2011 – Der große Jahresrückblick

In ein paar Stunden geht ein Jahr zu Ende, das der Welt „dank“ Eurokrise, dem Atomunfall in Fukushima, dem Tode von Osama Bin Laden und dem arabischen Frühling noch lange in Erinnerung bleiben wird. Doch die seriösen Jahresrückblicke überlasse ich spiegel-online und dem Focus. Ich konzentriere mich lieber auf mein persönliches Popkultur-Jahr 2011. Was habe ich gehört, gespielt, gelesen, gefeiert und getan?! Es ist Jahresrückblickzeit!!!

 

Die von mir zusammengestellten Listen, Ereignisse und Musikvideos entsprechen selbstverständlich meinem eigenen Geschmack und müssen nicht jedem gefallen. Also nicht verwundert sein, wenn die Neue von Jupiter Jones oder der letzte Streifen von Tom Cruise nicht aufgelistet wurden. Nutzt lieber die Kommentaroption, um mir eure Highlights mitzuteilen. Ich bin sehr gespannt. Doch nun viel Spaß mit meiner ganz persönlichen Rückschau auf ein wunderbares Jahr 2011.

 

Die besten Platten

1.) Thees Uhlmann „Thees Uhlmann“
2.) Funeral For A Friend „Welcome Home Armaggedon!“
3.) Marit Larsen „Spark“
4.) Casper „XOXO“
5.) La Dispute „Wildlife“
6.) Mac Miller „Blue Slide Park“
7.) Tyler, The Creator „Goblin“
8.) Kaas „Liebe, Sex & Twilight Zone“
9.) Ja, Panik „Dmd Kiu Lidt“
10.) Jay-Z & Kanye West „Watch The Throne“
11.) The Weeknd „House Of Balloons“
12.) Wugazi „13 Chambers“
13.) Jeniferever „Silesia“
14.) Pries „Copy, Paste, No Glue“
15.) TV On The Radio „Nine Types Of Light“

 

Die Abenteuer der Andrea Berg

Es ist kein Geheimnis mehr: Die Musikindustrie steht am Abgrund. Es werden immer weniger Platten abgesetzt. Reihenweise geben die Plattenfirma auf. Und Schuld haben selbstverständlich ausschließlich die ach so schlimmen Kids, die sich den ganzen Kram illegal herunterladen. Ganz so schlimm kann es aber gar nicht sein. Denn eine mitteljunge Dame, die seit 1992 fleißig Alben veröffentlicht, ließ sich auch 2011 nicht von der grausigen Stimmung in der Industrie beeindrucken und zeigte den Musikern des Landes, dass man noch Platten verkaufen kann. Über 200.000 Einheiten (2010 beim Vorgänger waren es sogar über 600.000) ihres 14. Albums „Abenteuer“ setzte sie ab. Irre Summen. Da muss sogar ein Udo Lindenberg schlucken. Schlager FTW!!!

 

2011 war nicht nur das Jahr der Wälder und der Chemie, sondern auch ein verdammt gutes Jahr für Fernsehjunkies. Stromberg ging in seine fünfte Runde, machte dabei viel richtig, aber schoss an mancher Stelle über das Ziel hinaus. Auf den angekündigten Stromberg-Film freuen wir uns trotzdem alle. +++ Two And A Half Men sagte Charlie Sheen tschüss und präsentierte die erste Staffel mit Ashton Kutcher. Scheiße fanden das die Charlie-Ultras schon aus Prinzip. Ich schrieb damals zur ersten Episode trotzdem: „Die Gagquote blieb konstant, die durch die Cast-Veränderung erzeugte Spannung machte ordentlich Freude und das Walden/Alan-Zusammenspiel funktionierte wunderbar. Staffeleinstieg geglückt.“ +++ RTL legte sich Mitte des Jahres mit einem beleidigenden Beitrag über die Besucher der Gamescom mit der Videospielgemeinde an. Nach einem lauten Aufschrei der Internetwelt entschuldigt sich der Kölner Fernsehsender. +++ MTV verabschiedete sich mit dem Jahreswechsel aus dem Free-TV und war fortan nur noch im Bezahlfernsehen zu sehen. Da die einstigen hippen Meinungsmacher sowieso nur noch Dating-Shows, Reality-Soaps und Handywerbung ausstrahlten, war die Trauer seitens der Zuschauer eher gering.

