Die 10 besten Kiss-Songs

 

Pyrotechnik, Blutspucken und Kostüme wie aus einem schlechten Science-Fiction-Film, Kiss können neben ihren bombastischen Bühnenshows auch Musik: Die zehn besten Songs der spektakulären Hard-Rock-Band.

 

1998 kam ich über die Plattensammlung meines Vaters mit der damals aktuellen Scheibe von Kiss in Berührung: „Psycho Circus“. 47 Minuten brachialer, melodischer und vor allem bis zum Scheitel zugeschminkter Hard-Rock der alten Schule, dessen Wirkung auf mich 13jährigen Uncle-Kracker-Fan nicht krasser hätte sein können. Ich genoss jedes der zehn Stücke, lernte langsam aber sicher die Texte auswendig und grölte zum Ärgernis meiner Mutter lauthals mit. Damals entfachte meine zugegebenermaßen merkwürdige Leidenschaft für die Make-Up-Machos und hält bis heute wacker an. Ich bin mittlerweile zwar nicht im Besitz der kompletten, aber zumindest ansatzweise vollständigen Diskografie. Selbstverständlich inklusive T-Shirts, DVDs und Videospielen.

 

Nach 41 aktiven Jahren, in denen 20 Studioalben entstanden sind, gehören Kiss nicht nur für Menschen, die eine Vorliebe für Brimborium und Feuerwerk haben, zur erfolgreichsten Rock-Band aller Zeiten. Kiss vermarkten sich als comichaftes Gesamtkunstwerk, was ihnen viele Musikkritiker auch vorwerfen. Doch so konsequent und spektakulär haben das bis heute nur wenige im Musikbusiness gemacht: Die Wrestlingshow unter den Rockkonzerten, das Ed Hardy unter den Merchandise-Produkten und die Arnold Schwarzeneggers unter den Persönlichkeiten. „Kult“ ist das Wort, das an dieser Stelle fallen sollte. Zu Ehren von Gene Simmons und seinen Mannen küre ich die – in meinen Augen – zehn besten Songs der coolsten Plateaustiefelträger dieses Erdballs.

 

„War Machine“
(von „Creatures Of The Night“, 1982)

„Better watch out, cause I’m a War Machine!“ Prolliger geht’s nicht. Der Soundtrack für Provinztrinker, die zum feiern in die Großstadt fahren.

 

„God Of Thunder“
(von „Destroyer“, 1976)

Als ich den Song das erste Mal hörte, musste ich stets an Rayden aus „Mortal Kombat“ denken. Pump-die-Brust-auf-Musik, um durch die Stürme aus „Twister“ zu joggen.

 

„Sure Know Something“
(von „Dynasty“, 1979)

Über das Platzhalterthema Liebe haben die Schminkfratzen schon immer inflationär häufig gesungen. Zu dem Abgeh-Refrain aus „Sure Know Something“ besorgen sich engagierte Aufreißer ihr Selbstbewusstsein.

 

„Forever“
(von „Hot In The Shade“, 1989)

Kitschiger als „Beth“, „Everytime I Look At You“ und „I Finally Found My Way“ zusammen. Kleine Randnotiz: In der Konzert-DVD „Kiss Symphony“ werden bei dem Song gefühlt tausend Mal dickbrüstige Blondinnen eingeblendet, die Luftküsse in die Kamera verteilen.

 

„Strutter“
(von „Kiss“, 1974)

Ein Song, den Günter Schneidewind seinen SWR-Hörern empfehlen würde. In meiner Vorstellung klangen die siebziger Jahre ausschließlich so.

 

„Love Gun“
(von „Love Gun“, 1977)

In jeder Stadt ein anderes Betthüpferle und trotzdem solche Lieder schreiben, Kiss sind nun einmal echte Lebemänner. Mit der Liebesknarre zielen, abdrücken und treffen.

 

„Just A Boy“
(von „Music From The Elder“, 1981)

Mit „Music From The Elder“ haben sich Kiss ausprobiert. Hört, hört. Im Queen-Fahrwasser auf Rock-Oper machen und dafür Schelte bekommen, war jedoch das Ergebnis. Trotzdem hält das Album ein paar wirklich großartige Stücke wie eben „Just A Boy“ parat.

 

„Raise Your Glasses“
(von „Psycho Circus“, 1998)

Now or never. Do or die. Die alte „alles-auf-eine-Karte-setzen“-Geschichte. „Raise Your Glasses“ beherrscht dieses Text-Klischee bestückt mit einer Ohrwurm-Hook in Perfektion.

 

„Heart Of Chrome“
(von „Revenge“, 1992)

In der Hochzeit von Nirvana hatten es klassische Rockbands wie Kiss schwerer als Sisyphos. Hip ging einfach anders. Und bevor ich hier wie der alte Opa klinge, der damals eigentlich erst sieben Jahre alt war, küre ich das derbe „Heart Of Chrome“ zu einem der besten Kiss-Songs.

 

„Say Yeah“
(von „Sonic Boom“, 2009)

Klingt zwar Eins zu Eins als hätten sich Kiss bei „Radio Nowhere“ von Bruce Springsteen bedient, kann aber trotzdem mit einem dermaßen mitreißenden Kehrvers aufwarten, dass das locker verziehen ist. Refrains, in denen ein „Yeah“ mitgeschrien werden kann, können sowieso nicht schlecht sein.

 

PS: „Psycho Circus“ habe ich bei meinem Auszug aus dem Elternhaus vor sechs Jahren selbstverständlich mitgehen lassen!

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