Kurz & knapp #81: Liam Gallagher, Lil Kim, The Ranch, Mr. Iglesias, Skylines…

Kurz-Reviews: Unter anderem mit „Skylines“

So viele Neuerscheinungen und so wenig Zeit, all diese Platten, Serien, Filme, Spiele und Comics ausführlich zu behandeln. Im Format “Kurz & knapp” bringen wir es daher auf den Punkt. Dieses Mal dabei: oso oso, Erobique & Palminger präsentieren: YVON, Lil Kim, Liam Gallagher, Delta Sleep, Edge Of Blame, The Ranch, Mr. Iglesias, Skylines & After The Wedding.

 

oso oso „Basking In The Glow“

Vom Intro sollte sich niemand täuschen lassen, Singer-Songwriter Jade Lilitri aka oso oso spielt auf „Basking In The Glow“ nicht mit der Akustikgitarre herum, sondern ballert Pop-Rock-Nummern raus, die sofort ins Ohr gehen. Vom klassischen Radiohit „The View“ bis zum brodelnden „Charlie“ – auf dem dritten Album seines Bandprojekts gibt es dafür mehr als genug gute Beispiele. +++ Hinter Erobique & Palminger präsentieren: YVON verbergen sich die Musiker Carsten Meyer, Jacques Palminger sowie Schauspielerin und Sängerin Yvon Jansen. Mit „Yvon im Kreis der Liebe“ spielt sich das Trio durch elf musikalisch leicht zugängliche Popstücke, die ihren Reiz auf einer textlichen Ebene entfalten. Jansen singt mit markanter Stimme über die Liebe. Die Musik hält sich im Hintergrund, rückt hin und wieder mit Flöten und Kirchenglocken ins Scheinwerferlicht. Musik so süß und leicht wie Zuckerwatte. +++ Auf ihrem fünften Soloalbum „9“ wirkt Lil Kim blas. 14 Jahren zogen seit ihrer letzten Studioplatte ins Land, nun versucht sie sich am Sound der Stunde. Viel bleibt nicht hängen. Stattdessen stehlen ihr Feature-Gäste wie City Girls, Rich The Kid oder Rick Ross das Spotlight.

 

Liam Gallagher „Why Me? Why Not.“

Nach „As You Were“ vor zwei Jahren hat Liam Gallagher Blut geleckt. Mit „Why Me? Why Not.“ erschien Ende September sein zweites Soloalbum. Während sich Bruder Noel mit jedem Projekt neu erfindet, besinnt sich Liam auf einfache Rocksongs in Oasis-Tradition. Für den angemessenen Bombast gesellen sich zur klassischen Bandbesetzung Piano und Geigen. Das alles klingt altmodisch auf eine gute Art. „Why Me? Why Not.“ kommt ohne einen Ausfall aus. +++ Auch auf der „Younger Years EP“ spielen Delta Sleep einen Indie-Rock, der sich nicht auf dreiminütige Radiohits beschränkt. Das britische Quartett dehnt ihre Songs zu kleinen Math-Wunderwerken aus, die auch an der Acht-Minuten-Grenzen kratzen. Dadurch entfaltet die Musik eine für das Genre ungewöhnliche Komplexität. +++ Zum Abschluss des Musikabschnitts noch ein Tipp für Fans von melodischem Metal: Die bayerische Band Edge Of Blame verbindet auf „Predicted Of My Soul“ Eingängigkeit mit Härte.

 

The Ranch

The Ranch befindet sich auf der Zielgerade. Mit dem nun erschienenen siebten und einem kommenden achten Teil beendet Netflix die Sitcom. Das geschieht zum richtigen Zeitpunkt, da die Geschichte rund um die Rancher-Familie Bennett auserzählt wirkt. Ein weiterer Streit zwischen Cole und Vater Beau wäre überflüssig, eine endgültige Ranch-Übergabe hingegen überfällig. Bis dahin können sich Fans mit zehn soliden Folgen auf den Abschied vorbereiten. +++ Comedian Gabriel „Fluffy“ Iglesias spielt sich in Mr. Iglesias selbst. Oder auch nicht. Denn in der Sitcom, die in seiner Heimat Long Beach spielt, tritt er zwar unter seinem echten Namen auf, mimt jedoch einen Lehrer. Vermutlich verkörpert er den Mentor, den er in seiner Jugend gerne gehabt hätte: Denn er glaubt an seine Schützlinge, die aus prekären Lebenssituationen stammen. „Mr. Iglesias“ drückt die Schüler_innen allerdings nicht in die Opferrolle, sondern erhebt sie zu Menschen mit Potenzialen. Mit einer hohen Gag-Dichte sowie einer farbenfrohen Optik bewirbt sich die Show als ein würdiger „One Day At A Time“-Nachfolger.

 

Skylines

Nach „4 Blocks“ und „Dogs Of Berlin“ bricht der Hype um deutsche Serien im Gangster-Milieu nicht ab. Mit Skylines schickt Netflix eine eigene Show ins Rennen, die sich um das Straßenrap-Label Skyline Records dreht. Chef Kalifa hat ein legales Geschäft aufgebaut, das von seinem schwerkriminellen Bruder vereinnahmt wird. Serienmacher Dennis Schanz inszeniert die Geschichte zwischen Hip-Hop und Straße in einem packenden Tempo. Die Figuren handeln nicht überzogen, sondern überzeugen durch die Bank mit nachvollziehbarem Verhalten. Gastauftritte von Rappern wie Azad, Nura, Olexesh, Celo und Abdi runden das Gesamtpaket ab. Einzig und allein das Ende enttäuscht, da es weder Auflösung noch Cliffhanger bietet. +++ Mit After The Wedding hat Regisseur und Drehbuchautor Bart Freundlich den gleichnamigen dänischen Film für den US-amerikanischen Markt neu verfilmt. Herausgekommen ist ein Familiendrama mit einem starken Cast rund um Julianne Moore, Michelle Williams und Billy Crudup. Dennoch zieht sich die Geschichte und arbeitet aktiv an einem Höhepunkt vorbei.

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