges Lachen hervor? Seid nicht scheu und hinterlasst einen Kommentar!

3 Comments

  1. Meine Tochter Gaia zu nennen wäre auch nicht mehr als bescheidenheit meinerseits!

  2. „…doch was kann man als Blue Ivy später mal machen? Mir fällt da ehrlich gesagt nur strippen ein!“ < einfach herrlich!

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  1. Podcast-Folge 35: Vornamen – like it is '93 // das Popkultur-Magazin

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