Kurz & knapp #83: Gang Starr, Kele, The King, Check Check, Black And Blue…

Kurz-Reviews: Unter anderem mit „The King“

So viele Neuerscheinungen und so wenig Zeit, all diese Platten, Filme, Spiele und Serien ausführlich zu behandeln. Im Format “Kurz & knapp” bringen wir es daher auf den Punkt. Dieses Mal dabei: Gang Starr, Kele Okereke, Prank Encounter, The King, Check Check, When They See Us, Black And Blue & Hip-Hop Evolution.

 

Gang Starr „One Of The Best Yet“

Mit „One Of The Best Yet“ wollen Gang Starr noch einmal an ihr Lebenswerk erinnern. Dass das keine Guru-Show, sondern mehr oder weniger eine Team-Leistung ist, vergisst man dabei schnell. Den 2010 verstorbenen Rapper noch einmal im alten Umfeld zu hören, tut gut. Auch wenn die Platte halbgar und aus der Zeit gefallen wirkt, liefert DJ Premier am Beat gewohnt ab. Gastverse von unter anderem MOP, Talib Kweli und Jeru The Damaja hat Premo stimmig ausgewählt. Etwas Besseres hätte wohl niemand erwartet. +++ Auf seinem vierten Soloalbum „2042“ positioniert sich Bloc-Party-Frontmann Kele Okereke politisch deutlicher denn je. Deshalb verzichtet er aber nicht auf eingängige Songs, die sich mit Gitarren-Riffs und Synthesizer ihren Platz zwischen Sperrig- und Eingängigkeit suchen. Bestes Beispiel hierfür ist das sechsminütige „Between Me And My Maker“. Das Lied geht mit einer klassischen Songstruktur inklusive Hit-verdächtigem Refrain erst auf die Hörer_innen zu, um in der zweiten Hälfte mit einem instrumentalen Teil herauszufordern. „2042“ strengt an, erzeugt aber genauso viel Freude.

 

The King

Wer „Stranger Things“-Darsteller Gaten Matarazzo verklickert hat, dass Prank Encounter eine gute Idee sei, ist definitiv kein guter Freund. Die Netflix-Show mit der versteckten Kamera bietet weder lustige noch gut umgesetzte Streiche. Statt auf aufwändige Special Effects setzen die Macher_innen auf Menschen in Bigfoot-Kostümen, die schon in den Sechzigerjahren im Patterson-Gimlin-Film albern aussahen. +++ The King erzählt die Geschichte von Heinrich V., der lernen muss, sich vom hedonistisch Prinzen zum kriegsführenden König zu entwickeln. Mit dem von David Michôd („War Machine“) geschriebenen und gedrehten Film hat sich Netflix an ein großes Historiendrama gewagt. Die 140 Minuten haben trotz gelungener Leistungen von Timothée Chalamet („Call Me By Your Name“) und Robert Pattinson („Twilight“) ihre Längen. Ein Durchhalten lohnt sich jedoch, da Michôd die finale Schlacht bildgewaltig inszeniert hat.

 

When They See Us

Joyn kämpft um die deutsche Kundschaft. Mit Check Check schickt der Streaming-Service eine weitere Eigenproduktion ins Rennen. Mit Klaas Heufer-Umlauf bietet die ein prominentes Gesicht. Jan kehrt in sein Heimatdorf zurück, um sich um seinen dementen Vater zu kümmern. Statt ein Start-Up in Berlin zu gründen, muss er nun am Provinz-Flughafen arbeiten. „Check Check“ spielt zwar unangenehm mit Klischees, punktet aber mit einem Cast, der die dünne Geschichte kaschiert. Allen voran Uwe Preuss mimt den kranken Vater Udo mit einer routinierten Klasse. +++ Die vierteilige Mini-Serie When They See Us dreht sich um die wahre Geschichte von fünf afro- und lateinamerikanischen Jugendlichen, denen vorgeworfen wurde, 1989 eine Frau im New Yorker Central Park vergewaltigt zu haben. Aufgrund von erzwungenen Geständnissen saßen die 14- bis 16-Jährigen jahrelang unschuldig im Gefängnis. Drehbuchautorin Ava DuVernay hat die Begebenheit bedrückend in Szene gesetzt. Der Klos im Hals ist garantiert, da allen voran die Jungdarsteller mit einem beeindruckenden Einsatz spielen.

 

Black And Blue

Korrupte Polizisten ermorden Drogendealer und werden dabei von einer Kollegin gefilmt. Diese möchte den Vorfall publik machen, weshalb sie von den Gangster-Bullen durch die Problembezirke von New Orleans gejagt wird. Black And Blue besitzt nicht den frischsten Plot, erfüllt aber die wichtigsten Anforderungen an einen gelungenen Action-Thriller: rasante Bilder und eine spannende Geschichte. Zudem nimmt sich der Film dem wichtigen Thema Polizeigewalt an, was leider ein aktuelleres Thema denn je ist. Neben gelungenen Auftritten von Naomie Harris, Tyrese und Frank Grillo überzeugt vor allem Mike „Luke Cage“ Colter als fieser Drogenboss. +++ Für eine dritte Staffel von Hip-Hop Evolution betreibt der kanadische Rapper Shad wieder Ahnenforschung. Nachdem er sich in den ersten beiden Staffeln mit der Entstehung der Hip-Hop-Kultur und ihrem kommerziellen Siegeszug beschäftigt hatte, steigt er in der dritte Season mit den Streitigkeiten zwischen der Ost- und Westküste ein. Danach beleuchtet er, wie Jiggy- und Underground-Rap das Bild der Musik neu formten. Hochkarätige Interview-Partner und rare Archivaufnahmen runden die wohl beste Hip-Hop-Doku der Neuzeit ab.

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