 

 

Die besten Videospiele

1.) Battlefield 3
2.) Batman: Arkham City
3.) DC Universe Online
4.) Big Time Monkey
5.) Homefront

 

Superheldenfilme

2011 stand im Zeichen der großen Superheldenfilme. Marvel schickte ihren nordischen Hammerträger Thor und den Supersoldaten Captain America ins Rennen. DC konterten mit Ryan Reynolds als Green Lantern. Die Frage wie viel Superheld die Welt noch verträgt, braucht man gar nicht erst stellen. Denn 2012 wird es noch heftiger: Die Avengers und der dritte Teil der Dark-Knight-Reihe stehen schon in den Startlöchern.

 

The Greatest Video Game Music

Unter der Regie von Andrew Skeet nahm das London Philharmonic Orchestra eine Platte auf, die es so wohl noch nie gab: „The Greatest Video Game Music“. Auf der Scheibe tummelten sich die Titelmelodien beliebter Videospiele verpackt im klassischen Musikgewand. Unter anderem wurden Games wie „Tetris“, „Fallout 3“, „Halo 3“ oder „GTA IV“ mit Violine und Kontrabass verbraten.

 

Die besten Konzerte

1.) Thees Uhlmann – LKA, Stuttgart
2.) Deez Nuts & Shai Hulud – Juha West, Stuttgart
3.) Amanda Rogers – Coox & Candy, Stuttgart
4.) Real Motherfucking X-Mas Festival – Die Röhre, Stuttgart
5.) Ghost Of Tom Joad – Zwölfzehn, Stuttgart
6.) Blinded Halo Abschiedskonzert – Juze, Backnang
7.) 30 Seconds To Mars & Placebo – Schloßplatz, Stuttgart
8.) Laas Unltd. & Architekt – Schräglage, Stuttgart
9.) Masta Ace – Mono Bar, Stuttgart
10.) K.I.Z. – LKA, Stuttgart

 

 

Von MTV Home in die Samstagabend-Prime-Time der großen Privatsender: Joko und Klaas starteten im Juni ihre Spielshow „17 Meter“ auf Pro Sieben. Ich schrieb damals: „Die choreografierte Fernsehanarchie, die die beiden ehemaligen VJs bei MTV Home ausleben durften, sucht man bei dem „The Whole 19 Yards“-Ableger zwar nicht vergeblich, doch etwas ungelenk wirken die gegenseitigen Sticheleien und Kalauer der ewigjungen Moderatoren trotzdem. Seriös frech sein ist eben nicht einfach.“ +++ „Jersey Shore“, „16 And Pregnant“ oder „Teen Mom“ konnten sich im Oktober warm anziehen. Die beiden Larvenjohnnys Beavis & Butthead kehrten zum amerikanischen MTV zurück und es fühlte sich an, als wären keine 14 Jahre seit ihrem letzten Auftritt vergangen.

 

Tiny Tales

Florian Meimberg dreht eigentlich Werbespots, Musikvideos und Imagefilme. Im Grunde nicht allzu weit von dem entfernt, was er in schriftlicher Form mit seinem im Dezember erschienen Buch „Auf die Läge kommt es an.“ umsetzte. Auf das Nötigste komprimierte Kurzgeschichten, die nicht einfach nur Kurzgeschichten sind, sondern sich lediglich auf 140 Zeichen pro Story beschränken. Kurzkurzgeschichten also.

 

Ein Beispiel gefällig?

