Police Academy – Der Marathon

Eine Truppe voller Chaoten: Die Police Academy

Zwischen 1984 und 1994 gingen die Absolventen der “Police Academy” auf Streife und zeigten in sieben Trash-Kunstwerken, was Slapstick-Humor ist. Ich habe Kindheitserinnerungen aufleben lassen und einen knapp elfstündigen Marathon gestartet. Ein Minutenprotokoll legt Zeugnis meines Leidens ab.

 

Ab 1984 wurden in Paul Maslanskys „Police Academy“-Reihe fleißig Gesetzeshüter ausgebildet. Im Jahresrhythmus erschienen bis 1989 Kinokomödien, die trotz oder gerade wegen ihres Trash-Charmes Kultstatus erreichten. Doch wie ermüdend selbst die treuesten Zuschauer diese Dauerberieslung empfanden, zeigte sich ab dem fünften Teil. So spielten die ersten vier Filme mehr als 80 Prozent des Gesamtumsatzes ein. Die Teile fünf, sechs und sieben besiegelten das langsame Ende eines Franchises, das neben den Filmen auch eine Zeichentrick- und Fernsehserie sowie jede Menge Merchandise hervorbrachte.

 

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08:56
Der Marathon beginnt mit “Police Academy – Dümmer als die Polizei erlaubt”. Ich hoffe auf ein paar Lacher und viele Kindheitserinnerungen.

 

 

09:03
Die Musik von Robert Folk ist richtig „ohrwurmig“. Hatte ich gar nicht mehr in Erinnerung. Aber hey, typisch achtziger Jahre.

 

09:06
Ui, Kim Cattrall aus „Sex And The City“ war mal richtig jung.

 

09:11
Hat er seine schwarzen Polizeischulkameraden gerade „Bananenfresser“ genannt? Ernsthaft?

 

09:19
Zum ersten Mal musste ich wirklich lachen. Es ging um einen Gag, in dem das Wort „Glied“ vorkam.

 

09:33
Ich hatte die „Police Academy“-Reihe fast schon als Kinderfilme in Erinnerung. In Deutschland hatte aber zumindest der erste Teil eine FSK von 16 Jahren. Wobei… gerade gab es sogar Brüste zu sehen.

 

09:39
Zweiter Lacher: Kadett Chad Copeland versucht Bücher aus dem Fenster zu werfen, verfehlt dieses aber. Dieser Tollpatsch.

 

09:54
Okay, jetzt kommt es zum Oralverkehr mit einer Prostituierten. Ein Kinderfilm ist das wirklich nicht.

 

09:59
Lieutenant Harris ist mit seinem Kopf in einem Pferdearsch steckengeblieben. Ich merke, dass das Humor der ersten Güteklasse ist.

 

10:08
Um Mahoney zu hänseln, wurde er „Mahomo“ genannt. Nicht wirklich, oder? Und gleich im Anschluss wurde Leslie Barbara als „Schwuler Hund“ tituliert. Politisch korrekt geht anders.

 

10:29
Den ersten Teil habe ich hinter mir. Dass der Beginn einer siebenteiligen Reihe mittelmäßig ausfällt, bereitet mir für den restlichen Marathon Sorgen. Es wird von nun an wohl noch unlustiger.

 

10:32
Weiter geht es mit der Fortsetzung von 1985. Und der Titel ist Programm: „Police Academy 2 – Jetzt geht’s erst richtig los“.

 

 

10:39
Der Dialog zwischen den Lassard-Brüdern war ganz witzig.

 

10:46
Erster Lacher: Assistent Proctor ist die bisher lustigste Figur der Reihe. Mehr Szenen mit ihm bitte!

 

10:53
Zweiter Lacher: Der Name „Vinnie Schtulman“.

 

11:07
Innerhalb einer Minute fiel dreimal das Wort „Schwuchtel“. Schlimm.

 

11:35
Captain Mausers Perücke sieht so lächerlich aus. Also alles richtig gemacht.

 

11:45
Der Kampf gegen die Müdigkeit geht in die erste Runde.

 

11:57
Mir hat der zweite sogar ein wenig besser gefallen als der erste Teil. Da nicht die Ausbildung im Mittelpunkt stand, sondern gegen eine Verbrecherbande angetreten werden musste, war mehr Würze drin. Weiter geht’s mit „Police Academy 3 – …und keiner kann sie bremsen“ von 1986.

 

 

12:00
Gleich zu Beginn treffen Mauser und Proctor auf Chad Copeland und Kyle Blankes aus dem ersten Teil. Ziemlich vielversprechend.

 

12:14
So schnell geht’s: Nur zwei Jahre sind vergangen und die Azubis von damals sind im dritten Teil Ausbilder.

 

12:31
Die „Psycho“-Duschszene hatte schon was.

 

12:49
Der dritte kopiert ziemlich viele Gags aus dem ersten Teil. Gelacht habe ich trotzdem noch nicht. Und diese furchtbar vielen Figuren. Ich verliere völlig den Überblick.

 

13:11
Erster Lacher: Tackleberry steigt in guter alter Stallone-Manier mit dickem Maschinengewehr aus dem Wasser, was von seinem Gegner mit den Worten „Oh scheiße, Rambo“ kommentiert wird.