 

„Das mit der Wiedergeburt hatte sich Kate irgendwie anders vorgestellt. Epischer. Träge schwappte das Wasser an die Wand des Goldfischglases.“ Zum Artikel

 

Die besten Ausstellungen & Events

1.) EAT ART. Vom Essen in der Kunst – Kunstmuseum, Stuttgart
2.) Von Bad Waldsee bis L.A.: Rupert Lesers Fotos – Haus der Geschichte, Stuttgart
3.) Urlaub macht Urlaub: Farin Urlaubs Fotos – Galerie Lumas, Stuttgart
4.) Sex im Tierreich – Schloß Rosenstein, Stuttgart
5.) Veggie Street Day – Marktplatz, Stuttgart

 

 

Duke Nukem Forever“ wurde 15 Jahre nach der ersten Ankündigung endlich veröffentlicht. Das Spiel, das sich längst zum Treppenwitz der Gaming-Industrie entwickelt hatte, war dann auch irgendwie so, wie man es erwartet hätte: 1000 Ideen, die es schon zigmal woanders und vor allem besser gab. Ein künstlich in die Länge gezogenes Spiel, das seinen Protagonisten in den wohlverdienten Ruhestand schickte. Hail to the King, Baby! +++ „Uncharted 3: Drake’s Deception“ entwickelte sich zu einem der meist erwartetsten Spiele des Playstation-Jahres. Schon vor dem Release staubte das Game zahlreiche Preise ab. +++ „Battlefield 3“ und „Call Of Duty: Modern Warfare 3“ wurden beinahe zeitgleich in die Regale gestellt. Eine Debatte zwischen den jeweiligen Anhängern über den besten Ego-Shooter entfachte. Ich entschied mich trotz Origins-Skandal für das EA-Produkt. +++ Zwischen dem 20. April und dem 15. Mai ging das Playstation-Network offline. Anonymous hackten das Netzwerk und klauten private Daten von rund 77 Millionen Nutzern.

 

Taken By A Stranger – Lenas zweiter Versuch

2010 gewann sie mit der Rückendeckung halb Europas den Eurovision Song Contest in Norwegen. 2011 sollte sie noch mal ran und das „Wunder von Oslo“ wiederholen. Doch Lena Meyer-Landrut überzeugte mit dem unspektakulären „Taken By A Stranger“ nicht mal ansatzweise. Trotzdem machte sie noch einen recht glücklichen 10. Platz. Zum Artikel

 

Darüber konnte man froh sein:

Kein neues Album von Madonna.

Das wurde ausgegraben:
Anlässlich der Jubiläen von Pink Floyd und Nirvanas „Nevermind“ gab es zig Re-Releases.

Das ging zu Unrecht unter:

Das Videospiel Captain America: Super Soldier war längst nicht so schlecht wie alle gesagt haben.

Die Enttäuschung schlechthin:

R.A. The Rugged Mans Konzert in Stuttgart.

Das ging komplett an mir vorbei:
Thomas Gottschalks „Wetten, dass..?“-Abschied und das neue Roots-Album.

 

 

Wenn 2012 nur annähernd so gut wird wie 2011, dann können wir uns auf wunderbare Erzeugnisse der Popkultur freuen. Die Frage ist nur, wann man sich den ganzen Kram reinziehen soll? Die Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln, die man zum Lesen nutzen könnte, können nicht lang genug sein. Die Zeit für Videospiele ist sowieso immer viel zu knapp. Und Kopfhörer lassen sich während der Vorlesungen, der Arbeit oder dem Schulunterricht eher schlecht tragen. Hoffen wir für 2012, dass uns noch ein wenig Freiraum für das bleibt, was uns so viel Freude bereitet.

 

Und jetzt seid ihr dran! Was waren eure popkulturellen Highlights des Jahres 2011? Welche Platte, welches Buch, welcher Film, welches Konzert oder welches Videospiel überzeugte euch besonders? Ich bin gespannt, was ihr zu berichten habt.

 

Einen guten Rutsch wünsche ich euch!

1 Comments

  1. Ich hab ‚Boondocksaints‘ erst dieses Jahr für entdeckt, deshalb der Film des Jahres für mich!

    ‚Zelda Skyward Sword‘ Spiele ich nun schon 20std. und das ende ist noch lang nicht in sicht! Der teil ist vom gefühl wieder ganz nah am Serien Highlight ‚Zeld Ocarina of time‘! Eine Kuschelabend unter strenenhimmel in Videospiel form! Ganz klar das beste spiel des Jahres!

    Das beste Album ist für mich ‚Volbeat: Guitar gangsters and Cadilac blood‘!
    Metal den auch deine Eltern hören würden!

    Gruß Maze!

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