 

13:18
Mir hat der dritte Teil tatsächlich besser als die beiden Vorgänger gefallen. Die Geschichte wurde zügiger erzählt und mit mehr Action unterfüttert. Jetzt gibt es aber erstmal eine kurze Marathonpause.

 

13:32
Ich mache weiter mit „Police Academy 4 – Und jetzt geht’s rund“ von 1987. Der Film startet mit einem Rap-Song, der von Michael Winslow & The L.A. Dream Team vorgetragen wird. Außerdem scheint Sharon Stone mitzuspielen. Ich lehne mich interessiert nach vorne.

 

 

13:35
Lassard: „Was ist das absolut Frustrierendste an unserer Arbeit?“
Tackleberry: „Das wir keine Handgranaten benutzen dürfen, Sir!“

 

13:38
Captain Harris ist zurück. Sehr gut!

 

13:45
Oh, eine coole Skateboard-Szene. Zeitgeist und so. Zumindest scheint das der junge Tony Hawk zu sein.

 

14:04
Nach gut fünf Stunden „Police Academy“ setzen heftige Ermüdungserscheinungen ein.

 

14:15
Der Schwulenclub „The Blue Oyster“ kam bisher in allen vier Teilen vor. Ich wäre schwer enttäuscht, wenn das nicht bis zum siebten Teil durchgezogen wird.

 

14:28
Wie oft lassen die eigentlich noch Leute ins Wasser fallen, Mahoney irgendwelche Blondinen abschleppen, Klebstoff an Körperteile kommen oder Michael Winslow Pistolenschüsse imitieren?

 

14:45
Die deutschen Synchronstimmen von Robert Goldthwait und Tim Kazurinsky werden mit der Zeit einfach unerträglich.

 

14:54
Yoar, den vierten Teil habe ich nun auch hinter mir. Was soll ich sagen? Irgendwie alles die gleiche Suppe. Der nächste Film klingt zumindest vom Titel her nach einer Abwechslung. Weiter geht’s mit „Police Academy 5 – Auftrag: Miami Beach“ von 1988.

 

 

15:02
Keine sechs Minuten vergangen und der erste Blowjob-Witz. Das wird wohl wieder ein ganz großes Slapstick-Feuerwerk.

 

15:14
Cool, Odo aus „Star Trek: Deep Space Nine“ spielt den Bösewicht.

 

15:24
Steve Guttenbergs Ersatz Matt McCoy spielt als Nick Lassard nicht nur die gleiche Rolle wie Guttenberg, er hat auch die gleiche deutsche Synchronstimme bekommen.

 

15:31
Eine Anspielung auf „Der Weiße Hai“. Warum nicht von sowas mehr? Diese und die „Psycho“-Duschszene haben bisher am besten funktioniert.

 

15:50
Der fünfte Teil ist endgültig zur Aneinanderreihung von schlechten Gags verkommen. Nach sieben Stunden „Police Academy“ verliere ich allmählich den Verstand.

 

15:58
Jaaaaaaaaaaaaaaaaa, endlich: Eine „Wer hat im Fahrstuhl gefurzt?“-Szene!

 

16:04
Yeah, eine Anspielung auf Spock und seinen Betäubungsgriff samt vulkanischem Gruß. In diesem Teil steckt ja so richtig „Star Trek“ drin.

 

16:23
Der fünfte Teil ist vorbei und irgendwie war hier einiges anders: Kein Mahoney, kein Kirkland, kein Sweetchuck, kein Zed, kein Blue Oyster Club, diesmal spielt die Handlung mit Miami in einer benannten Stadt und es gibt richtig fiese Bösewichte. Trotzdem eher Qual als Spaß. Egal, es muss weitergehen. „Police Academy 6 – Widerstand zwecklos” von 1989 liegt schon im Blu-Ray-Player.

 

 

16:51
Captain Harris und seinem Assistenten Proctor wurden keine schmeichelhaften Szenen geschrieben. Arme Loser.

 

16:54
Ach, sieh mal einer an, Melle Mel hat einen Gastauftritt und darf rappen. Wobei das in der deutschen Synchro eher peinlich als cool ist.

 

17:16
Erster Lacher: Wie dem Oberbösewicht hinter einer Schattenwand der Hut hochging.

 

17:48
Ich habe die Schnauze endgültig voll. Der sechste Teil ist seit einer Minute vorbei und ich kann mich bereits an nichts mehr erinnern. Heiter weiter. Jetzt gibt’s die finale Runde: „Police Academy 7 – Mission in Moskau“, der nach einer langjährigen Pause erst 1994 erschien.

 

 

17:49
Der Vorspann startet ohne die obligatorische Skyline und es geht offensichtlich nach Moskau. Vielleicht kommt zum Abschluss noch mal frischer Wind rein?

 

18:13
Es macht einfach keinen Spaß mehr. Die Gags und Erzählmuster wiederholen sich immer und immer wieder.

 

18:38
Ron Perlman als russischer Gegenspieler ist ein echter Lichtblick.

 

18:48
Ganz unterhaltsam: Die ausgedehnte Ballettszene.

 

19:08
Das war es! Fast elf Stunden habe ich mich durch alle sieben „Police Academy“-Filme mehr gequält als gesehen. Einzelne Teile könnten für Interessierte vielleicht funktionieren, die komplette Reihe sei dagegen niemanden empfohlen… vor allem nicht am Stück.

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